Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Weniger Komplikationen nach Karpaltunnel-Operation

Mittwoch, 23. Mai 2012 – Autor:
Das Karpaltunnelsyndrom ist eine Nervenschädigung der Handwurzel. Operationen verlaufen nur in 75 Prozent der Fälle erfolgreich. Neurophysiologien sind der Ansicht, dass ein hochauflösender Ultraschall postoperative Komplikationen verringern könnte.
Weniger Komplikationen nach Karpaltunnel-Operation

Karpaltunnelsyndrom: Operation oft nicht erfolgreich

Die Hände schlafen oft ein, die Fingerspitzen kribbeln, brennen oder sind pelzig. Manchmal strahlt der Schmerz des Karpaltunnelsyndrom (KTS) bis in den Oberarm. Betroffen sind meist Menschen, die ihre Hand beruflich stark belasten, wie etwa Kassierer/innen oder Fliessbandarbeiter/innen. Ursache sind vor allem Ödeme oder Entzündungen, die auf die Nerven in der Handwurzel drücken. Selten stecken aber auch Tumoren oder Blutgerinnsel hinter dieser meist schmerzhaften Erkrankung, die fast die Hälfte aller nichttraumatischen Nervenschädigungen ausmacht.

Druckschäden bei Karpaltunnelsyndrom werden häufig zu spät erkannt

"Obwohl es sich um einen der häufigsten Nervenschäden handelt, werden Druckschädigungen häufig erst spät erkannt", sagt Professor Dr. med. Detlef Claus, 1. Sekretär der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN). Erfolgt die Diagnose zu spät, verlieren Betroffene das Gefühl in Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger. Dann muss oft operiert werden. Dabei treten jedoch bei bis zu 20 Prozent Komplikationen auf. Vor allem dann, wenn die Ursache für die Ausfälle vor der OP nicht geklärt wurde.

Aktuelle Studien zeigen, dass neben elektrophysiologischen Methoden, hochauflösender Ultraschall hilft, die Ursachen der Beschwerden zu identifizieren. So entdecken erfahrene Untersucher mit Ultraschall etwa Gelenkzysten oder verstopfte Arterien. "Mit diesem Wissen kann der Arzt die Operation gezielter angehen", erklärt der Neurophysiologe. Auch kann die Ultraschalluntersuchung die Kompression des Nervs direkt sichtbar machen."

 

300 000 Operationen im Jahr, um den Medianusnerv im Karpaltunnel zu entlasten

Beim Karpaltunnelsyndrom klemmen meist entzündete und daher angeschwollene Sehnenscheiden einen wichtigen Nerv im Karpalkanal in der Handwurzel ein - den sogenannten Nervus medianus. Ist der Schmerz in den Fingern so stark, dass Betroffene nachts davon aufwachen oder treten Lähmungen in den Fingern auf, befinden sie sich bereits im fortgeschrittenen Stadium. Eine Handschiene oder schmerzlindernde Medikamente reichen dann nicht mehr aus. "Ob eine Operation helfen muss, zeigen dann elektrophysiologische Verfahren wie etwa die Elektroneurographie", so der DGKN-Experte Claus.

Jährlich führen Ärzte in Deutschland etwa 300 000 operative Eingriffe durch, um den Medianusnerv im Karpaltunnel zu entlasten. Damit zählt die Dekompression des Karpaltunnelsyndroms bundesweit zu den häufigsten Operationen. Allerdings verlaufe diese Operation nur bei etwa 75 Prozent der Fälle sehr gut, sagt Claus. Mitunter lindert der Eingriff die Beschwerden nicht. Würden erfahrene Ärzte elektrophysiologische Verfahren durch Ultraschallbilder ergänzen, könne die Ursache der Beschwerden präzisiert und Operationen besser geplant werden. Auch die postoperative Komplikationsrate könne verringert und erleichtere die Entscheidung für eine Therapie bei Karpaltunnelsyndrom.

Foto: sokaeiko/pixelio

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Handchirurgie , Karpaltunnelsyndrom , Chirurgie , Ultraschall (Sonografie)
 

Weitere Nachrichten zum Thema Karpaltunnelsyndrom

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten


Auf den ersten Blick bewegt sich die Belastung von Obst und Gemüse mit Pflanzenschutzmittel-Rückständen in Deutschland weiter auf niedrigem Niveau. Das zeigt eine Auswertung des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Schaut man jedoch genauer hin, zeigen sich deutliche Unterschiede – vor allem zwischen einheimischer und Importware.
 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin