. Koffein-Kick

Warnung vor Energy-Drinks

Energy-Drinks werden vor allem von Jugendlichen immer häufiger konsumiert. Welche Auswirkungen das auf die Gesundheit hat, ist noch nicht endgültig erforscht. Doch die Hinweise auf gesundheitliche Risiken nehmen zu.
Warnung vor Energy-Drinks

Energy-Drinks sind nicht ungefährlich.

Energy-Drinks werden in jüngster Zeit verstärkt konsumiert, besonders von Jugendlichen. Die jungen Menschen erhoffen sich davon mehr Durch­halte­vermögen für Party­nächte oder bessere Leistungen in der Schule oder beim Sport. Doch wer Energy-Drinks dosenweise konsumiert, könnte seiner Gesundheit schaden. Das glauben zumindest einige Wissenschaftler. Nun wurden in einer Studie Hinweise gefunden, die das Risiko bestätigen. Besonders gefährlich ist der Konsum von Energy-Drinks demnach zusammen mit Alkohol oder als Sport­getränk.

Die Forscher des Regional Office for Europe der WHO untersuchten in ihrer Meta-Analyse verschiedene Studien auf Anhaltspunkte, die eine Gefährdung durch Energy-Drinks nahelegen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie in der Zeitschrift "Frontiers in Public Health". Demnach erhöht sich für Erwachsene durch den Konsum von Energy-Drinks das Risiko für metabolische Erkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes. Schwangere, welche Energy-Drinks tranken, hatten ein höheres Risiko für Fehl- und Frühgeburten.

Energy-Drinks und Alkohol: Eine fatale Mischung

Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen erwies sich die Kombination mit Alkohol als besonders riskant. Verglichen mit Kontrollpersonen, die nur Alkohol tranken, erhöhte sich bei Mischkonsum das Risiko für alkoholisiertes Autofahren, den Konsum illegaler Drogen sowie für Gewalt. Die Menge des getrunkenen Alkohols erhöhte sich durch den gemeinsamen Konsum mit Energy-Drinks laut einiger Studien ebenfalls. Offenbar verschleiert das Koffein in den Drinks den subjektiven Rauschzustand und gibt den Konsumenten das Gefühl, weniger angetrunken zu sein.

Einzelne Fallberichte sprechen auch für eine akute Gesundheitsgefährdungen durch exzessiven Konsum der koffeinhaltigen Getränke. So hat sich einer US-amerikanischen Studie zufolge die Zahl der Notfallaufnahmen, die mit Energy-Drinks in Verbindung gebracht wurden, zwischen 2005 und 2009 mehr als verzehnfacht. Und immer wieder gibt es Berichte von Todesfällen nach übermäßiger Zufuhr von Energy-Drinks.

 

Konsum von Energy-Drinks nimmt zu

Der Verkauf von Energy-Drinks ist in den letzten Jahren stark angestiegen. In den USA nahm der Umsatz allein in den Jahren 2004 bis 2009 um 240 Prozent zu. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit veröffentlichte 2013 eine Untersuchung, aus der hervorging, dass 68 Prozent der 10- bis 18-Jährigen und 18 Prozent der unter Zehnjährigen die Drinks regelmäßig konsumierten. Energy-Drinks enthalten pro Dose oder Flasche zwischen 80 und 500 mg Koffein, manchmal sogar noch mehr. Zum Vergleich: Eine Tasse Kaffee enthält ungefähr 100 mg Koffein. Viele Energy-Getränke enthalten zudem weitere anregende Substanzen wie Taurin, welche die Koffeinwirkung möglicherweise noch verstärken. Experten raten Kindern und Patienten mit Herzrhythmusstörungen von den koffeinhaltigen Getränken generell ab.

Foto: © mediterranean - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Koffein

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
44.000 Gehirnerschütterungen werden in Deutschland jährlich bei Sportlern diagnostiziert - bei dreimal so hoher Dunkelziffer. Falscher Ehrgeiz und Unkenntnis bei Athleten wie Vereinen führen oft zu einer Verharmlosung. Dabei ist die "Commotio" eine ernsthafte Verletzung mit möglichen gravierenden Folgen. Kopfbälle etwa können das Gehirn langfristig schädigen – vor allem bei jüngeren Spielern.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Gesundheitsakademie, Oudenarder Straße 16, 13347 Berlin
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Senioren fühlen sich heute jünger als früher – und sind es Studien zufolge auch. Doch woran liegt das und was bedeutet Alter heute überhaupt? Über diese und andere Fragen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Alternspsychologen Prof. Dr. Hans-Werner Wahl gesprochen.
Das massenhafte Auftreten des Eichenprozessionsspinners hat in diesem Jahr bei besonders vielen Menschen zu allergischen Reaktionen der Haut führt. Die giftigen Brennhaare der Raupen können aber auch sprichwörtlich ins Auge gehen. Am Universitätsklinikum Münster mussten diese Woche sechs Menschen am Auge operiert werden. Dr. Lamis Baydoun, Oberärztin der UKM-Augenklinik, berichtet, was vorgefallen ist.