. Start AltersTraumaZentrum

Unfallchirurgen verbessern Versorgung älterer Menschen nach Unfall

Alte Menschen haben nach Unfällen einen ganz anderen Betreuungsbedarf als jüngere. Dieser Tatsache trägt die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie nun Rechnung und führt deutschlandweit spezialisierte „Alterstraumazentren“ ein.
AltersTraumaZentren: Schulterschluss zwischen Unfallchirurgie und Geriatrie

AltersTraumaZentren: Schulterschluss zwischen Unfallchirurgie und Geriatrie

Experten gehen davon aus, dass sich die Zahl der sogenannten Altersbrüche in den kommenden 20 Jahren verdoppeln bis verdreifachen wird. Darüber hinaus leiden ältere und alte Menschen oft unter altersspezifischen Mehrfacherkrankungen und haben einen ganz anderen Versorgungsbedarf als jüngere. Optimal wäre daher eine Kombination aus unfallchirurgisch und geriatrischer Versorgung unter einem Dach. Um genau das zu gewährleisten und alte Menschen nach einem Unfall besser zu versorgen, hat sich die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) ein neues Konzept einfallen lassen: ein Zertifizierungsverfahren für AltersTraumaZentren. Das Konzept sieht eine strukturierte Zusammenarbeit zwischen Unfallchirurgen und Geriatern vor und wurde von der DGU gemeinsam mit geriatrischen Fachgesellschaften entwickelt.

Unfallchirurgie und Geriatrie - Interdisziplinärer Zusammenarbeit

„Ziel der Unfallchirurgen ist es, die Frakturversorgung unter Berücksichtigung abgestimmter altersspezifischer Behandlungsprozesse zu optimieren und ältere Menschen besser bei der Genesung zu unterstützen“, teilte eine Sprecherin der DGU mit. Ab sofort könnten sich bundesweit Klinken für das Zertifizierungsverfahren anmelden.

Kliniken, die sich zum AltersTraumaZentrum DGU® zertifizieren lassen wollen, müssen verschiedene Kriterien eines mehrseitigen Kriterienkatalogs erfüllen, etwa den Nachweis einer interdisziplinären unfallchirurgisch-geriatrischen Versorgung erbringen. Zudem verpflichten sich die Kliniken zur Teilnahme am AltersTraumaRegister DGU®, das als Instrument zum klinikinternen Qualitätsmanagement und zum Benchmarking mit anderen Kliniken dient. Das AltersTraumaRegister DGU® ist auf Grundlage von international als bedeutsam angesehenen Registerdaten aufgebaut und ermöglicht so auch einen internationalen Vergleich der Ergebnisqualität.

Kliniken können ab sofort am Zertifizierungsverfahren teilnehmen

Nach Angaben der DGU wurde das Zertifizierungsverfahren in einer erfolgreich abgeschlossenen Pilotphase getestet. Das Zertifizierungsverfahren wird von der Akademie der Unfallchirurgie gemeinsam mit einem DAkks akkreditierten Zertifizierungsunternehmen organsisiert. Die herausgebende Stelle für das Zertifikat ist die DGU.

Foto: © spotmatikphoto - Fotolia.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Knochenbrüche , Alter , Unfallchirurgie

Weitere Nachrichten zum Thema Knochenbrüche

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
60-Stunden-Woche für Krankenschwestern, doppelt so lange Wartezeiten beim Hausarzt: Dieses Szenario könnte schon in einem Jahrzehnt Realität werden, wenn das Gesundheitssystem nicht entschlossen reagiert. Schon jetzt ist das Angebot an freien Stellen hier zweieinhalbmal so groß wie der Zahl der Bewerber.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.