. Schlaganfall-Patienten auf dem Weg zurück ins Leben

Wissenschaftliches Projekt: Bessere Langzeitversorgung bei Schlaganfall

Wie ein Blitz aus heiterem Himmel – ein Schlaganfall kommt immer plötzlich und unerwartet. Während die Akutversorgung in Deutschland bereits sehr gut aufgestellt ist, weist die Langzeitnachsorge noch gravierende Defizite auf. Ein Projekt soll zeigen, wie eine bessere Langzeitversorgung möglich ist.

Schnelle Hilfe bei Schlaganfall ist in Deutschland bereits gute Praxis - doch was passiert danach?

Gemeinsam nehmen sich die Hochschule für Gesundheit (hsg) in Bochum und die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe des Themas an, indem sie ein entsprechendes Ehrenamt-unterstütztes Versorgungsmodell entwickeln und evaluieren. Und das funktioniert so: In Nordrhein-Westfalen sollen jetzt ehrenamtliche Schlaganfall-Helferinnen und -Helfer Betroffene auf ihrem Weg zurück in Leben unterstützen. Die hsg und die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe haben dieses innovative Modellprojekt mit dem Titel „Geschulte Schlaganfallhelferinnen und Schlaganfallhelfer – Ein partnerschaftliches Modell für die wohnortnahe Versorgung“ (GeSa) im Juli 2013 gestartet. Mehr als 20 Interessierte werden nun ab Ende März 2014 geschult. Nach elf Schulungstagen werden sie im Juni 2014 ihre ehrenamtliche Tätigkeit aufnehmen.

Erste ehrenamtliche Helfer werden Ende März geschult

„Die Schlaganfallhelfer bieten patientenorientierte Versorgung und individuelle Hilfestellung im Alltag an und leisten somit einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität von Betroffenen und deren Familien“, sagt Kerstin Bilda, Professorin an der hsg.

Wissenschaftlich begleitet werden die Helferinnen und Helfer ein halbes Jahr lang durch die Hochschule für Gesundheit. Gesucht wird dabei eine Antwort auf die Frage, ob die Versorgung von Schlaganfall-Betroffenen sowie von deren Angehörigen in Deutschland durch ein ehrenamtliches Modell sinnvoll ergänzt und unterstützt werden kann. 

Langzeitversorgung nach dem Schlaganfall

Stefan Stricker von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe meint: „Ja, denn viele Schlaganfall-Betroffene sind auf lebenslange Begleitung angewiesen. Das kann unser System kaum leisten.“? Das Modell des ehrenamtlichen Engagements verstehe sich als qualitative Bereicherung und ergänzende Hilfe in der Langzeitversorgung bei Schlaganfall. „Der gezielte und begründete Einsatz von Ehrenamtlichen und freiwillig Engagierten kann unter definierten Rahmenbedingungen zu einem Qualitätsmerkmal ambulanter Versorgung bei Schlaganfall werden“, sagt Professorin Bilda.

Das Projekt wird gefördert durch das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter Nordrhein-Westfalen und die Europäische Union.

Foto: CandyBox Images - Fotolia.com

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin

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