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18.09.2015

Wichtige Impfstoffe für Kinder fehlen

Engpässe in der Impfstoffproduktion betreffen nun auch wichtige Impfstoffe für Kinder. Vakzine gegen Keuchhusten und Kinderlähmung sind besonders betroffen. Der Flüchtlingsstrom könnte die Lage weiter verschärfen.
Engpässe bei wichtigen Impfstoffen zwingen Ärzte und Apotheker zum Improvisieren

Engpässe bei wichtigen Impfstoffen zwingen Ärzte und Apotheker zum Improvisieren

Die Pharmaindustrie kommt mit der Produktion von Impfstoffen nicht hinterher. Laut Branchendienst APOTHEKE ADHOC sind von den rund 70 zugelassenen Vakzinen derzeit 14 von Lieferschwierigkeiten betroffen – also jedes fünfte Präparat. Da es vor allem bei Vakzinen gegen Keuchhusten und Kinderlähmung Nachschubprobleme gibt, sind Kombinationsimpfstoffe zur Grundimmunisierung von Kleinkindern besonders betroffen. Die Kombinationsimpfstoffe enthalten meist Komponenten gegen Tetanus, Diptherie, Keuchhusten, Kinderlähmung und Haemophilus influenzae Typ b (Hib) - und werden von der STIKO Kindern ab zwei Monaten zur Grundimmunisierung empfohlen.

Engpässe: Wichtigste Impfstoffhersteller müssen passen

Doch die beiden wichtigsten Hersteller GlaxoSmithKline und Sanofi Pasteur MSD haben augenblicklich Lieferprobleme. Nach Informationen von APOTHEKE ADHOC will GlaxoSmithKline den Fünffachimpfstoff „Infanrix-IPV+Hib“ ab Ende Oktober wieder im Markt haben; der Sechsfachimpfstoff „Infanrix Hexa“ sei zumindest in Großpackungen derzeit erhältlich. Sanofi Pasteur MSD könne dagegen wohl keinen der beiden Impfstoffe Pentavac und Hexyon vor Ende des Jahres liefern.

Beide Hersteller begründen ihre Lieferschwierigkeiten mit der weltweit stark angestiegen Nachfrage. GlaxoSmithKline räumte zudem Verzögerungen bei der internen Qualitätskontrolle ein.

Engpässe gibt es offenbar auch bei Kombinationsimpfstoffen gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen. GSK hat den Vierfachimpfstoff „Priorix Tetra“ derzeit in der Einzeldosis nicht vorrätig. Der Dreifachimpfstoff „Priorix“ fehlte zuletzt in allen Packungsgrößen; erst seit Mittwoch gibt es wieder Ware. Eine Alternative gibt es aber immerhin von Sanofi Pasteur MSD.

 

Impfungen für Flüchtlinge erhöhen die Nachfrage

Kinderärzte müssen daher immer häufiger Impfungen von Kindern verschieben oder auf einzelne Komponenten verzichten. Aus Sicht des Apothekers Markus Kerckhoff aus Bergisch-Gladbach hat sich die Situation zuletzt deutlich verschlechtert. „Aufgrund der Flüchtlingssituation kommt es zu einer erhöhten Nachfrage nach den Standardimpfstoffen“, sagte er. Die aktuellen Probleme seien besonders dramatisch. 

Foto: © Marco Herrndorff - Fotolia.com

Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
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