Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
22.02.2017, aktualisiert: 24.02.2017

Wie eine einzige fettreiche Mahlzeit den Stoffwechsel beeinflusst

Bereits eine einzige fettreiche Mahlzeit reicht aus, um vermehrte Fetteinlagerungen in der Leber hervorzurufen und dem Stoffwechsel zu schaden. Das konnten Forscher jetzt nachweisen. Die Veränderungen glichen denen, die auch bei Typ-2-Diabetikern zu finden sind.

Fettreiches Essen schadet der Leber

Immer mehr Menschen leiden unter Übergewicht - mit den möglichen Folgen für die Gesundheit wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates. Nun haben Forscher herausgefunden, dass bereits die einmalige Aufnahme einer größeren Menge Palmöl die Empfindlichkeit des Körpers für Insulin verringert sowie vermehrte Fetteinlagerungen und Veränderungen im Energiestoffwechsel der Leber hervorruft. Die Ergebnisse ihrer Analyse veröffentlichten die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Journal of Clinical Investigation.

Eine einzige fettreiche Mahlzeit kann den Stoffwechsel verändern

Die Forscher des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) wollten gemeinsam mit Kollegen des Helmholtz Zentrums München (HMGU) und Wissenschaftlern aus Portugal herausfinden, wie sich eine einzige Mahlzeit mit hohem Palmölgehalt auf den Stoffwechsel gesunder Menschen auswirkt. Dazu verabreichten sie gesunden, schlanken Männern nach dem Zufallsprinzip entweder ein aromatisiertes Palmöl-Getränk oder ein Glas mit klarem Wasser. Das Palmöl-Getränk enthielt eine ähnliche Menge an gesättigtem Fett wie zwei Cheeseburger mit Speck und eine große Portion Pommes Frites oder wie zwei Salami-Pizzen.

Es zeigte sich, dass eine einzige fettreiche Mahlzeit ausreichte, um die Wirkung des körpereigenen Insulins zu vermindern und den Fettgehalt der Leber zu erhöhen. Zudem konnten Veränderungen im Energiehaushalt der Leber nachgewiesen werden. Die beobachteten Stoffwechselveränderungen glichen den Veränderungen, wie sie bei Menschen mit Typ-2-Diabetes oder nichtalkoholischer Fettlebererkrankung (NAFLD) beobachtet werden.

 

Fettreiche Ernährung schadet der Leber

„Überraschend war, dass eine einzige Palmöl-Dosis bei gesunden Menschen so schnell und direkt Auswirkungen auf die Leber hat und durch die verabreichte Fettmenge bereits eine Insulinresistenz ausgelöst wird“, kommentierte Professor Michael Roden, Wissenschaftlicher Geschäftsführer und Vorstand am DDZ, die Ergebnisse. Die Forscher konnten zeigen, dass die Einnahme des Palmöls Muskeln, Leber und Fettgewebe in ihrer Stoffwechselaktivität beeinträchtigen kann. So führt die hervorgerufene Insulinresistenz zu einer vermehrten Zuckerneubildung in der Leber und einer gleichzeitig verminderten Zuckeraufnahme in der Skelettmuskulatur – ein Mechanismus, der bei Typ-2-Diabetes und seinen Vorstufen den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Zudem bewirkt die Insulinresistenz des Fettgewebes eine vermehrte Freisetzung von Fetten in die Blutbahn. Langfristig können dadurch auch Lebererkrankungen hervorgerufen werden.

Nach Angaben der Studienautoren können gesunde Menschen diese unmittelbaren Auswirkungen der fettreichen Nahrung auf den Stoffwechsel je nach Prädisposition der Gene vermutlich leicht bewältigen. Wer jedoch regelmäßig Mahlzeiten mit einem hohen Gehalt der ungesunden Fettsäuren zu sich nimmt, könnte dadurch seiner Gesundheit langfristig schaden.

Foto: © Marius Graf - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Ernährung , Gesättigte Fettsäuren , Insulin , Diabetes , Leber
 

Weitere Nachrichten zum Thema Lebererkrankungen

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Dioxin in der Muttermilch, Weichmacher im Spielzeug, Mikroplastik in Kosmetika? Bei der Suche nach den Ursachen von Kreidezähnen bei Kindern steht die Forschung noch am Anfang. Der „Barmer-Zahnreport 2021“ stützt jetzt eine weitere Hypothese und kommt nach der Analyse von Behandlungsdaten zu dem Schluss: „Kinder haben häufiger Kreidezähne, wenn sie in den ersten vier Lebensjahren bestimmte Antibiotika erhalten haben.“

Übergewicht ist einer der größten Risikofaktoren für einen Typ 2 Diabetes. Ab welchem Gewicht es kritisch wird, ist jedoch regional sehr unterschiedlich, wie eine neue Studie zeigt. Danach unterscheiden sich insbesondere südliche Länder von den Industrienationen.

Wenn einem etwas „auf den Magen schlägt“, machen Gefühle den Körper krank. So funktioniert Psychosomatik, die Verbindung von Körper und Seele. Denselben Mechanismus kann man aber auch nutzen, um mithilfe positiver Gefühle den Körper – ganz besonders in Stress-Situationen – gesund zu erhalten. Tipps für heilsame kleine Übungen im Alltag.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin