. Infektionsschutz

Welche Impfungen die STIKO Flüchtlingen empfiehlt

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt, Flüchtlinge schon in den ersten Tagen nach ihrer Ankunft in Deutschland zu impfen. Konkrete Impfempfehlungen für Asylsuchende in Erstaufnahmeeinrichtungen hat die STIKO im aktuellen epidemiologischen Bulletin zusammengefasst.
Welche Impfungen die STIKO Flüchtlingen empfiehlt

Die meisten Flüchtlinge haben keinen Impfpass dabei. Umso wichtiger ist eine frühzeitige Impfung in Deutschland, sagt die STIKO

Flüchtlinge sollten am besten gleich nach ihrer Ankunft in Deutschland geimpft werden. Das empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (RKI) vor dem Hintergrund wachsender Flüchtlingszahlen. Viele seien nicht geimpft oder hätten keinen Impfausweis dabei. Allerdings finde derzeit keine systematische Erhebung des Impfstatus statt. Die Enge in den Flüchtlingsunterkünften sei jedoch ein Nährboden für die Ausbreitung von Infektionskrankheiten, so die STIKO weiter.

Im aktuellen epidemiologischen Bulletin (Nr. 41 vom 5. Oktober 2015) empfiehlt die STIKO Impfungen gegen Tetanus, Diphterie, Keuchhusten und Polio. Personen, die in ihren Heimatländern gegen diese Krankheiten nachweislich geimpft worden seien, sollten in Deutschland eine Auffrischungsimpfung erhalten. Bei Masern und Röteln sei eine einmalige dokumentierte Impfung zunächst ausreichend, bei Kindern sollte die MMR-V-Impfung wiederholt werden.

Flüchtlinge auch gegen Grippe impfen

Alle anderen mit unklarem Impfstatus sollten ein Mindest-Impfangebot bestehend aus der Tdap-IPV Impfung erhalten. Kindern und jungen Erwachsene wird außerdem zur Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln geraten. Eine ausführliche Beschreibung mit Erläuterung befindet sich in der Anlage 1 des epidemiologischen Bulletins.

Zusätzlich hält es die STIKO für ratsam, alle Bewohner von Flüchtlingsunterkünften gegen Grippe zu impfen und nicht nur die Risikogruppen also Schwangere, Ältere und chronisch Kranke. Sollte nicht genügend Impfstoff vorhanden sein, seien Kinder bevorzugt zu impfen. Falls Impfpässe fehlen sollten, bietet das RKI ein Ersatzdokument, in das die Impfungen eingetragen werden können. Dieses muss ebenso wie der Impfpass den Flüchtlingen ausgehändigt werden.

 

RKI appelliert: Impfungen zentral erfassen

Das RKI appellierte unterdessen an die impfenden Einrichtungen, die Zahl der verabreichten Impfstoffdosen zu erfassen. Dies ermögliche eine Abschätzung der Impfquoten und möglicherweise eine Abschätzung der Anzahl nicht ausreichend geimpfter Asylsuchender in den Kommunen. Erstaufnahmeeinrichtungen oder Impfstellen für Asylsuchende können unter der E-Mail-Adresse migra-impfweb(at)rki.de ab sofort Kontakt zum RKI bezüglich der Impfquotenerfassung aufnehmen.

In den Ausführungen der STIKO wird deutlich, dass unzureichend geimpfte Asylsuchende die Impflücken in Deutschland vergrößern werden. Die Impfung ist daher ein Schutz für die gesamte Bevölkerung.

Foto: © Alexander Raths - Fotolia.com

Hauptkategorien: Berlin , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Flüchtlinge , Impfen , Masern , Grippe
 

Weitere Nachrichten zum Thema Flüchtlinge

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
 
. Weitere Nachrichten
Wie viel Intensivbetten und Beatmungsgeräte brauchen wir am Tag X, wenn die Infektionszahlen weiter steigen wie bisher? Forscher der Uni Saarbrücken haben einen Corona-Simulator entwickelt, mit dem anhand aktueller Daten präzise Prognosen zum Pandemiegeschehen für Bund und Länder erstellt werden können. Sie liefern das Material für Entscheidungen in der Politik und im Gesundheitswesen.
 
 
. Kliniken
. Interviews
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.