. Karpaltunnelsyndrom

Weniger Komplikationen nach Karpaltunnel-Operation

Das Karpaltunnelsyndrom ist eine Nervenschädigung der Handwurzel. Operationen verlaufen nur in 75 Prozent der Fälle erfolgreich. Neurophysiologien sind der Ansicht, dass ein hochauflösender Ultraschall postoperative Komplikationen verringern könnte.
Weniger Komplikationen nach Karpaltunnel-Operation

Karpaltunnelsyndrom: Operation oft nicht erfolgreich

Die Hände schlafen oft ein, die Fingerspitzen kribbeln, brennen oder sind pelzig. Manchmal strahlt der Schmerz des Karpaltunnelsyndrom (KTS) bis in den Oberarm. Betroffen sind meist Menschen, die ihre Hand beruflich stark belasten, wie etwa Kassierer/innen oder Fliessbandarbeiter/innen. Ursache sind vor allem Ödeme oder Entzündungen, die auf die Nerven in der Handwurzel drücken. Selten stecken aber auch Tumoren oder Blutgerinnsel hinter dieser meist schmerzhaften Erkrankung, die fast die Hälfte aller nichttraumatischen Nervenschädigungen ausmacht.

Druckschäden bei Karpaltunnelsyndrom werden häufig zu spät erkannt

"Obwohl es sich um einen der häufigsten Nervenschäden handelt, werden Druckschädigungen häufig erst spät erkannt", sagt Professor Dr. med. Detlef Claus, 1. Sekretär der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN). Erfolgt die Diagnose zu spät, verlieren Betroffene das Gefühl in Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger. Dann muss oft operiert werden. Dabei treten jedoch bei bis zu 20 Prozent Komplikationen auf. Vor allem dann, wenn die Ursache für die Ausfälle vor der OP nicht geklärt wurde.

Aktuelle Studien zeigen, dass neben elektrophysiologischen Methoden, hochauflösender Ultraschall hilft, die Ursachen der Beschwerden zu identifizieren. So entdecken erfahrene Untersucher mit Ultraschall etwa Gelenkzysten oder verstopfte Arterien. "Mit diesem Wissen kann der Arzt die Operation gezielter angehen", erklärt der Neurophysiologe. Auch kann die Ultraschalluntersuchung die Kompression des Nervs direkt sichtbar machen."

 

300 000 Operationen im Jahr, um den Medianusnerv im Karpaltunnel zu entlasten

Beim Karpaltunnelsyndrom klemmen meist entzündete und daher angeschwollene Sehnenscheiden einen wichtigen Nerv im Karpalkanal in der Handwurzel ein - den sogenannten Nervus medianus. Ist der Schmerz in den Fingern so stark, dass Betroffene nachts davon aufwachen oder treten Lähmungen in den Fingern auf, befinden sie sich bereits im fortgeschrittenen Stadium. Eine Handschiene oder schmerzlindernde Medikamente reichen dann nicht mehr aus. "Ob eine Operation helfen muss, zeigen dann elektrophysiologische Verfahren wie etwa die Elektroneurographie", so der DGKN-Experte Claus.

Jährlich führen Ärzte in Deutschland etwa 300 000 operative Eingriffe durch, um den Medianusnerv im Karpaltunnel zu entlasten. Damit zählt die Dekompression des Karpaltunnelsyndroms bundesweit zu den häufigsten Operationen. Allerdings verlaufe diese Operation nur bei etwa 75 Prozent der Fälle sehr gut, sagt Claus. Mitunter lindert der Eingriff die Beschwerden nicht. Würden erfahrene Ärzte elektrophysiologische Verfahren durch Ultraschallbilder ergänzen, könne die Ursache der Beschwerden präzisiert und Operationen besser geplant werden. Auch die postoperative Komplikationsrate könne verringert und erleichtere die Entscheidung für eine Therapie bei Karpaltunnelsyndrom.

Foto: sokaeiko/pixelio

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