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Was in die Reiseapotheke gehört

Freitag, 17. Juni 2016 – Autor:
Was in die Reiseapotheke gehört, hängt vom Reiseziel und der Gesundheit des Reisenden ab. Ein Mediziner gibt ein paar wichtige Tipps.
Reiseapotheke

Was alles in die Reiseapotheke gehört – Foto: 1dbrf10 - Fotolia

Wer eine Reise in ein 5-Sterne-Hotel gebucht hat, benötigt weniger Bedarfsmedikamente als ein Rucksacktourist. Nicht in jedem Reiseland sind alle in Deutschland zugelassenen Medikamente erhältlich, schreibt Prof. Manfred Gross in dem Fachmagazin MMW - Fortschritte der Medizin.

Wichtig sei es, die für das Reiseziel ausgesprochenen Empfehlungen für Schutzimpfungen oder beispielsweise eine Malariaprophylaxe zu beachten. Informationen hierzu finden sich auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin unter www.dtg.org.

Reiseapotheke: Halstabletten und Nasenspray

Möglichkeiten für eine Wundversorgung sollten in keiner Reiseapotheke fehlen: desinfizierendes Wundspray, Kompressen, Pflaster. Ratsam sind Schmerzmittel und fiebersenkende Medikamente wie Paracetamol, Ibuprofen oder ASS sowie ein Fieberthermometer, heißt es weiter in MMW.

In warmen Ländern kann der Wechsel zwischen klimatisierten Räumen - auch in manchen Reisebussen - und der warmen Außenluft das Auftreten von Atemwegsinfekten begünstigen. Je nach Anfälligkeit sind Tabletten gegen Halsschmerzen und abschwellende Nasensprays zu empfehlen.

 

Reiseapotheke: Sonnen- und Insektenschutz

Insektenschutzmittel können notwendig sein, zum Beispiel mit den Wirkstoffen Icaridin oder DEET, ebenso Sonnenschutzmittel. Gels oder Cremes mit einem Antihistaminikum (Chlorphenoxamin, Dimetinden) helfen gegen Sonnenbrand und bei Insektenstichen. Bei sehr starkem Sonnenbrand ist ein topisches Steroid zu erwägen (Betamethason-Lösung 0,1 %, Hydrocortison).

Wer zu Sonnenallergien oder Lippenherpes neigt, sollte an entsprechende Medikamente denken, Allergiker an Antihistaminika wie Cetirizin oder Loratadin.

Reiseapotheke: Mittel gegen Reisedurchfall

Dimenhydrinat als Tabletten oder Kaugummi-Dragees wirkt gegen Übelkeit/Reisekrankheit, ebenso Scopolamin-Pflaster (rechtzeitig vor Reisebeginn aufkleben, rezeptpflichtig) oder Metoclopramid-Tabletten (rezeptpflichtig). Wer auf Reisen zu Verstopfung neigt, nimmt eventuell ein Macrogol-Präparat mit.

Bei Reisen in Länder mit geringem hygienischem Standard sollten ein Händedesinfektionsmittel und Medikamente zur Therapie von Reisedurchfall (Rehydrierungslösung/Elektrolytpulver sowie Loperamid, Rifaximin, Ciprofloxacin oder Azithromycin) mitgenommen werden, je nach Reiseziel auch Wasserentkeimungstabletten.

Reiseapotheke: Thrombosestrümpfe und Schlaftabletten

Bei Langstreckenflügen oder längeren Busreisen sollte über eine Thromboseprophylaxe nachgedacht werden. Neben körperlicher Aktivität - die Füße/Beine regelmäßig bewegen, wenn möglich gelegentlich aufstehen - und ausreichender Flüssigkeitszufuhr sind Thrombosestrümpfe, bei Risikopersonen Medikamente (Heparin oder neue orale Antikoagulanzien/NOAK) eine Option.

Ohrstöpsel können helfen, bei lauter Umgebung einzuschlafen. Bei Schwierigkeiten mit der Umstellung des Schlaf-Wach-Rhythmus nach Reisen über mehrere Zeitzonen können Schlaftabletten die Anpassung an den neuen Tagesrhythmus unterstützen. Spezielle Empfehlungen gibt es für Reisen mit Babys oder Kleinkindern.

Foto: 1dbrf10

Hauptkategorie: Medizin
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