. Ambulante und stationäre Pflege

Vereinfachte Pflegedokumentation soll Alltag werden

Eines der größten Entbürokratisierungsprojekte im deutschen Gesundheitswesen nähert sich dem Abschluss. Die vereinfachte Pflegedokumentation geht nun in die Verantwortung der Pflegeverbände über.
Vereinfachte Pflegedokumentation

Die Bundesregierung schließt ein Mammutprojekt zur Entbürokratisierung der Pflege ab.

Die Einführung der vereinfachten Pflegedokumentation in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen soll die häufig von Pflegekräften in der Altenpflege beklagte Belastung mit Bürokratie auf ein vernünftiges Maß verringern. Die Politik verbindet damit die Hoffnung, dass die Arbeitszufriedenheit und Motivation von Pflegekräften steigt und sie mehr Zeit für die Versorgung der Pflegebedürftigen haben.

Die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Ingrid Fischbach hat das Entbürokratisierungsprojekt Anfang September in die Verantwortung der Trägerverbände der Pflege übergeben. „Das Projekt ist sicherlich das erfolgreichste Entbürokratisierungsprojekt in der Pflege, das es jemals gegeben hat. Zwar ende das Projekt der Pflegebevollmächtigten am 31. Oktober 2017. „Die konsequente Weiterführung der Entbürokratisierung durch die Trägerverbände werde ich jedoch auch darüber hinaus weiter politisch unterstützen“, kündigte Fischbach an.

Etwa die Hälfte nutzt vereinfachte Pflegedokumentation

Die Pflegebevollmächtigte appellierte an die Trägerverbände, die Umstellung auf die vereinfachte Pflegedokumentationen in den einzelnen Einrichtungen konsequent voranzutreiben. Der bisherige Erfolg solle auch nach Ablauf des Bundesprojekts gesichert sein, so Fischbach. „Deshalb kommt es jetzt darauf an, dran zu bleiben, weiterhin für das vereinfachte Modell zu werben und Einrichtungen bei der Entbürokratisierung zu unterstützen.“

Im August nutzten etwa 11.550 Einrichtungen bundesweit die vereinfachte Pflegedokumentation. Das entspricht den Angaben der Pflegebeauftragten zufolge knapp der Hälfte der Pflegeeinrichtungen.

Berliner Institut koordinierte vereinfachten Pflegedokumentation

Bei der Einführung der vereinfachten Pflegedokumentation spielte das Berliner Iges Institut eine zentrale Rolle. Es erstellte einheitliche Schulungsunterlagen, schulte mehr als 800 Multiplikatoren der Trägerverbände, unterstützte die Schulungen der Medizinischen Dienste und Heimaufsichten, erstellte Leitfäden und koordinierte die Unterstützung von Pflegeeinrichtungen auf Bundesebene. Ein Lenkungsgremium aus den Bundesverbänden der Pflegebranche, Bundesländern und Medizinischen Diensten begleitete die Einführung.

Foto: tibanna79 – fotolia.com

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