. Tag des älteren Menschen

Wenn mit dem Alter die Muskeln schwinden

Altersbedingter Muskelabbau kann gravierende Folgen haben. Die sogenannte Sarkopenie kann zum Beispiel Stürze und Knochenbrüche nach sich ziehen. Ärzte raten zu mehr Eiweiß und Bewegung.
Walken bis ins hohe Alter: Mit das Beste, was man gegen altersbedingten Muskelabbau tun kann

Walken bis ins hohe Alter: Mit das Beste, was man gegen altersbedingten Muskelabbau tun kann

Mit dem Alter verliert der Körper eine Menge Wasser. Daher schrumpfen viele Menschen. Doch nicht nur die Körpergröße nimmt ab, auch die Muskeln verlieren an Masse. Diese sogenannte Sarkopenie kann zu Balancestörungen und allgemeiner Schwäche führen. Stürze und Knochenbrüche können die Folge sein. Ein Teufelskreis beginnt. Einmal mit einem gebrochenen Oberschenkelhals im Krankenhaus, erlangen nur wenige betagte Menschen ihreralten Form zurück.

Der altersbedingte Muskelabbau werde immer noch unterschätzt, kritisiert jetzt die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) anlässlich des Internationalen Tages des älteren Menschen am 1. Oktober 2017. „Das Problembewusstsein für Sarkopenie ist, auch unter uns Ärzten, bislang eher gering“, meint der DGIM-Vorsitzende Professor Cornel C. Sieber. Dabei könne man den Muskelschwund in gewissen Grenzen entgegenwirken: „Muskelaufbau ist bis ins höchste Alter möglich“, so der Geriater.

Jeder Schritt zählt

Die DGIM rät zu regelmäßiger Bewegung. Jeder Schritt und jeder Handgriff zählt. Also: Öfter mal das Sofa verlassen und ein paar Schritte gehen, am besten einen Spaziergang an der frischen Luft machen. Ist das nicht möglich helfen auch Physiotherapie und gezielte Trainings. „Eine gute Muskulatur ist die Voraussetzung für körperliche Leistungsfähigkeit. Sie ist auch entscheidend, um alltägliche Aktivitäten wie etwa Aufstehen, Anziehen, Treppensteigen oder Einkäufe selbstständig zu bewältigen“, sagt Sieber.

Parallel sollten ältere Menschen auf eine ausreichende Zufuhr an Eiweiß achten. Denn Proteine sind notwendig für den Muskelaufbau. Im Alter kann der Körper aber Eiweiß schlechter verwerten. Gleichzeitig benötigt er mehr davon. Eine tägliche Proteinzufuhr von 1,0–1,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht bei ausgezehrten Zuständen sogar noch etwas mehr) ist laut DGIM empfehlenswert. Allerdings ist die Menge für viele kaum zu erreichen. Wer hat schon Lust literweise Buttermilch zu trinken oder laufend Steaks zu essen?

 

Eiweißreiche Nahrungsergänzung empfohlen

Geriater Sieber rät daher zu proteinreichen Nahrungsergänzungsmitteln. Vitamin D habe sich ebenfalls als wirksam zum Muskelerhalt erwiesen. Pro Tag sollten es etwa 800 Internationale Einheiten (IE) sein.

Je früher man damit beginnt, umso besser. Denn was einmal verlorengegangen ist, kommt nur mühsam wieder zurück. Geriater Sieber: "Sarkopenie als Risikofaktor für funktionelle Einbußen sollte angegangen werden, bevor die Patienten irreversible Einschränkungen erleiden."

Der Muskelabbau beginnt übrigens schon ab 30. Unternimmt man nichts dagegen, gehen bis zum 80. Lebensjahr rund 30 bis 50 Prozent der Muskelmasse schleichend verloren. 

Autor: ham
 

Weitere Nachrichten zum Thema Muskelabbau

| Sobald wir geboren werden, beginnt der Prozess des Alterns. Eine Reihe komplexer Mechanismen sind für das Altern verantwortlich und nur bedingt beeinflussbar. Gesünder leben zahlt sich jedoch in jedem Alter aus.
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Vitamin D stärkt nicht die Knochen: Es erhöht bei älteren Erwachsenen weder die Knochendichte noch schützt es vor Knochenbrüchen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Meta-Studie.
Tiere und Pflanzen leben und ruhen entlang dem Lauf der Sonne. Der Mensch hat Elektrizität und macht auch die Nacht zum Tag – dabei widerstrebt das auch seiner Natur. Arbeiten im Schicht- oder Nachtdienst irritiert die innere Regie des Körpers, stört den Schlaf und erhöht das Risiko für eine Vielzahl von Erkrankungen.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.