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07.05.2019

Wirksame HIV-Therapie verhindert sexuelle Übertragung des Virus

Bei HIV kann eine erfolgreiche antiretrovirale Therapie verhindern, dass der HIV-positive Partner das Virus auf den HIV-negativen Sexualpartner überträgt. Das gilt auch für Männer, die Sex mit Männern haben.
HIV, HIV-Therapie, Virus

Drückt die HIV-Therapie die Viruslast unter die Nachweisgrenze, kann das Virus nicht mehr sexuell übertragen werden

Die PARTNER2-Studie untersuchte 2010 bis 2018 europaweit fast 1.000 schwule männliche Paare, die Sex ohne Kondom praktizierten. Dabei war ein Partner HIV-positiv und nahm antiretrovirale Medikamente ein. Der andere Partner war HIV-negativ und nahm keine Medikamente zur Präexpositionsprophylaxe (PreP) ein.

Nach acht Jahren Nachbeobachtung dieser sogenannten serodifferenten Paare fand die Studie keinen Fall von HIV-Übertragung. Wenn die antiretrovirale Therapie (ART) die Viruslast auf eine nicht nachweisbare Menge senkt, kann das HI-Virus auch nicht beim Sex weitergegeben werden. "Das Risiko einer HIV-Übertragung mit unterdrückerischer ART ist gleich Null", sagte Studien-Leiterin Prof. Alison Rodger vom University College London.

HIV-Infektion stammte von einem anderen Sexualpartner

Rodger und Kollegen veröffentlichten die Ergebnisse der PARTNER2-Studie im Fachmagazin Lancet. Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, die HIV-Ausbreitung weltweit zu stoppen, indem sie die Übertragung des Virus in Hochrisikopopulationen verhindere, so das Fazit der Forscher. Wichtig dafür ist, die HIV-Infektion rechtzeitig zu erkennen und effektiv zu behandeln.

Zwar infizierten sich 15 Männer unter den schwulen Paaren während der achtjährigen Nachbeobachtungszeit mit HIV. Genetische Tests zeigten aber, dass ihre Infektionen von Virus-Stämmen herrührten, die von einem anderen Sexualpartner stammten.

 

HIV-Therapie verhindert sexuelle Übertragung des Virus

PARTNER2 ist die Nachfolgestudie der PARTNER1-Studie. Für diese wurden 1.166 serodifferente Paare an 75 Standorten in 14 europäischen Ländern untersucht. Zwei Drittel der Teilnehmer waren heterosexuelle Paare. Bereits in dieser Studie gab es keine Infektion durch ART-behandelte Patienten, bei denen die Viruslast unter der Nachweisgrenze lag. Die HIV-Therapie verhindert die sexuelle Übertragung des Virus.

Da zu wenig Männer, die Sex mit Männern haben, an der Studie teilnahmen, konnte das Ergebnis aber nicht ohne weiteres auf diese Bevölkerungsgruppe übertragen werden. Daher wurde die PARTNER2-Studie gestartet.

HIV-Tests sind frei verkäuflich

Wer für einen HIV-Test nicht zum Arzt oder zu einer Beratungsstelle gehen möchte, kann Heim-Tests in der Apotheke, im Dromarkt oder im Internet erwerben. Ein früher Behandlungsbeginn kann zu einer fast normalen Gesundheit und Lebenserwartung führen, meinen die Wissenschaftler. Allerdings birgt ungeschützter Verkehr in jedem Fall das Risiko, sich mit einer anderen sexuell übertragbaren Krankheit anzustecken.

Foto: valeriy/fotolia.com

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