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Versorgungsstrukturen für Kinder im demografischen Wandel

Der demografische Wandel fordert eine Anpassung der Versorgungsstrukturen für Kinder. In Brandenburg sind dazu verschiedene Projekte in den Startlöchern.
Versorgungsstrukturen für Kinder anpassen

Versorgungsstrukturen für Kinder müssen wohnortnah sein

Die neueste Bevölkerungsstatistik scheint Brandenburg oberflächlich Entwarnung zu geben. Denn die Einwohnerzahl ist 2016 um 0,4 Prozent oder rund 10.000 Menschen auf 2,495 Millionen. Doch dieses Wachstum verteilt sich äußerst ungleichmäßig. Allein die Landeshauptstadt Potsdam verzeichnet 4100 Einwohner mehr. Zugleich steigt das Durchschnittsalter landesweit. 2016 lag es durchschnittlich bei 46,9 Jahre, variierte aber zwischen 42,7 Jahren in Potsdam und 49,3 Jahren im Landkreis Spree-Neiße. Auch in den Landkreisen Prignitz, Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz lag das Durchschnittsalter über 49 Jahren.

Dringend gesucht: Neue Versorgungsstrukturen für ländliche Regionen

Die allgemeine Tendenz: Die städtischen Zentren wachsen und verjüngen sich, in den ländlichen Gebieten dagegen werden immer weniger Einwohner immer älter. Diese Entwicklung stellt das Gesundheitswesen vor mehrere Herausforderungen. Es gilt nicht nur für die wachsende Zahl Älterer eine angemessene Versorgung sicherzustellen, sondern auch dafür zu sorgen, dass die wenigen verbliebenen Jungen eine ausreichende und wohnortnahe Versorgung vorfinden – sei es mit Kinderärzten oder in der Geburtshilfe.

Das Brandenburgische Landesgremium zur Versorgungssteuerung mit Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) als Vorsitzender unterstützt deshalb mehrere Projekte, die innovative Versorgungsmodelle für die Fläche entwickeln. Zuletzt hat es beschlossen, dass ein Projekt zur medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen im ländlichen Raum vorbereitet wird.

 

Modellprojekte: Versorgungsstrukturen für Kinder

In einem ersten Schritt soll der Versorgungsbedarf in der Kinder- und Jugendmedizin in verschiedenen Regionen genauer untersucht werden. Daran wirken unter anderem das Klinikum Niederlausitz im Süden Brandenburgs und die GLG-Kliniken im Norden Brandenburgs mit.  Bei den GLG-Kliniken laufen bereits verschiedene Kooperationen zwischen den Krankenhäusern in Eberswalde, Angermünde und Prenzlau und Templin auch auf dem Gebiet der Geburtshilfe. Kinderärzte versorgen ihre kleinen Patienten dabei nicht nur im Krankenhaus, sondern auch ambulant.

Dringend gesucht werden in Brandenburg auch Lösungen für die Geburtshilfe. Auch dabei setzt das Bundesland, das in Sachen demografischer Entwicklung meist einen Schritt voraus ist, auf sektorenübergreifende Versorgungsmodelle. Aktuell gibt es nach Angaben des Brandenburgischen Gesundheitsministeriums 25 Krankenhäuser mit geburtshilflichen Abteilungen – Tendenz sinkend. In Bad Belzig hat die Abteilung für Geburtshilfe 2015 geschlossen. 2016 startete eine Gynäkologin in einer neuartigen Kooperationspraxis, die vom Krankenhaus gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) betrieben wird.

Foto: Okzana Kuzmina – fotolia.com

Autor: Angela Mißlbeck
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