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12.08.2021

Trockenes Auge ist Symptom der Wechseljahre

Nahezu zwei Drittel aller Frauen haben in und nach den Wechseljahren mit dem Trockenen Auge zu kämpfen. Das zeigt eine aktuelle Studie aus Spanien.
Besonders bei Bildschirmarbeit kann das Trockene Auge Probleme bereiten

Nahezu zwei Drittel aller Frauen haben in und nach den Wechseljahren mit dem Trockenen Auge zu kämpfen. Das zeigt eine aktuelle Studie aus Spanien mit fast 2.000 Teilnehmerinnen.

Symptome: Die Augen jucken oder brennen, sind gerötet, und immer wieder stellt sich ein störendes Fremdkörpergefühl ein.

Trockenes Auge ist Symptom der Wechseljahre

Bekannt ist, dass sich in der Menopause das Gleichgewicht der Hormone im weiblichen Körper verändert, mit Folgen für die Fruchtbarkeit, den Stoffwechsel, den Schlaf und die Psyche.

Weniger bekannt ist, dass auch die Augen auf die hormonellen Veränderungen reagieren. Das Trockene Auge ist ein Symptom der Wechseljahre. Darauf  macht jetzt die Deutsch Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) in einer Pressemitteilung aufmerksam.

 

Rückgang der Androgene verantwortlich

Für die Entstehung oder Verschlechterung eines Trockenen Auges ist vor allem ein Rückgang der Androgene bedeutsam. "Der fehlende Androgeneinfluss lässt die so genannten Meibomdrüsen, modifizierte Talgdrüsen im Lidrand, die den fettigen Anteil des Tränenfilms produzieren, weniger aktiv werden", erläutert Prof. Elisabeth M. Messmer von der Augenklinik der LMU München.

In der Folge verdunstet der Tränenfilm schneller, was die Symptome des Trockenen Auges und eine schwankende Sehschärfe bei der Computerarbeit, beim Lesen oder Autofahren verursacht.

Es droht ein Tränenmangel

"Da die Androgene auch für die Produktion des wässrigen Tränenfilms aus der Haupttränendrüse und den kleinen Drüsen in der Bindehaut mitverantwortlich sind, droht mit sinkendem Androgenspiegel zugleich ein Tränenmangel", so Messmer. Dieses Defizit kann zur Entzündung der Augenoberfläche und zur Schädigung der Hornhaut führen, was die Sehkraft weiter beeinträchtigt.

"Der zunächst naheliegende Gedanke, dass eine Hormonersatztherapie in den Wechseljahren auch das Trockene Auge lindern könnte, hat sich nicht bestätigt", sagt Messmer. Im Gegenteil: Seit der Women‘s Health Study mit über 25.000 Teilnehmerinnen im Jahr 2001 ist bekannt, dass die Einnahme von Hormonen – vor allem von hochdosierten Östrogenen – die Symptome des Trockenen Auges sogar verstärkt.

Hormon-Augentropfen getestet

"In mehreren Studien wurde die Wirkung von Augentropfen untersucht, die etwa Östrogen oder Testosteron direkt ins Auge bringen", so DOG-Expertin Messmer. Erste Ergebnisse seien ermutigend, allerdings würden noch größere kontrollierte Studien benötigt, um den Effekt zu evaluieren.

Was können Frauen bereits jetzt tun, um Beschwerden zu lindern oder ihnen vorzubeugen? Tränenersatz-Flüssigkeiten ohne Konservierungsstoffe, die in der Apotheke rezeptfrei erhältlich sind, können Symptome des Trockenen Auges oft mildern.

Besonders bei Bildschirm-Arbeit aufpassen

Auch auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme sollte geachtet werden. Bei geringer Luftfeuchtigkeit helfen Luftbefeuchter, Räume mit Staub und Rauch sind zu meiden. "Frauen, die viel am Bildschirm arbeiten, sollten auf einen kompletten Lidschlag achten und ihren Augen zudem regelmäßige Pausen zur Entlastung gönnen", rät Messmer.

In jedem Fall aber sollten Patientinnen mit ausgeprägten oder anhaltenden Beschwerden augenärztlichen Rat einholen, um die individuellen Ursachen des Trockenen Auges und die genaue Zusammensetzung des Tränenfilms untersuchen zu lassen. "Nicht immer reicht ein einfacher Tränenersatz für die Behandlung aus", betont Messmer. Es könne auch die Gabe entzündungshemmender Augentropfen notwendig sein.

Meibomdrüsen gestört? Auf Lidrandpflege achten

Liegt eine Störung der Meibomdrüsen vor, empfiehlt die Münchener Augenärztin eine konsequente Lidrandpflege: "Morgens und abends feuchtwarme Abschminkpads für fünf Minuten auf die Augen legen, dann Unter- und Oberlid mit einem Wattestäbchen sanft in Richtung Lidkante ausstreichen - das löst verdicktes Sekret aus den Meibomdrüsen."

Foto: Adobe Stock/Fizkes

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