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Telemedizin kann Leberkranken helfen

Die Telemedizin hat in den letzten Jahren viele Rückschläge hinnehmen müssen. Nun arbeiten Wissenschaftler im Projekt „d-LIVER“ daran, durch telemedizinische Lösungen die Lebensqualität von chronisch Leberkranken zu verbessern.
Telemedizin für Leberpatienten

Forscher entwickeln telemedizinische Lösungen für Leberpatienten.

Viele Experten glauben, dass die Telemedizin das Gesundheitswesen in Zukunft radikal verändern und die Lebensqualität von chronisch Kranken verbessern wird. Doch noch steckt sie in ihren Kinderschuhen. Ein neues Projekt soll nun dazu beitragen, dass chronisch Leberkranke durch Telemedizin besser betreut werden können.

Nach Angaben der Deutschen Leberstiftung haben über fünf Millionen Menschen in Deutschland eine kranke Leber. Oft sind die Krankheitsverläufe chronisch. Um die Patienten auch außerhalb des Krankenhauses adäquat behandeln zu können, fehlt es bisher jedoch an telemedizinischen Lösungen. Im EU-Projekt „d-LIVER“ entwickeln Forscher des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik IBMT zusammen mit europäischen Partnern ein IT- und zellbasiertes System, mit dessen Hilfe Menschen mit chronischem Leberversagen in den eigenen vier Wänden medizinisch unterstützt werden können. Erste Ergebnisse wurden nun veröffentlicht.

Intelligente Systeme unterstützen Leberpatienten

Am weitesten fortgeschritten sind die Arbeiten am Patientenmanagementsystem. Die Wissenschaftler vereinen hier zum ersten Mal klassische Komponenten der Telemedizin, wie Vor-Ort-Überwachung und Telemonitoring für Ärzte, mit einem System, das bei Entscheidungen unterstützt, der „Care Flow Engine“.

Ein neuer „Personal Health Manager“, der als App heruntergeladen werden kann, führt alle Daten wie Blutdruck, Herzfrequenz, Gewicht, Temperatur und Leberwerte sowie Behandlungspläne, die durch das intelligente System entwickelt wurden, zusammen. „Es geht insbesondere darum, typische Komplikationen, die bei Lebererkrankungen entstehen, optimal zu behandeln“, erklärt Stephan Kiefer, Informatiker am IBMT. Das geschieht durch Tests, Fragen, Aufgaben oder Handlungsanweisungen. So wird der Patient beispielsweise regelmäßig aufgefordert, sein Gewicht und seine Leberwerte zu messen und Gedächtnisaufgaben zu lösen. Das lässt Rückschlüsse zu, wie stark er etwa an Enzephalopathie und Aszites leidet.

 

Telemedizin soll auch anderen Patienten helfen

Das System bewertet die Ergebnisse automatisch, schlägt Anpassungen von Medikamentendosen vor und gibt Handlungsempfehlungen, die dann von Arzt und Patient gemeinsam diskutiert werden. „Die Technologie ist zwar aktuell für Lebererkrankungen angepasst, im Prinzip aber für die telemedizinische Behandlung jeder chronischen Krankheit geeignet. Das bestehende System daraufhin anzupassen, ist unser mittelfristiges Ziel“, erklärt Kiefer. Ein erster Prototyp der IT-Plattform wurde im letzten Jahr von Medizinern mit vielversprechenden Ergebnisse getestet. Aktuell wird eine Studie in Großbritannien mit 20 Leberpatienten vorbereitet.

Foto: © Yantra - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
 

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