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Welche Gesundheits-Apps sind vertrauenswürdig und nützlich?

Mehr als 100.000 Gesundheits-Apps sind inzwischen auf dem Markt. Experten schätzen, dass die Apps in den nächsten Jahren für Patienten und professionelle Anwender weiter an Bedeutung gewinnen. Deshalb sollen nun verbindliche Qualitätskriterien her.
Gesundheits-Apps: Nutzen und Qualität überprüfen

Qualitätskriterien für gute Gesundheits-Apps gesucht.

„Wir können nicht erwarten, dass jeder Anwender Qualität und Vertrauenswürdigkeit einer App ohne Hilfestellung beurteilen kann, so Dr. Urs-Vito Albrecht, Leiter der vom Bundesgesundheitsministerium geförderten Studie „Chancen und Risiken von Gesundheits-Apps – CHARISMHA“, die nun veröffentlicht wurde.

Zur Beurteilung der Qualität und des Nutzens von Gesundheits-Apps gibt es zwar einzelne Orientierungshilfen, doch „keiner der bisherigen Ansätze zum Nachweis von Qualität und Vertrauenswürdigkeit konnte sich durchsetzen“, so das Bundesgesundheitsministerium in seiner Zusammenfassung der Studienergebnisse. Daher empfiehlt die Studie, Qualitätskriterien in einem breiten Konsensverfahren zu entwickeln.

Fit mit Gesundheits-Apps?

„Für viele sind Apps heute schon ein Ansporn, sich mehr zu bewegen, sich gesünder zu ernähren – und sie unterstützen zum Beispiel auch ‎bei der regelmäßigen Einnahme von Medikamenten. Das kann vielen Menschen eine wertvolle Hilfe sein“, so Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Er fordert klare Qualitäts- und Sicherheitsstandards für Patienten, medizinisches Personal und App-Hersteller. „Gleichzeitig müssen wir dafür sorgen, dass Produkte, die einen wirklichen Nutzen für Patienten bringen, schnell in die Versorgung gelangen“, so Gröhe weiter. Er will die Studie im Rahmen der eHealth-Initiative der Bundesregierung mit Experten und Verantwortlichen im Gesundheitswesen, Datenschützern und App-Herstellern diskutieren. Zudem plant er, das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zu einer zentralen Anlaufstelle für App-Entwickler in Deutschland weiterzuentwickeln. Die Behörde hat bereits eine Orientierungshilfe zur  Zulassung von „Medical Apps“ für App-Entwickler vorgelegt. 

 

Weitere Studien zu Qualität und Nutzen nötig

Die meisten auf dem Markt befindlichen Apps fallen der Studie zufolge in den Bereich Prävention, Gesundheitsförderung, Selbstmanagement und Therapietreue. Apps mit diagnostischem oder therapeutischem Anspruch sind bisher eher selten. Eindeutige Nutzennachweise fehlen bisher. Doch es gibt Hinweise darauf, dass Apps eine positive Auswirkung auf die Zunahme der körperlichen Aktivität, die Anpassung der Ernährung und die Gewichtskontrolle haben können. Hier halten die Forscher weitere Studien für nötig. Zudem fordert die Studie Leitlinien oder Empfehlungen, die es Ärzten, Krankenkassen und weiteren professionellen Nutzern ermöglichen, geeignete Apps auszuwählen, einzusetzen und zu empfehlen. Nötig ist laut Studie auch eine praktikablere Abgrenzung, welche Apps dem Medizinprodukterecht unterliegen und welche nicht. Ob und falls ja wie Apps in die Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen werden sollen, muss aus Sicht der Studienautoren grundsätzlich überprüft werden.

Foto: arrow - fotolia.com

Autor: Angela Mißlbeck
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