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Was hilft gegen Nackenschmerzen?

Donnerstag, 31. März 2022 – Autor:
Jeder Zweite leidet unter Nackenschmerzen. Mögliche Ursachen sind schwache Muskeln, Fehlbelastungen – etwa beim stundenlangen Arbeiten am PC – oder Verspannungen. Mit unkomplizierten Lockerungs- und Dehnübungen oder Wärme kann man Nackenschmerzen erst einmal selbst behandeln. Treten Nackenschmerzen aber in Kombination mit bestimmten Zusatzsymptomen auf, ist es ratsam, damit zum Arzt zu gehen.
Frau behandelt Nackenschmerzen mit Wärmekissen.

Gewöhnliche Nackenschmerzen kann man gut selbst behandeln - mit Wärme zum Beispiel. – Foto: AdobeStock/RFBSIP

Fast jeder kennt sie: Nackenschmerzen. Sie können entstehen, wenn man einen ganzen Arbeitstag lang am Computer sitzt, lange mit nach vorn gebeugtem Kopf auf sein Smartphone schaut, wenn es zieht oder wenn man über Kopf arbeitet und beispielsweise eine Zimmerdecke weißelt. Auch natürliche Verschleiß-Erscheinungen, die im Laufe des Lebens an der Halswirbelsäule auftreten, können eine Rolle spielen. Eine von Natur aus schwache Halsmuskulatur in Kombination mit Fehlbelastungen führt dann bei vielen zu Muskelverspannungen. Wir gehen in die Schonhaltung – und genau dies führt zu weiteren Verspannungen. Nackenschmerzen werden zu unserem regelmäßigen Begleiter. „Laut einer Befragung des Robert Koch-Instituts hat fast jeder Zweite innerhalb eines Jahres mit Nackenschmerzen zu tun“, berichtet das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau" in seiner aktuellen Ausgabe.

Nackenschmerzen im Büro: Wecker stellen, um sitzende Arbeit durch Bewegung zu unterbrechen

Auch wenn Nackenschmerzen meist harmlos sind: Sie sind freilich unangenehm. Wer unter Nackenschmerzen leidet, kann ganz unkompliziert etwas dagegen tun – vorbeugend, und wenn es wieder so weit ist. „Schon mit geringem Aufwand lassen sich solche haltungsbedingten Schmerzen vermeiden", sagt Physiotherapeutin Kristina Voß in der Apotheken Umschau. Ein wirksamer Ausgleich gelingt oft bereits, wenn jede sitzend verbrachte Stunde durch mindestens eine Minute Bewegung unterbrochen wird. „Am besten einen Wecker stellen", rät Voß, die unter anderem in einem Rückenzentrum in Hamburg arbeitet.

 

Lockerungs- und Dehnübungen helfen gegen Nackenschmerzen

„In den kurzen Bewegungspausen kommt es darauf an, die Durchblutung in den belasteten Muskelbereichen anzukurbeln", rät Physiotherapeutin Voß. Neben dem gezielten Atmen eignet sich ihrzufolge als Lockerungsübung zum Beispiel eine Nackendehnung in aufrechter Sitzhaltung. Der Ablauf der Übung: Rechte Hand über den Kopf an das linke Ohr legen. Linke Hand hält sich an der Sitzfläche fest, dabei bleibt die Schulter tief. Kopf zur rechten Seite neigen. Dehnung 20 Sekunden halten. Seite wechseln.

Auch Wärme kann schmerzlindernd wirken

„Wenn keine spezifisch behandelbare Ursache vorliegt, kann Wärme schmerzlindernd wirken“, heißt es in einem Gesundheitsratgeber der AOK. „So können Muskelverspannungen durch lokale Wärmeanwendungen, zum Beispiel mit einer Wärmflasche oder einem Kirschkernkissen gelindert werden.“ Sei der Schmerz auf eine Nervenreizung zurückzuführen, könne wiederum Kälte gut tun. Wichtig ist es auch, sich trotz der Nackenschmerzen zu bewegen und die Nackenmuskulatur langfristig zu trainieren, denn so kann man der Schmerzentstehung vorbeugen.

Nackenschmerzen: Wann man zum Arzt gehen sollte

Akute Nackenschmerzen sind, wie bereits erwähnt, meist harmlos und klingen in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen wieder ab. „In seltenen Fällen können Nackenschmerzen aber auch eine ernste Ursache haben“, heißt es bei der AOK. „So sollte nach einem Unfall, der mit einem Schleudertrauma oder anderen Belastungen der Halswirbelsäule verbunden war, eine ärztliche Abklärung erfolgen.“ Das Bundesgesundheitsministerium rät dazu, sich ärztlich untersuchen und behandeln zu lassen, wenn Nackenschmerzen in Verbindung mit einem oder mehreren der folgenden Symptome auftreten:

  • Kopfschmerzen, die mit Übelkeit, Erbrechen, Schwindel oder Lichtempfindlichkeit einhergehen
  • Genickstarre
  • unerklärlicher Gewichtsverlust, Fieber oder Schüttelfrost
  • gleichbleibend starke Schmerzen – in Ruhe und bei Bewegung
  • Kontrollverlust beim Wasserlassen oder Stuhlgang
  • Nervenstörungen und Lähmungserscheinungen, zum Beispiel Kribbeln oder Schwierigkeiten, den Arm oder die Finger zu bewegen.
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