Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Wie erkennt man eine gute Gesundheits-App?

Dienstag, 5. Juli 2016 – Autor: Angela Mißlbeck
Gesundheits- und Medizin-Apps sind bald in aller Hände. Fast jeder hat inzwischen mindestens eine davon auf seinem Smartphone, seien es Schrittzähler, Fitnesscoach oder Kalorienzähler. Doch woran erkennt man, ob eine App gut ist und die persönlichen Daten sicher sind?
Qualität von Gesundheits-Apps auf dem Smartphone

Smartphone und Smartwatch sind im Gesundheitswesen angekommen. – Foto: alexey_boldin - Fotolia

Eine wissenschaftliche Studie im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums hat kürzlich nicht nur einen Überblick über den riesigen Markt der Gesundheits- und Medizin-Apps gegeben. Die sogenannte Charimha-Studie hat auf Hinweise genannt, die es Nutzern erleichtern, vertrauenswürdige Apps zu erkennen. Verschiedene Kriterien sind dabei aus Sicht der Studienautoren wichtig.

So sollten Nutzer schon vor der Installation einer App erkennen können, wer die App hergestellt hat, wann sie zuletzt aktualisiert wurde und welchen Zweck sie verfolgt. Sämtliche Funktionen der App sollten aus der Beschreibung im App-Store eindeutig hervorgehen. Die Beschreibung sollte auch die Grenzen der Anwendung deutlich machen.

Medizin-Apps brauchen ein CE-Kennzeichen

Bei einer App zur Diagnostik von Erkrankungen oder zur Abklärung von Symptomen muss klar und deutlich der Hinweis enthalten sein, dass sie den Arztbesuch nicht ersetzen kann. Solche Apps sind vor allem zur Erkennung von Hautkrankheiten schon verbreitet. Sie unterliegen in Deutschland den Bestimmungen des Medizinproduktegesetzes und müssten deshalb ein CE-Prüfkennzeichen tragen. Das wissen viele App-Hersteller aus dem Ausland jedoch nicht. Die Studie rät dazu, Apps mit medizinischer Zweckbestimmung ohne CE-Kennzeichen nicht zu verwenden.

Grundsätzlich empfiehlt die Charismha-Studie: „Eine App sollte nur dann verwendet werden, wenn sie erkennbar aktuell ist. Die Qualität der in der App bereitgestellten Informationen kann u.a. anhand der Qualifikation der Hersteller eingeschätzt werden. Nur, wenn ersichtlich ist, dass eine App durch qualifizierte Personen nach dem Stand der Technik und der Medizin umgesetzt worden ist, sollte ihr vertraut werden. Nutzer müssen außerdem sicher sein, dass die App für ihren Anwendungszeck und für sie als Zielgruppe konzipiert worden ist.“

 

Datenschutzbestimmungen bei Apps prüfen

Besonderes Augenmerk sollten die Nutzer von Gesundheits-Apps auch auf den Datenschutz legen. Denn Gesundheitsdaten zählen in Deutschland zu den hochsensiblen Daten, die einem besonderen Schutz unterliegen. Eine vollständige Datenschutzerklärung ist in der App-Beschreibung daher unerlässlich. Sie sollte den Nutzer in verständlicher Sprache über den Umgang mit den Daten informieren. Besonders bei Apps aus dem Ausland ist der Datenschutz aber auch mit einer entsprechenden Erklärung nicht gewährleistet. Denn bislang gilt beim Datenschutz das Recht des Herstellerlandes und nicht das Recht des Landes, in dem die App genutzt wird. Außerhalb der Europäischen Union sind die Datenschutzbestimmungen mitunter wenig verbraucherfreundlich. Vorsicht ist auch angebracht, wenn eine App deutlich mehr Zugriffsrechte verlangt, als nötig erscheint.

Hinweise auf eine gute Qualität einer App kann aber zum Beispiel ein Prüfsiegel liefern, wenn das damit verbundene Prüfverfahren anerkannt ist, wie etwa das CE-Kennzeichen. Auch Hinweise auf wissenschaftliche Studien zur App sprechen für Qualität. Nicht zuletzt sind auch die Bewertungen anderer Nutzer ein Anhaltspunkt dafür, ob die App die versprochenen Funktionen zuverlässig bietet.

Foto: alexey_boldin – fotolia.com

Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: E-Health , Bundesgesundheitsministerium , Bundesministerium für Gesundheit (BMG) , Qualität
 

Weitere Nachrichten zum Thema Gesundheits-Apps

Die Berliner Uniklinik Charité erprobt eine neuartige digitale Lösung in der Arzt-Patienten-Kommunikation auf ihrer Station für Nephrologie. Eine App-Entwicklung der Charité zum mobilen Austausch zwischen Patient und Arzt wird nun vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) gefördert. Unterdessen hat sich der Einsatz von Tablet-Computern bei der Visite in der Neurologie der Charité bewährt.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten


 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin