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Welt-AIDS-Konferenz 2016: Erfolge stehen auf der Kippe

Gestern hat im südafrikanischen Durban die Welt-AIDS-Konferenz 2016 begonnen. UNAIDS hatte sich schon im Vorfeld besorgt gezeigt: Die HIV-Epidemie drohe wieder außer Kontrolle zu geraten.
Welt-AIDS-Konferenz 2016 in Durban: Neue Präventionslücke bedroht Erfolge der letzten 20 Jahre

Welt-AIDS-Konferenz 2016 in Durban: Neue Präventionslücke bedroht Erfolge der letzten 20 Jahre

Auf den letzten Welt-AIDS-Konferenzen gab es eigentlich immer viel Erfreuliches zu berichten: Sinkende Neuinfektionsraten (seit 1997 um 40 Prozent), effektivere Behandlungsmöglichkeiten, weniger Todesfälle, immer mehr Langzeitüberlebende, besserer Schutz von Partnern - im Prinzip ist HIV/AIDS eine Erfolgsgeschichte der Medizin. Doch dieses Mal stehen die Zeichen auf Alarm: Schon vor einer Woche hat UNAIDS den Report „Prevention Gap“ vorgelegt und darin auf die steigenden Infektionsraten hingewiesen. Die Präventionslücke ist dem Bericht nach in Osteuropa und Zentralasien besonders groß: In dieser Region ist die Neuinfektionsrate seit 2010 um 57 Prozent gestiegen. Davon geschehen 80 Prozent der Neuinfektionen in Russland. Im Nahen Osten und Afrika gab es in den letzten fünf Jahren eine Steigerung von 4 und in der Karibik von 9 Prozent.

Eigentlich will UNAIDS die Aids-Epidemie bis 2030 beenden. Dieses Ziel sei in akuter Gefahr, sagte jetzt UNAIDS-Vorstand Michel Sidibé. „Wir schlagen Alarm“, so der Chef der AIDS-Organisation der Vereinten Nationen. Wenn die neue Infektionswelle erst ins Rollen käme, gerate die Epidemie außer Kontrolle. „Die Welt muss jetzt entschieden und schnell handeln“, mahnte Sidibé.

UNAIDS fehlen die finanziellen Mittel

Ausgerechnet in dieser Situation ist der Anwalt für die weltweite Prävention von HIV und AIDS finanziell schwer angeschlagen. Einige Länder haben die Beiträge drastisch gekürzt, so dass UNAIDS in diesem Jahr ein Drittel seines Budgets fehlen. Mit 80 Millionen weniger (160 statt 240 Millionen Euro) lässt sich der Kampf gegen AIDS aber wohl kaum verstärken.

Hinzukommt, dass einige Geberländer weniger in den Globalen Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria einzahlen. Dabei soll das Budget für die nächsten drei Jahre eigentlich von 12 auf 13 Milliarden Euro erhöht werden – weil die Herausforderungen so riesig sind. Im Gegenzug haben mehrere Länder schon höhere Beiträge angekündigt.

 

HIV und AIDS vor entscheidender Weichenstellung

„Weitere wichtige Geber wie Deutschland müssen jetzt dringend folgen“, forderte Silke Klumb, Geschäftsführerin der Deutschen AIDS-Hilfe am Rande der Welt-AIDS-Konferenzen. Das Engagement gegen HIV und AIDS stehe vor einer entscheidenden Weichenstellung, meinte sie. „Es geht um nichts Geringeres als die Frage, ob wir die Erfolge der letzten 20 Jahre erhalten und ausbauen können. Das Leben von Millionen Menschen hängt davon ab!“ Die Deutsche AIDS-Hilfe ist mit einer achtköpfigen Delegation vor Ort in Durban und hat auf Facebook einen Newsticker eingerichtet. 

Foto: Deutsche AIDS-Hilfe

Autor: ham
Hauptkategorie: Prävention und Reha
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