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Vor zweitem Lockdown gab es kaum Corona-Neuinfektionen an Münchner Grundschulen und Kitas

Sind Grundschüler und Kitakinder Treiber der Pandemie? Stichproben aus der Münchner Virenwächter-Studie zeigen, dass es von Juni bis November kaum Corona-Neuinfektionen in den Einrichtungen gab.
Münchner Virenwächter-Studie zeigt kaum Corona-Neuinfektionen an Grundschulen und Kitas von Juni bis November 2020

Münchner Virenwächter-Studie zeigt kaum Corona-Neuinfektionen an Grundschulen und Kitas von Juni bis November 2020

Über die Rolle von Kindern in der Corona-Pandemie wird erbittert gestritten. Da Kinder meist kaum oder gar keine Symptome haben, befürchten die einen, sie könnten das Coronavirus unbemerkt weitergeben und seien darum besonders gefährlich. Andere dementieren das. Doch wo sind die Beweise für die eine oder andere Behauptung?

Die Münchner Virenwächter-Studie führt deshalb seit Juni regelmäßig Stichproben an München Grundschulen und Kitas durch. 3.000 Proben wurden bislang genommen und auf SARS-COV-2 getestet.

Studienergebnisse sprechen gegen großes Infektionsgeschehen an Grundschulen

Das Ergebnis: In der ersten Studienphase bis zu den Sommerferien (Mitte Juli) zeigten sich keine Corona-Neuinfektionen bei Kindern sowie Lehrern und Erziehern. In der zweiten Phase von September bis zu den Herbstferien Ende Oktober gab es nur zwei SARS-CoV-2-Fälle. Dabei stieg in diesem Zeitraum die Zahl der Neuinfektionen in der Allgemeinbevölkerung stark. Die 7-Tage-Inzidenz  betrug bis zu 150 auf 100.000 Einwohner.

„Auch in der zweiten Testphase hat sich gezeigt, dass die von den untersuchten Einrichtungen umgesetzten Hygienemaßnahmen greifen und dazu beitragen, das Infektionsgeschehen niedrig zu halten“, sagt Martin Hoch vom Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL).

 

Gegenläufiger Trend in der Allgemeinbevölkerung

Bis zum erneuten Lockdown Anfang November wurden in der Münchner Virenwächter-Studie insgesamt über 2.000 Testungen bei Kindern im Alter von zwei bis elf Jahren sowie über 1.000 Testungen bei Lehrern und Erziehern durchgeführt. Die zehn teilnehmenden Einrichtungen wurden zufällig ausgewählt. Vor allem fiel den Forschern auf, dass trotz der im Raum München kontinuierlich steigenden Inzidenzrate kein vergleichbarer Trend in den teilnehmenden Einrichtungen zu beobachten war. Lediglich in der letzten Testwoche Ende Oktober wurden zwei Infektionsfälle in einer Grundschule nachgewiesen.

„Da es bei wöchentlicher Stichproben-Testung nur zwei positiv getestete Fälle in der letzten Studienwoche mit hoher Inzidenz in München gab, können wir für den Studienzeitraum ableiten, dass 'gesunde' bzw. asymptomatische Kinder, die in entsprechende Einrichtungen gehen, nicht signifikant zur Verbreitung des neuartigen Coronavirus beitragen, sondern allenfalls die epidemiologische Situation der Gesamtbevölkerung widerspiegeln“, erklärt Studienleiter Ulrich von Both, Kinderarzt am LMU UniversitätsKlinikum München.

Münchner Virenwächter-Studie

Diese Erkenntnisse gelten allerdings nur bis zu der im Studienzeitraum maximal in München erreichten 7-Tages-Inzidenzrate von 150/100.000. „Weitere Untersuchungen halten wir jedoch für sinnvoll, insbesondere vor dem Hintergrund neuer Virusvarianten“, so der Wissenschaftler.

Die Münchner Virenwächter-Studie ist ein gemeinsames Projekt der Kinderklinik am LMU Klinikum und des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Die Experten begleiten seit Ende der Pfingstferien bis Ende Oktober 2020 in zwei Phasen die schrittweise Öffnung von zehn Städtischen Grundschulen und Kindergärten in München im Hinblick auf SARS-CoV-2-Infektionen. Die vorläufigen Ergebnisse widerlegen, dass jüngere Kinder Treiber des Infektionsgeschehens sind.

Foto: © Adobe Stock / Alessandro Biascioli

Autor: ham
Hauptkategorien: Corona , Gesundheitspolitik
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