Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Wie Meditation das Immunsystem stärken kann

Freitag, 18. Dezember 2020 – Autor: anvo
Immer öfter wird Meditation, inbesondere die Achtsamkeitsmeditation (MBRS) auch zur unterstützenden Bewältigung von Krankheiten angeboten. Studien zufolge kann sie nicht nur Stress und Schmerzen lindern, sondern auch das Immunsystem stärken und Entzündungsreaktionen entgegenwirken.
Achtsamkeitsmeditation, Entzündungen, MBSR, Stressreduktion

MBSR ist ein ganzheitliches Programm, das praktische achtsamkeitsbasierte Übungen zur Stressreduktion beinhaltet. – Foto: ©Microgen - stock.adobe.com

Eine sehr populäre Form der Meditation, die auch schon in vielen Kliniken angewendet wird, ist die Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR), was so viel wie „Stressbewältigung durch Achtsamkeit“ bedeutet. Sie kombiniert fernöstliche Traditionen mit Erkenntnissen der westlichen Medizin. Mittlerweile konnten verschiedene Studien zeigen, dass MBSR nicht nur Stress reduzieren, sondern auch das Immunsystem stärken kann. So haben Forscher um Carolyn Y. Fang von der Temple University in Philadelphia nachgewiesen, dass Achtsamkeitsmeditation die Anzahl der Killerzellen im Blut erhöhen und dadurch das Immunsystem stärken kann. Gleichzeitig trägt MBSR dazu bei, Entzündungsreaktionen zu reduzieren.

Weniger Entzündungsmarker nachweisbar

Für ihre Studie hatten die Forscher 24 Probanden untersucht, die an einem achtwöchigen MBSR-Programm teilnahmen. Zu Studienbeginn und innerhalb von zwei Wochen nach Studienende füllten die Teilnehmer einen Fragebogen aus und gaben eine Blutprobe ab.

Wie zu erwarten war, führte das Programm bei vielen Teilnehmern zu signifikanten Verbesserungen bei Stress und Angst. Doch bei der Untersuchung der Blutproben stellte sich auch heraus, dass die Aktivität der Killerzellen nach Beendigung der Studie erhöht war und gleichzeitig weniger von einem Entzündungsmarker, dem C-reaktiven Protein (CRP), im Blut zu finden war. Damit konnte ein klarer Zusammenhang zwischen MBSR und einer Verbesserung des Immunstatus der Teilnehmer gezeigt werden.

Die Studie zeigte zudem, dass die verstärkte Aktivität der Killerzellen sowie das reduzierte Level an CRP nur im Zusammenhang mit einer Verbesserung des psychischen Befindens auftraten. Bei den Patienten, die durch das Meditationsprogramm keine Entspannung erfuhren, verbesserte sich auch der Immunstatus nicht. Dies unterstützt mit mittlerweile als belegt geltende Annahme, dass die seelische Verfassung und die Immunabwehr eng miteinander zusammenhängen.

 

MBSR: Aufmerksames Beobachten statt Urteilen

MBSR ist ein ganzheitliches Programm, das praktische achtsamkeitsbasierte Übungen zur Stressreduktion beinhaltet. Meist werden die Übungen unter Anleitung eines Trainers vermittelt und dann zu Hause praktiziert. Zahlreiche Studien belegen mittlerweile die Wirksamkeit des Programms, welches von Professor Jon Kabat-Zinn im Jahr 1979 an der Stress Reduction Clinic der Universität von Massachusetts entwickelt wurde.

Bei der MBSR sollen Symptome wie Angst, Stress oder Schmerzen nicht unterdrückt oder bekämpft, sondern nur still und aufmerksam betrachtet werden, wobei man sich einer Beurteilung enthalten soll. Dadurch werden die Symptome dann häufig verringert oder können von den Betroffenen zumindest besser akzeptiert werden. Neben der Selbstbeobachtung beinhaltet MBSR hauptsächlich Atemübungen, Sitzmeditation und Yoga.

Foto: Adobe Stock / Microgen

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Immunsystem , Komplementärmedizin , Meditation
 

Weitere Nachrichten zum Thema Meditation und Entspannung

14.09.2020

Was bringt Yoga für die Gesundheit? Studien kommen bei dieser Frage zu unterschiedlichen Ergebnissen. Dennoch verdichten sich die Hinweise, dass Yoga insbesondere auf das Nervensystem, die Beweglichkeit und den Blutdruck positive Effekte haben kann.

06.08.2020

Meditation und Yoga können die sogenannte fluide Intelligenz stärken und der Abnahme der Gehirnfunktionen im Alter entgegenwirken. Das haben Forscher herausgefunden. Durch die Techniken werden offenbar verschiedene Gehirnregionen besser miteinander vernetzt.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Frauen erkranken deutlich häufiger an Osteoporose als Männer, vor allem im höheren Alter. Ein Hauptrisikofaktor ist das Geschlecht – aber das lässt sich nicht ändern. Deshalb ist es umso wichtiger, die Präventionsmöglichkeiten konsequent auszuschöpfen.


 
Kliniken
Interviews
Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin