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Test auf Hepatitis B und C gehört jetzt zum Check-up 35

Seit Oktober können sich Versicherte beim Gesundheits-Check-up ab 35 Jahren einmalig auf Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Viren testen lassen. Die Infektionen bleiben oft unbemerkt und werden unwissentlich weitergegeben.
Jeder ab 35 kann sich einmal auf Hepatits B und C testen lassen

Seit Oktober können sich Versicherte beim Gesundheits-Check-up ab 35 Jahren einmalig auf Hepatitis-B- und C-Viren testen lassen. Beide Infektionen verlaufen zunächst häufig symptomlos, bleiben lange Zeit unbemerkt und können so unwissentlich weitergegeben werden.

Ein Screening ist wichtig, um die Verbreitung von Hepatitis-Viren zu begrenzen. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) hatte sich lange dafür stark gemacht, schreibt sie in einer Pressemitteilung.

Hepatitis-Viren in Blut und anderen Körperflüssigkeiten

Hepatitis B- und C-Viren sind hochansteckend und werden hauptsächlich über das Blut übertragen, finden sich aber auch in anderen Körperflüssigkeiten. Beide Virustypen können zu chronischen Leberentzündungen führen

"Diese Entzündungen verursachen zunächst oft keine oder nur sehr unspezifische Beschwerden und können daher lange Zeit unentdeckt bleiben", sagt Prof. Frank Lammert, Vorstand für Krankenversorgung der Medizinischen Hochschule Hannover und Präsident der DGVS.

 

Spätfolgen Leberzirrhose oder Leberkrebs

Oft werde eine Infektion mit Hepatitis-Viren erst dann bemerkt, wenn sich bereits Spätfolgen wie eine Leberzirrhose oder Leberkrebs entwickelt hätten. Diese Folgeerkrankungen sind dann nur noch schwer zu therapieren.

"Für die Betroffenen ist es wichtig zu wissen, ob im Falle eines positiven Testergebnisses mit einer Therapie begonnen werden muss. Als Fachgesellschaft haben wir uns dafür stark gemacht, dass bei einer positiv getesteten Probe auch gleich die Viruslast bestimmt wird", erläutert Prof. Heiner Wedemeyer, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover und Mediensprecher der DGVS.

Test auf Hepatitis B und C gehört zum Check-up 35

Für die Behandlung der Virusinfektion stehen hochwirksame und gut verträgliche Wirkstoffe zur Verfügung. "Die Vermehrung von Hepatitis B-Viren lässt sich mithilfe von Virustatika sehr effektiv unterdrücken." Hepatitis C könne durch eine konsequente, acht- bis zwölf-wöchige medikamentöse Therapie häufig sogar vollständig geheilt werden. 

Dass der Test auf Hepatitis B und C nun bevölkerungsweit zum Check-up ab 35 Jahren gehört, bietet nach Ansicht der DGVS die Chance, eine große Zahl bislang unerkannter Infektionen zu diagnostizieren. Schätzungen zufolge lebe hierzulande bis zu einer halben Million Menschen mit einer Virushepatitis. 

Schutzimpfung nur gegen Hepatitis B

Die Schutzimpfung gegen Hepatitis B ist ein weiteres wichtiges Standbein der Hepatitis-Bekämpfung. Die Impfung wird in Deutschland für Säuglinge sowie für Erwachsene in Risikoberufen empfohlen. Für Hepatitis C steht noch keine Impfung zur Verfügung.

Beide Virus-Hepatitiden kommen gehäuft in bestimmten Bevölkerungsgruppen vor. Dazu zählen Menschen, die Drogen spritzen oder gespritzt haben, homosexuelle Männer sowie Migranten aus Ländern mit einer starken Verbreitung von Hepatitis-Viren.

Foto: Adobe Stock/Jarun011

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