Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
19.07.2016

Welt-AIDS-Konferenz 2016: Erfolge stehen auf der Kippe

Gestern hat im südafrikanischen Durban die Welt-AIDS-Konferenz 2016 begonnen. UNAIDS hatte sich schon im Vorfeld besorgt gezeigt: Die HIV-Epidemie drohe wieder außer Kontrolle zu geraten.
Welt-AIDS-Konferenz 2016 in Durban: Neue Präventionslücke bedroht Erfolge der letzten 20 Jahre

Welt-AIDS-Konferenz 2016 in Durban: Neue Präventionslücke bedroht Erfolge der letzten 20 Jahre

Auf den letzten Welt-AIDS-Konferenzen gab es eigentlich immer viel Erfreuliches zu berichten: Sinkende Neuinfektionsraten (seit 1997 um 40 Prozent), effektivere Behandlungsmöglichkeiten, weniger Todesfälle, immer mehr Langzeitüberlebende, besserer Schutz von Partnern - im Prinzip ist HIV/AIDS eine Erfolgsgeschichte der Medizin. Doch dieses Mal stehen die Zeichen auf Alarm: Schon vor einer Woche hat UNAIDS den Report „Prevention Gap“ vorgelegt und darin auf die steigenden Infektionsraten hingewiesen. Die Präventionslücke ist dem Bericht nach in Osteuropa und Zentralasien besonders groß: In dieser Region ist die Neuinfektionsrate seit 2010 um 57 Prozent gestiegen. Davon geschehen 80 Prozent der Neuinfektionen in Russland. Im Nahen Osten und Afrika gab es in den letzten fünf Jahren eine Steigerung von 4 und in der Karibik von 9 Prozent.

Eigentlich will UNAIDS die Aids-Epidemie bis 2030 beenden. Dieses Ziel sei in akuter Gefahr, sagte jetzt UNAIDS-Vorstand Michel Sidibé. „Wir schlagen Alarm“, so der Chef der AIDS-Organisation der Vereinten Nationen. Wenn die neue Infektionswelle erst ins Rollen käme, gerate die Epidemie außer Kontrolle. „Die Welt muss jetzt entschieden und schnell handeln“, mahnte Sidibé.

UNAIDS fehlen die finanziellen Mittel

Ausgerechnet in dieser Situation ist der Anwalt für die weltweite Prävention von HIV und AIDS finanziell schwer angeschlagen. Einige Länder haben die Beiträge drastisch gekürzt, so dass UNAIDS in diesem Jahr ein Drittel seines Budgets fehlen. Mit 80 Millionen weniger (160 statt 240 Millionen Euro) lässt sich der Kampf gegen AIDS aber wohl kaum verstärken.

Hinzukommt, dass einige Geberländer weniger in den Globalen Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria einzahlen. Dabei soll das Budget für die nächsten drei Jahre eigentlich von 12 auf 13 Milliarden Euro erhöht werden – weil die Herausforderungen so riesig sind. Im Gegenzug haben mehrere Länder schon höhere Beiträge angekündigt.

 

HIV und AIDS vor entscheidender Weichenstellung

„Weitere wichtige Geber wie Deutschland müssen jetzt dringend folgen“, forderte Silke Klumb, Geschäftsführerin der Deutschen AIDS-Hilfe am Rande der Welt-AIDS-Konferenzen. Das Engagement gegen HIV und AIDS stehe vor einer entscheidenden Weichenstellung, meinte sie. „Es geht um nichts Geringeres als die Frage, ob wir die Erfolge der letzten 20 Jahre erhalten und ausbauen können. Das Leben von Millionen Menschen hängt davon ab!“ Die Deutsche AIDS-Hilfe ist mit einer achtköpfigen Delegation vor Ort in Durban und hat auf Facebook einen Newsticker eingerichtet. 

Foto: Deutsche AIDS-Hilfe

Autor: ham
Hauptkategorie: Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: AIDS , HIV , Prävention
 

Weitere Nachrichten zum Thema AIDS

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten

Vor der Covid-19-Impfung Schmerzmittel einzunehmen, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden, ist nicht ratsam. Denn Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol könnten die Wirkung des Impfstoffs beeinflussen. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln direkt nach der Impfung könnte die Immunantwort abschwächen.

Was viele sich lange wünschten, wurde unter dem Druck der Pandemie Wirklichkeit: Arbeiten im Homeoffice. Doch jetzt zeigt sich: Die neue Freiheit ist nicht immer auch gesund. Mehr als ein Drittel der Heimarbeiter klagt über Rückenschmerzen und andere Beschwerden. Auch der negative Stress wird mehr.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin