Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Vereinfachte Pflegedokumentation soll Alltag werden

Montag, 11. September 2017 – Autor: Angela Mißlbeck
Eines der größten Entbürokratisierungsprojekte im deutschen Gesundheitswesen nähert sich dem Abschluss. Die vereinfachte Pflegedokumentation geht nun in die Verantwortung der Pflegeverbände über.
Vereinfachte Pflegedokumentation

Die Bundesregierung schließt ein Mammutprojekt zur Entbürokratisierung der Pflege ab. – Foto: (c) Agnes Sadlowska

Die Einführung der vereinfachten Pflegedokumentation in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen soll die häufig von Pflegekräften in der Altenpflege beklagte Belastung mit Bürokratie auf ein vernünftiges Maß verringern. Die Politik verbindet damit die Hoffnung, dass die Arbeitszufriedenheit und Motivation von Pflegekräften steigt und sie mehr Zeit für die Versorgung der Pflegebedürftigen haben.

Die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Ingrid Fischbach hat das Entbürokratisierungsprojekt Anfang September in die Verantwortung der Trägerverbände der Pflege übergeben. „Das Projekt ist sicherlich das erfolgreichste Entbürokratisierungsprojekt in der Pflege, das es jemals gegeben hat. Zwar ende das Projekt der Pflegebevollmächtigten am 31. Oktober 2017. „Die konsequente Weiterführung der Entbürokratisierung durch die Trägerverbände werde ich jedoch auch darüber hinaus weiter politisch unterstützen“, kündigte Fischbach an.

Etwa die Hälfte nutzt vereinfachte Pflegedokumentation

Die Pflegebevollmächtigte appellierte an die Trägerverbände, die Umstellung auf die vereinfachte Pflegedokumentationen in den einzelnen Einrichtungen konsequent voranzutreiben. Der bisherige Erfolg solle auch nach Ablauf des Bundesprojekts gesichert sein, so Fischbach. „Deshalb kommt es jetzt darauf an, dran zu bleiben, weiterhin für das vereinfachte Modell zu werben und Einrichtungen bei der Entbürokratisierung zu unterstützen.“

Im August nutzten etwa 11.550 Einrichtungen bundesweit die vereinfachte Pflegedokumentation. Das entspricht den Angaben der Pflegebeauftragten zufolge knapp der Hälfte der Pflegeeinrichtungen.

 

Berliner Institut koordinierte vereinfachten Pflegedokumentation

Bei der Einführung der vereinfachten Pflegedokumentation spielte das Berliner Iges Institut eine zentrale Rolle. Es erstellte einheitliche Schulungsunterlagen, schulte mehr als 800 Multiplikatoren der Trägerverbände, unterstützte die Schulungen der Medizinischen Dienste und Heimaufsichten, erstellte Leitfäden und koordinierte die Unterstützung von Pflegeeinrichtungen auf Bundesebene. Ein Lenkungsgremium aus den Bundesverbänden der Pflegebranche, Bundesländern und Medizinischen Diensten begleitete die Einführung.

Foto: tibanna79 – fotolia.com

Hauptkategorie: Pflege
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Pflege , Pflegedokumentation , Pflegekräfte , Gesundheitspolitik
 

Weitere Nachrichten zum Thema vereinfachte Pflegedokumentation

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Das zeigt sich auch in der Sommerhitze. Ihre Haut ist im Verhältnis zur Körpermasse doppelt so groß. Das macht sie anfällig für Flüssigkeitsverlust und bietet eine enorme Angriffsfläche für die Einwirkung von Sonne und Hitze.

 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin