Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Weg vom Beatmungsgerät

Zurück in ein normales Leben, das ist es, was sich langzeitbeatmetete Patienten wohl am meisten wünschen. Berlins erstes geprüftes Zentrum für die Entwöhnung langzeitbeatmeter Patienten kann ihnen dabei effektiv helfen. Soeben hat die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin dem Weaningzentrum an der Charité die Akkreditierung erteilt.
Weg vom Beatmungsgerät

Neue Chancen für beatmete Patienten (Foto: NIH)

 

Mit dem englischen Ausdruck "Weaning" ist normalerweise das Abstillen eines Säuglings gemeint. Genauso kann man aber Menschen von der künstlichen Beatmung "entwöhnen", auch noch nach längerer Zeit. Bei 15 - 20 Prozent der Patienten ergeben sich jedoch erhebliche Probleme bei der  Entwöhnung vom Beatmungsgerät. Für diese Menschen ist das Expertenzentrum eine neue Chance, doch noch eine Beatmungsentwöhnung zu erzielen.

Das Zentrum ist Teil der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie und verfügt derzeit über zehn Betten zur Beatmungsentwöhnung, die in eine spezialisierte Intensivstation mit insgesamt 18 Betten integriert sind. Die Weaningpatienten werden in der Regel von anderen Intensivstationen der Charité, aber auch aus anderen Kliniken und aus Beatmungspflegeeinrichtungen überwiesen.

Gute Erfolgsbilanz im Weaningzentrum

Laut der Leiterin des Weaningzentrums, Dr. Simone Rosseau, kann sich die Erfolgsbilanz sehen lassen. "Uns gelingt es, 70 Prozent der Patienten zu entwöhnen, bei denen andere Kliniken aufgegeben haben", sagt Dr. Rosseau. "Das bedeutet für diese Menschen, dass sie nach Monaten im Krankenhaus wieder ein selbständiges Leben führen können."

Viele Patienten werden nach einer intensivmedizinischen Behandlung sogar zu Hause oder in einem Pflegeheim künstlich beatmet. Das ist teuer: mindestens 250.000 Euro veranschlagen Krankenkassen für die ambulante Betreuung eines Beatmungspatienten pro Jahr. Hinzukommt, dass bei Komplikationen oft nur der Weg zurück auf die Intensivstation bleibt, doch dort ist die Bettenkapazität knapp.

 

Hilfe zur Beatmungsentwöhnung

Nicht zuletzt deshalb will das neue Weaningzentrum ambulante Pflegedienste und Pflegeheime beraten, um Patienten zu identifizieren, die Chancen auf eine Entwöhnung haben. "Unser Ziel ist es, allen Patienten mit Weaningpotenzial auch die Möglichkeit zur erfolgreichen Beatmungsentwöhnung zu geben", so Simone Rosseau.

 

Weitere Nachrichten zum Thema Weaning

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Eine Zecke auf der Haut ist erst mal kein Grund zur Panik. Aber es ist wichtig, sie nach einer Entdeckung schnell und vor allem mit dem richtigen Instrument und der richtigen Technik zu entfernen. Je früher es geschieht, desto geringer ist die Gefahr, sich mit Borreliose zu infizieren. Beim Entfernen muss man aber ein paar Punkte beachten.


Sie wiegen so viel wie unser Gehirn und viel mehr als unser Herz – und sind genauso lebenswichtig: die Darmbakterien. Sie verdauen unser Essen, entsorgen Giftstoffe und schützen uns als Teil des Immunsystems vor Krankheitserregern. Mit seiner Ernährung hat es der Mensch selbst in der Hand, ob er dieses unsichtbare „Organ“ schwächt – oder stärkt.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin