Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Volkmar Falk will am DHZB neue Schwerpunkte setzen

Donnerstag, 2. Oktober 2014 – Autor:
Volkmar Falk hat am Mittwoch Roland Hetzer als Chef des Deutschen Herzzentrums (DHZB) abgelöst. Auf einer Pressekonferenz kündigte der "Neue" seine Pläne an. Verstärkung bekommt er durch zwei weitere Kardiologische Spitzenberufungen.
Volkmar Falk will am DHZB neue Schwerpunkte setzen

Im August hatte das DHZB seine 75.000 offene Herzoperation gefeiert. Volkmar Falk will künftig öfter minimal-invasiv operieren.

Es war ein dummer Zufall, dass ausgerechnet einen Tag vor Volkmar Falks Amtsantritt die Prüfungs- und Überwachungskommissionen deutscher Transplantationszentren ihren Prüfbericht öffentlich vorlegt hat. In dem Bericht wurden 14 Verstöße des Deutschen Herzzentrums Berlin im Zusammengang mit der Organvergabe bestätigt. Die Verstöße liegen zwar mehr als zwei Jahre zurück. Trotzdem trüben die Manipulationen Falks Start in Berlin. Jetzt sei es seine dringlichste Aufgabe, das verlorengegangene Vertrauen wiederherzustellen, erklärte Volkmar Falk am Mittwoch vor der Presse. Es stünden große Schuhe für ihn vor der Tür. Die Größe der Schuhe ist sicher weniger mit der Vergangenheitsbewältigung zu erklären, für die Falk nach eigenen Angaben "die volle Verantwortung übernehmen will", als mit den Fußstapfen in die er tritt.

DHZB-Schwerpunkte von Volkmar Falk

Roland Hetzer hat mit dem DHZB eine Einrichtung von Weltrang geschaffen. Der 49-jährige Falk, der bis Ende September das Herzzentrum der Uni Zürich geleitet hat, muss diesen Ruf jetzt aufrechterhalten. Dafür will er dem Berliner Herzzentrum aber auch eine eigene Handschrift geben. Der Herzchirurg plant etwa das Therapiespektrum zu erweitern, ein Schwerpunkt sollen minimal-invasive Eingriffe sein. Damit könne auf den sonst üblichen Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine verzichtet werden, erklärte Falk. Weitere Schwerpunkte sollen die Herz-„Reparatur“ mit Stammzellen sowie die Kunstherz-Behandlung werden. Falk forschte bereits in Zürich an einem „Bio-Kunstherz“ und will das  in Berlin nun fortsetzen.

Zeitgleich mit Falks Berufung zum neuen DHZB-Direktor und zum Charité-Ordinarius für Herzchirurgie wurde auch die Kardiologie am Charité Campus Benjamin Franklin neu besetzt. Ulf Landmesser, ein Züricher Kollege von Falk, hat am 1. Oktober die Nachfolger Hans-Peter Schultheiss angetreten. Ein weiterer Generationenwechsel steht in wenigen Wochen bevor. Am 1. November wird Burkert Pieske aus Österreich nach Berlin kommen und dort gleich zwei Positionen übernehmen, die von Rainer Dietz als Direktor der Klinik für Kardiologie am Charité Campus Virchow-Klinikum und die von Eckart Fleck als Direktor der Klinik für Kardiologie am Deutschen Herzzentrum Berlin.

 

Aufwind für die Berliner Herz-Kreislauf-Forschung

Die Berufungen sind für den Forschungsstandort Berlin von großer Bedeutung. Die Charité, das DHZB und das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) bilden zusammen einen wichtigen Standort des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK). Zudem werden die beiden Kardiologen Pieske und Landmesser wichtige Funktionen im Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) wahrnehmen und dieses im Bereich der klinischen Herz-Kreislauf-Forschung maßgeblich verstärken. Die Charité Dekanin Annette Grüters-Kieslich bekräftigte am Mittwoch ihre Pläne, Berlin solle zum Headquarter der Herz-Kreislaufmedizin in Deutschland werden.

© fivepointsix - Fotolia.com

Hauptkategorie: Berlin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Herz , Herztransplantation , Deutsches Herzzentrum Berlin , Charité
 

Weitere Nachrichten zum Thema Deutsches Herzzentrum Berlin

Insgesamt 14 Falschangaben oder Manipulationen im Zusammenhang mit Organtransplantationen haben die Prüfungs- und Überwachungskommissionen am Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) festgestellt. Das geht aus dem heute veröffentlichten Prüfbericht hervor. Anders als bei dem Skandal um Lebertransplantationen in Göttingen sind dabei aber offenbar nicht Privatversicherte bevorzugt wurden.

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Prof. Dr. Volkmar Falk über die Neuausrichtung des Deutschen Herzzentrums Berlin (DHZB), die große Nachfrage nach minimal-invasiven Herzoperationen und die Aufarbeitung des Berliner Transplantationsskandals.
 
Weitere Nachrichten
Normalerweise beginnt die Grippesaison nach dem Jahreswechsel. Weil das Immunsystem bei vielen dank der Hygienemaßnahmen aus der Corona-Pandemie auch bei Grippe aus der Übung ist, erwarten Experten die Winter-Welle diesmal früher, schneller und heftiger.

Kochsalz macht Lebensmittel herzhaft – und ist als Natriumchlorid der wichtigste Mineralstoff im Körper. Doch wir brauchen sehr viel weniger davon, als wir denken. Ab einer Tiefkühlpizza müssten wir den Salzkonsum für den Rest des Tages einstellen.

Die Nase ist dicht, man kriegt schwer Luft, es drückt und schmerzt: Wer eine Erkältung oder Grippe hat, hat oft auch eine Nasennebenhöhlen-Entzündung. Was kann man tun, um diese normalerweise harmlose, aber unangenehme Atemwegserkrankung zu behandeln?
 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin