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Vivantes gründet Zentrum für Infektionsmedizin

Der kommunale Klinikkonzern Vivantes hat Berlins erstes Zentrum für Infektionsmedizin gegründet. Spezialisten wollen sich dort gezielt um die Bekämpfung von Krankenhausinfektionen und multiresistenten Keimen kümmern.
Mit dem neuen Zentrum für Infektionsmedizin schafft Vivantes besondere Expertise in der Bekämpfung von nosokomialen Infektionen und multiresistenten Erregern

Mit dem neuen Zentrum für Infektionsmedizin schafft Vivantes besondere Expertise in der Bekämpfung von nosokomialen Infektionen und multiresistenten Erregern

Vivantes will verstärkt gegen nosokomiale Infektionen und multiresistente Keime vorgehen. Der kommunale Klinikkonzern hat deshalb ein eigenes Zentrum für Infektionsmedizin gegründet. Das erste Zentrum dieser Art in Berlin verknüpft nach Vivantes-Angaben die Infektiologie und Hygiene des Klinikums.

Damit gehe Vivantes neue Wege in der Bekämpfung von resistenten Erregern, teilte Geschäftsführer Dr. Johannes Danckert am Dienstag mit. „Wir wollen nicht nur eine Behandlungsqualität, die dem State of the Art entspricht, sondern wir wollen die Infektiologie als Ganzes weiterentwickeln. Wir schaffen damit fachlich einen Leuchtturm, der die Möglichkeit bietet, über unsere eigenen Kliniken hinaus zu wirken und damit in Zukunft für mehr Patientensicherheit in Berlin und darüber hinaus zu sorgen“, so Danckert.

Fachkenntnisse erforderlich

Hintergrund ist, dass bundesweit jedes Jahr rund 500.000 Patienten an nosokomialen (im Krankenhaus erworbenen) Infektionen erkranken, davon etwa 30.000 mit resistenten Erregern. Die Eindämmung und erfolgreiche Therapie dieser schwer zu behandelnden Infektionen erfordert zunehmend spezielle Fachkenntnisse.

Zu den zentralen Aufgaben des neuen Zentrums gehören laut Vivantes unter anderem das konsequente Screening von Patienten auf multiresistente Erreger, die Erstellung von Leitlinien und Hygieneplänen und das Antibiotic Stewardship, das eine Analyse, Kontrolle und Beratung zum Einsatz von Antibiotika vorsieht. Ziel ist es, einen unsachgemäßen Antibiotikaeinsatz zu reduzieren. Denn eine der Ursachen der zunehmenden Antibiotikaresistenzen liegt in der übermäßigen oder nicht zielgerichteten Anwendung.

 

Mehr Infektionskontrolle

Dr. Caroline Isner, Chefärztin am Auguste-Viktoria-Klinikum (AVK) für Innere Medizin- Infektiologie und Leiterin des neuen Zentrums für Infektionsmedizin erklärt: „Mit der neuen Ausrichtung unserer Infektiologie stellen wir uns professionell auf die aktuellen und künftigen Herausforderungen im Umgang mit Infektionen ein. Das betrifft zunehmend das Thema Infection Control beim Auftreten multiresistenter Erreger. Es gilt, Infektionsketten frühzeitig zu erkennen und zu unterbrechen, Therapiemöglichkeiten zu erhalten und zu verbessern – ob in der Pandemie oder bei nosokomialen Infektionen.“ Die stationäre Versorgung von HIV-Patienten soll am AVK fortgeführt werden.

Als Teil des neuen Zentrums wird auch die Hygiene bei Vivantes deutlich gestärkt und mit mehr Kompetenzen ausgestattet. Für eine bessere Surveillance von multiresistenten Erregern, nosokomialen Infektionen und postoperativen Wundinfektionen kommt unter anderem ein digitales Hygieneportal zum Einsatz, teilte Vivantes mit. Daten zum Auftreten von Erregern würden hier standardisiert gesammelt, „sodass Erregerhäufungen und Ausbrüche schneller erkannt werden.“

Foto: © Adobe Stock/ santypan

Autor: ham
Hauptkategorien: Berlin , Medizin
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