. Meta-Analyse zu Osteoporose:

Vitamin D alleine wirkt nicht knochenprotektiv!

Eine aktuelle Meta-Studie zeigt: Die Gabe von Vitamin D alleine – ohne die zusätzliche Gabe von Kalzium – reicht nicht aus, um die Knochen effektiv vor Osteoporose zu schützen.

Dichte Knochen durch Vitamin D? Forscher widersprechen dem Postulat!

Dies könnte einerseits an der falschen Dosis der Vitamin-D-Gabe liegen – oder daran, dass die Intervention nicht mit unterschiedlichen Altersgruppen durchgeführt wurde, für die unterschiedliche Ergebnisse hätten erzielt werden können. 

Der Hype um Vitamin D geht weiter auch, wenn die Ergebnisse das nicht hergeben

Trotz dieser unklaren Datenlage nehmen die Hälfte der Menschen über 50 Jahre vorsorglich Vitamin D, um sich vor Osteoporose zu schützen, so die Autoren der Studie, die kürzlich im Fachmagazin Lancet veröffentlicht wurde. Die Auswertung basiert auf 23 Studien mit insgesamt über 4000 Teilnehmern, die im Durchschnitt 59 Jahre alt waren. Die Gabe von Vitamin D (D3 oder D22 über 2 Jahre hinweg führte nicht dazu, dass bessere Ergebnisse bei der Knochendichtemessung erzielt werden konnten. Als Messstellen wurden in der Studie die lumbale Wirbelsäule, Hüfte, Trochanter, Radius und Ganzkörper angegeben. Die Ergebnisse zeigten lediglich eine signifikante Zunahme der Knochendichte am Fermurhals. Fazit der Studie und der Autoren um den Wissenschaftler Reid: Die Einnahme von Vitamin D alleine  - ohne die zusätzliche Gabe von Kalzium - ist für eine Prävention von Osteoporose nicht geeignet. 

 

Dem Postulat der Vitamin-D-Gabe muss laut Meta-Analyse widersprochen werden

Das immer wieder auch in den Medien erhobene Postulat der protektiven Wirkung von Vitamin D  - dem so genannten Sonnenvitamin - sei damit widerlegt, so die Wissenschaftler. Zumindest träfe dies dann zu, wenn keine Risikofaktoren für einen Vitamin-D-Mangel angezeigt seien. Jedoch sollte bei älteren Menschen auf gefüllte Vitamin-D-Speicher und auf eine ausreichende Kalziumzufuhr geachtet werden, um damit Hüftfrakturen zu vermeiden.

Foto: DeVIce - Fotolia.com

Autor: Cornelia Wanke
 

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