Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
16.11.2020

Wie die Psyche in der Coronakrise gesund bleibt

Isolation, Bewegungsarmt, Verlust der Tagesstruktur – All das kann während der Coronakrise dazu beitragen, dass psychische Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen entstehen. Experten geben Tipps, wie man trotz des Lockdowns psychisch gesund bleibt.
Coronakrise, Psyche

In der Coronakrise leiden viele Menschen unter der Isolierung

Berührungen sind wichtig. Sie vermitteln Wärme, Geborgenheit und Zuwendung und helfen der Psyche, gesund zu bleiben. Doch wer nicht gerade in einer glücklichen Partnerschaft lebt, Familie oder Kinder um sich hat oder sich Nähe bei sehr engen Freunden suchen kann, muss in diesen Wochen und Monaten oft darauf verzichten. Und nicht nur das macht den Menschen während der Coronakrise zu schaffen. Im Homeoffice fehlt oft die Tagesstruktur, man bewegt sich weniger, hinzu kommen Zukunftsängste, vielleicht sogar der Verlust des Arbeitsplatzes. Wie man trotz der schwierigen Umstände die Gesundheit der Psyche bewahren kann, erklären nun Experten der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK).

Bei Ängsten und depressiven Gedanken professionelle Hilfe suchen

„Sich bei psychischen Beschwerden zurückzuziehen oder irgendwie zu versuchen, allein durchzuhalten ist nicht ratsam“, erklärt Dr. Dietrich Munz, Präsident der BPtK. „Wer wochenlang unter Ängsten, depressiven Gedanken oder Energieverlust leidet, sollte nicht zögern, sich in der Sprechstunde einer psychotherapeutischen Praxis zu melden.“

Für Menschen, die zurzeit aus Angst vor Ansteckung den Weg in eine Praxis scheuen, bieten fast alle Psychotherapeuten zudem inzwischen eine Videobehandlung an. Auch eine telefonische Beratung ist möglich, allerdings nicht für Neupatienten, was die BPtK kritisiert.

Um einen ersten Termin zu bekommen, können sich Patienten direkt an eine Praxis wenden oder die bundesweite Hotline 116 117 anrufen. Dort wird einem geholfen, einen freien Termin bei einem Psychotherapeuten zu finden.

 

Tipps für eine gesunde Psyche

Die BPtK rät außerdem, folgende Empfehlungen zu beachten, um psychisch gesund zu bleiben:

  • Bleiben Sie auch bei Kontakt- und Ausgangssperren in Kontakt. Tauschen Sie sich mit Freunden und Bekannten aus. Berichten Sie anderen, wie es Ihnen geht. Erlebnisse und Gefühle mitzuteilen, hilft mehr, als Sie für möglich halten!
  • Schaffen Sie sich eine Tagesstruktur, wenn Home-Office, Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit alles durcheinanderbringen. Wenn möglich, schaffen Sie sich einen regelmäßigen Rhythmus von Arbeit, Mittagspause, Arbeit, kurze Pause, Familien- und Hausarbeit und Freizeit.
  • Wenn Sie mit Kindern zusammenleben: Erklären Sie diesen altersgerecht die Lage, versichern Sie ihnen, dass Sie für sie da sind, sorgen Sie für einen geregelten Tagesablauf mit Pflichtaufgaben für Schule und Haushalt einerseits und Freizeitaktivitäten und Spielen andererseits. Achten Sie darauf, dass sich die Kinder auch allein beschäftigen, wenn sie das schon können.
  • Bleiben Sie in Bewegung: Egal was, egal ob Yoga oder Kraftsport – fordern Sie sich körperlich. Sanft, pulsstark oder ausdauernd. Das entspannt, körperlich und seelisch. Gehen Sie, wenn möglich, raus. Jeder Abendspaziergang um den Block ist nützlich.
  • Lenken Sie sich ab. Alles, was Sie die Corona-Pandemie und Ihre Sorgen vergessen lässt, ist eine wichtige Pause für die Psyche. Permanentes Grübeln und sich ständig ängstigen macht krank.
  • Wenn Sie in einer Partnerschaft leben: Sprechen Sie über die Situation und über Ihre eigenen Wahrnehmungen und Empfindungen. Vermeiden Sie dabei keine Konflikte und versuchen Sie trotzdem, gegenseitig Verständnis aufzubringen.
  • Auch wenn es eine oft gehörte Mahnung ist: Trinken Sie viel, aber nicht unbedingt Alkohol. Alkohol entspannt, aber lässt schlecht schlafen. Das Glas zu viel ist schnell erreicht.

Foto: Adobe Stock / Algecireño

Foto: ©Algecireño - stock.adobe.com

Autor:
Hauptkategorien: Corona , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Coronavirus , Psychische Krankheiten , Depression
 

Weitere Nachrichten zum Thema Psyche

21.11.2020

Gut jeder Vierte, der aufgrund von Corona-Beschränkungen statt im Betrieb zu Hause arbeiten muss oder kann, empfindet die fehlende Trennung zwischen Berufs- und Privatleben als Belastung. Vor allem Frauen mit Kindern erleben dies als stressig. Das besagt eine Studie im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). Aber es gibt darin auch Tipps, um das Homeoffice für Körper und Psyche gesünder zu gestalten.

09.12.2020

Krisen sind Teil des Lebens und quasi Schicksal. Doch es ist auch eine Einstellungssache, wie wir damit umgehen. Ein Experte gibt Tipps, wie man in schweren Zeiten wie dieser optimistisch bleiben kann.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Der Anteil der jungen Frauen, die mit der Anti-Baby-Pille verhüten, geht immer weiter zurück. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK). Demnach bekam im vergangenen Jahr nur noch ein Drittel der 14- bis 19-Jährigen das hormonelle Verhütungsmittel verschrieben.

Eine Kohlenmonoxid-Vergiftung kann rasch zum Tod führen. Die Vergiftung kann aber auch schleichend verlaufen. Betroffene haben anfangs grippeähnliche Symptome, im Verlauf kann es schweren gesundheitlichen Schäden wie Herzinfarkten, Lähmungen bis hin zu Psychosen kommen. Mit dem Beginn der Kaminsaison warnen Experten nun vor den Gefahren.

 
Kliniken
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin