. Internationaler CFS-Tag

Ursachen des Chronischen Erschöpfungssyndroms nach wie vor unklar

Zum 22. Mal findet am 12. Mai 2016 der Internationale Tag des Chronischen Erschöpfungssyndroms statt, mit dem auf die Probleme von Betroffenen aufmerksam gemacht werden soll. Selbsthilfeverbände fordern mehr Anerkennung der Erkrankung sowie eine verstärkte Forschung auf dem Gebiet.
Chronisches Erschöpfungssyndrom

In Deutschland sind schätzungsweise 300.000 Menschen vom CFS betroffen

Das Chronische Erschöpfungssyndrom (CFS), seltener als Myalgische Enzephalomyelitis bezeichnet, setzt meist abrupt ein, in einigen Fällen auch schleichend. Oft stehen am Anfang grippeähnliche Symptome wie Hals-, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen. Dazu kommen Störungen der Konzentrationsfähigkeit, ständiges Schwäche- und Schwindelgefühl, sowie in vielen Fällen auch Missempfindungen, Fiebergefühl, Schlafprobleme oder Übelkeit. Im Vordergrund steht aber immer die lähmende Erschöpfung, die oft über Jahre anhält. Aufgrund der Vielzahl der Symptome dauert es häufig lange, bis die Diagnose gestellt wird.

Verschiedene Ursachen für CFS diskutiert

Nach wie vor ist das Chronische Erschöpfungssyndrom weitgehend eine „unsichtbare Krankheit“, da sie kaum mit Labortests oder anderen objektiven Markern nachgewiesen werden kann. Allerdings ist es Forschern vor Kurzem gelungen, im Kernspintomographen Veränderungen im Gehirn von Betroffenen nachzuweisen. Auch die Ursachen des CFS liegen bis heute im Dunkeln. Möglicherweise handelt es sich auch um eine Gruppe verschiedener Erkrankungen mit ähnlichen Auswirkungen. Diskutiert werden als Auslöser Viruserkrankungen, aber auch Pilze, Funktionsstörungen des Hormonsystems, neurologische Erkrankungen, andauernde Überlastungen sowie eine Vielzahl von Umweltgiften. Nachgewiesen werden konnte bisher jedoch keiner dieser Faktoren als eindeutige Ursache des Chronischen Erschöpfungssyndroms.

Obwohl CFS als Begleiterscheinung von psychischen Erkrankungen auftreten kann, gibt es keinen Hinweis, dass das Erschöpfungssyndrom selbst eine Störung dieser Gruppe ist. Zudem könnte es sein, dass die psychischen Symptome vor allem eine Folge der andauernden Erschöpfung sind. Nicht verwechselt werden darf das Chronische Erschöpfungssyndrom zudem mit ähnlichen Erkrankungen wie dem Fatigue-Syndrom und dem Burn-out-Syndrom. Die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt CFS zu den neurologischen Erkrankungen. Viele Experten vermuten als Ursache jedoch ein Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung, neurologischen Veränderungen, einem geschädigten Immunsystem und einer psychischen Disposition.

 

Florence Nightingale litt vermutlich unter dem Chronischen Erschöpfungssyndrom

Der Internationale Tag des Chronischen Erschöpfungssyndroms (CFS-Tag) wird jedes Jahr am 12. Mai begangen. Der Tag erinnert an den Geburtstag der englischen Krankenschwester Florence Nightingale, die seit ihrem 35. Lebensjahr an einem schwerwiegenden Erschöpfungssyndrom litt und fünzig Jahre ihres Lebens ans Bett gefesselt war.

Viele CFS-Patienten leiden nicht nur an den spezifischen Krankheitssymptomen, sondern auch unter sozialen, psychischen und materiellen Folgen sowie dem Unverständnis ihrer Mitmenschen. Der Internationale CFS-Tag soll daher auf die Situation der Betroffenen aufmerksam machen. Zudem fordern Selbsthilfeverbände anlässlich des Gedenktags mehr Forschung zum Thema CFS.

Foto: © Omar Kulos, Fotolia.com

 

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