Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
06.02.2018

Wechseljahre verschlimmern Diabetes

Die Wechseljahre bringen zahlreiche Veränderungen des Stoffwechsels mit sich. Frauen mit Diabetes sind besonders gefährdet, dass der Blutzuckerspiegel entgleist und Herz und Gefäße Schaden nehmen.
In den Wechseljahren kommt es zu großen Blutzuckerschwankungen. Bei Diabetes ist darum besondere Vorsicht geboten

In den Wechseljahren kommt es zu großen Blutzuckerschwankungen. Bei Diabetes ist darum besondere Vorsicht geboten

Frauen mit Diabetes vom Typ I oder II kommen früher in die Wechseljahre als Frauen ohne die Zuckerkrankheit. Denn bei Diabetikerinnen erschöpft sich der Eizellenvorrat schneller. Da der sinkende Östrogen-Spiegel die Insulinempfindlichkeit beeinflusst, kommt es auch bei ansonsten gesunden Frauen zu schwankenden Blutzuckerwerten und einer Gewichtszunahme. Für Frauen mit Diabetes kann das ernsthafte Folgen haben: Diabetesbedingte Gefäßveränderungen werden beschleunigt und das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen steigt.

Plötzliche Blutzuckerschwankungen

„Viele Patientinnen kennen diesen Zusammenhang nicht und werden von plötzlichen Blutzuckerschwankungen überrascht“, sagt Prof. Petra-Maria Schumm-Draeger, Ärztliche Direktorin des Zentrums für Innere Medizin Fünf Höfe in München. Die Internistin empfiehlt Diabetes-Patientinnen daher, sich rechtzeitig mit dem Thema Menopause auseinanderzusetzen. „Es ist ratsam, sich beizeiten vom behandelnden Diabetologen beraten zu lassen“, meint die Expertin von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Östrogenmangel setze nicht nur die Insulinempfindlichkeit herab, sondern steigere auch die Gefahr für Herz-Kreislauferkrankungen. „Zudem darf man nicht vergessen, dass die hormonelle Umstellung bis zu zehn Jahre dauern kann – da ist ein gut eingestellter Blutzuckerstoffwechsel für ein gesundes Altern unabdingbar.“

 

Kalorienbedarf nimmt ab

Neben einer engmaschigen Blutzuckerkontrolle empfiehlt die Diabetes-Expertin eine Anpassung des Lebensstils. Ausreichende Bewegung und bewusste Ernährung seien jetzt wichtiger denn je. Was viele auch nicht wissen: Mit den Wechseljahren sinkt der Kalorienbedarf, so dass deutlich weniger Kalorien als bisher nötig sind, um das Körpergewicht stabil zu halten. „Passt die Patientin ihre Ernährungsgewohnheiten nicht an, drohen Übergewicht und daraus resultierende Folgeerkrankungen wie Herzkreislaufleiden“, warnt Schumm-Draeger.

Und sie räumt mit einem weiteren Irrtum auf: Herzrasen und Schweißausbrüche würden oft als Unterzuckerung missgedeutet, dabei handle es sich um typische Wechseljahresbeschwerden. „Häufigere Blutzuckermessungen helfen, das Missverständnis zu umgehen.“ Zum Thema Hormonersatztherapie gibt es laut Schumm-Draeger keine pauschale Empfehlung. Nutzen und Risiko müssten individuell abgewogen werden.

Die Wechseljahre, medizinisch auch Klimakterium genannt, beginnen meist Mitte 40. Die Eierstöcke produzieren dann weniger Geschlechtshormone und der Eisprung bleibt häufiger aus. Um das. 50. Lebensjahr herum enden die Monatsblutungen schließlich ganz. Nach der letzten Regelblutung spricht man von Menopause.

Foto: © highwaystarz - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Wechseljahre , Diabetes , Herz-Kreislauf-System
 

Weitere Nachrichten zum Thema Wechseljahre

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Noch nie haben sich in Deutschland so viele Menschen nach Zeckenbissen im Grünen mit Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) angesteckt wie 2020 – und Experten befürchten eine weiter steigende Tendenz. Neu ist: Die nur durch Zecken übertragene und im schlimmsten Fall tödliche Form der Hirnhautentzündung wandert Richtung Norden – und tritt in der Natur verstärkt in größeren Höhen auf.


In den vergangenen 30 Jahren hat sich der Anteil der Geburten per Kaiserschnitt in Deutschland fast verdoppelt – auf zuletzt fast 30 Prozent. Der Richtwert der WHO liegt bei 15 Prozent. Geburtsspezialisten der Medizinischen Hochschule Hannover raten jedoch, pro und contra in jedem Einzelfall besonnen gegeneinander abzuwägen. Ein Kaiserschnitt sei „nicht automatisch besser“ und „in vielen Fällen medizinisch nicht notwendig“.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin