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Warum Frauen häufiger an Knie-Arthrose leiden

Frauen leiden häufiger an Knie-Arthrose als Männer. Die Gründe erläuterte Kongresspräsident Dr. Manfred Neubert auf dem Deutsche Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) im Oktober in Berlin.
Schmerzendes Knie

Frauen erkranken häufiger an Knie-Arthrose - bei ihnen baut sich der Knorpel schneller ab

In Deutschland erkrankt jede zweite Frau und jeder dritte Mann über 60 Jahren an Arthrose. Eine mögliche Ursache: Bei Frauen wird der Knorpel im Knie viermal schneller abgebaut. 65 Prozent der Patienten, die mit einer Endoprothese versorgt werden, sind Frauen.

Dr. Neubert, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Sonneberger Orthopädiezentrum in Bremen, wies auf weitere Unterschiede hin. So haben Frauen bei einer Kniearthrose vor und nach der Operation mehr Schmerzen als Männer. Die eigens für Frauen eingeführte Knieprothese (Frauen- oder Gender-Knie) erzielt dabei keine besseren Ergebnisse als die Unisex-Prothesen.

Frauen erholen sich nach Kniegelenk-OP schlechter

Nach der Implantation einer Knieprothese zeigen Frauen mehr Einschränkungen bei der Funktion und der Lebensqualität. Sie erholen sich schlechter. Allerdings lassen sich amerikanischen Untersuchungen zufolge Frauen oft später operieren als Männer, sodass ihre Arthrose weiter fortgeschritten ist. Nach einer kanadischen Untersuchung raten Ärzte Männern häufiger zur OP als Frauen. Ob das in Deutschland auch so ist, ist bisher nicht untersucht worden.

 

Frauen leiden eher an Überbeanspruchung des Handgelenks

Auch bei Erkrankungen und Frakturen der Hand gibt es geschlechtsspezifische Differenzen. 90 Prozent der Patienten mit einer Arthrose der Fingergelenke (Heberden-Arthrose) sind Frauen. Typisch für Frauen ist auch die Tendovaginitis de Quervain durch Überbeanspruchung des Daumens. Diese Erkrankung wird auch als "Hausfrauendaumen" bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine Sehnenscheidenentzündung im ersten Strecksehnenfach des Handgelenks.