Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Wann und wie weit der Covid-19-Impfschutz zurückgeht

Montag, 22. November 2021 – Autor:
Wann und wie weit geht der Covid-19-Impfschutz zurück? Das hat eine schwedische Bevölkerungsstudie untersucht. Die Ergebnisse sprechen für das Boostern.
Die Wirksamkeit der Covid-19-Impfung lässt deutlich nach

– Foto: Adobe Stock/RRF

Wann und wie weit geht der Covid-19- Impfschutz zurück? Das hat eine schwedische Bevölkerungsstudie untersucht. Sie wurde als Preprint beim Fachmagazin Lancet veröffentlicht.

Das Team um Prof. Peter Nordstöm von der Umea Universität dokumentierte die Wirksamkeit der Covid-19-Impfung gegen das Risiko einer symptomatischen Infektion, eines Krankenhausaufenthalts und eines Todes bis zu neun Monate nach der Impfung.

Geimpfte und Ungeimpfte verglichen

Dabei wurden vollständig geimpfte Person einer zufällig ausgewählten ungeimpften Person mit dem gleichen Geburtsjahr und Geschlecht zugeordnet. Die Kohorte umfasste 1.684.958 Individuen, die 842.974 Paare bildeten.

Daten zu Fällen von symptomatischer Infektion, schwerer Covid-19-Erkrankung beziehungsweise Krankenhausaufenthalt und 30-Tage-Mortalität nach bestätigter Infektion wurden vom 12. Januar bis 4. Oktober 2021 erhoben.

 

Nach vier Monaten keine Wirksamkeit mehr

Die Wirksamkeit von Biontech/Pfizer gegen eine Infektion lag bei 92 Prozent an den Tagen 15 - 30 nach der Zweitimpfung, sie nahm auf 47 Prozent an den Tagen 121 - 180 bis zu keiner Wirksamkeit ab Tag 211 ab. Der Rückgang war bei Moderna etwas geringer. Die Wirksamkeit betrug ab Tag 181 noch 59 Prozent.

Die Wirksamkeit von AstraZeneca war geringer und ließ schneller nach, ab Tag 121 wurde keine Wirksamkeit mehr festgestellt. Bei erst mit AstraZeneca und dann mit einem mRNA-Impfstoff geimpften Personen lag die Wirksamkeit bei 66 Prozent und blieb auch ab Tag 121 auf dem Level.

Wann und wie weit Covid-19-Impfschutz zurückgeht

Bei der Prüfung, wann und wie weit Covid-19-Impfschutz zurückgeht, stellte sich auch heraus, dass die Wirksamkeit der Impfstoffe bei Männern, älteren, gebrechlichen Personen und Personen mit Vorerkrankungen generell geringer war und schneller abnahm. Der Schutz vor schwerem Covid-19 nahm von 89 Prozent am Tag 15 - 30 auf 42 Prozent ab Tag 181 ab. Die Forscher empfehlen daher eine Auffrischungs- oder Booster-Impfung.

Bislang gibt es keine Meldungen über schwerwiegende Nebenwirkungen der dritte Impfung. Sie soll das Immunsystem aktivieren und den Impfschutz wieder verstärken. Dabei werden die mRNA-Impfstoffe Moderna und Biontech/Pfizer eingesetzt.

Wer wann die dritte Impfung erhalten kann

Boostern lassen sollten sich auf jeden Fall auch Menschen, die eine Vorimpfung mit Astra/Zeneca oder Johnson & Johnson erhalten haben. Anspruch hat jeder Geimpfte ab 18 Jahren, in Sachsen bereits ab 12 Jahren. Die zweite Imfung sollte dabei sechs Monate zurückliegen. Dies sei aber nur eine "Richtschnur", so Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Berlins hat sich entschieden, bereits nach fünf Monaten zu boostern. Das hat auch praktische Gründe: Der volle Impfschutz baut sich erst nach zehn bis zwölf Tagen auf. Wer nach der Sechs-Monate-Regel erst im Januar dran wäre, wäre in den Weihnachtstagen, wo es viele Treffen mit Familie und Freunden gibt, nicht so gut geschützt. Und könnte auch andere eher anstecken.

Die Wahl des richtigen Impfstoffs

Über die Wahl des richtigen Impfstoffs sind sich die Experten uneines. Das Bundesgesundheitsministerium empfiehlt, beim gleichen Wirkstoff zu bleiben. Karl Lauterbach (SPD) rät zum Wechsel und verweist auf den US-amerikanischen Biochemiker Rob Swandacher. Das bedeutet: nach Biontech Moderna, nach Moderna Biontech und nach Johnson & Johnson Moderna. AstraZeneca wird nicht erwähnt, weil der Impfstoff in den USA nicht zugelassen ist. Auch für diejenigen, die bereits bei der Erst- und Zweitimpfung eine Wirkstoff-Kombination hatten, gibt es keine Empfehlung.

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Coronavirus , Impfen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Corona-Impfung

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Frauen erkranken deutlich häufiger an Osteoporose als Männer, vor allem im höheren Alter. Ein Hauptrisikofaktor ist das Geschlecht – aber das lässt sich nicht ändern. Deshalb ist es umso wichtiger, die Präventionsmöglichkeiten konsequent auszuschöpfen.


 
Interviews
Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin