. Technikeinsatz in der Altenpflege

Technische Hilfsmittel in der Pflege immer wichtiger

Nicht nur in Krankenhäusern, auch in der Altenpflege kommt dem Einsatz von technischen Hilfsmitteln eine immer größere Bedeutung zu. Der Technikeinsatz betrifft vor allem die EDV-gestützte Dokumentation und Planung und die Telemedizin.
Technikeinsatz in der Altenpflege

Auch in der Altenpflege wird der Umgang mit Computern immer wichtiger.

Dass die Pflege in Krankenhäusern immer stärker durch den Einsatz von Technik gestützt wird, ist schon länger bekannt. Nun hat eine Recherche des iso-Instituts in Saarbrücken ergeben, dass die „Technologisierung der Pflegearbeit“ auch im Bereich der Altenpflege voranschreitet. Für die Studie, die im Rahmen eines von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Forschungsprojekts durchgeführt wurde, werteten die Forscher die internationale Fachliteratur daraufhin aus, welche Auswirkungen der Technikeinsatz auf die Arbeit der Pflegekräfte in der Alten- und Langzeitpflege hat.

Pflegekräfte müssen Arbeit mit dem Computer beherrschen

Die Recherche zeigte, dass sich die Arbeit der Pflegekräfte vor allem durch die Umstellung auf EDV-gestützte Dokumentation und Pflegeplanung gewandelt hat. Offenbar verbessern sich dadurch die Vollständigkeit und die Qualität der Pflegedokumentation. Uneinheitlich wurde in den untersuchten Studien jedoch die Frage beantwortet, ob sich durch den Computereinsatz tatsächlich Zeit in der Pflege einsparen lässt. Zudem stellt die verlangte Beherrschung der entsprechenden Technik eine neue Herausforderung für die Aus- und Weiterbildung der Pflegekräfte dar.

Ein weiterer Trend in der Altenpflege ist die Betreuung von Patienten durch Videotechnologie, die sogenannte Telemedizin. Dadurch können biomedizinische Daten auch über große Entfernungen übertragen und ausgewertet werden; Pflegebedürftige und Angehörige können mittels Telefon- und Videoübertragung durch Fachkräfte angeleitet und beraten werden. Vor allem in dünn besiedelten Regionen gewinnt die Telemedizin an Bedeutung, da hier Pflegeanbieter und Ärzte nicht immer vor Ort sein können.

Technische Hilfsmittel können menschlichen Kontakt nicht ersetzen

Die Telemedizin ist auch in der Lage, Heim- oder Krankenhauseinweisungen über längere Zeit zu vermeiden und den Pflegebedürftigen ein längeres Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Für die Pflegekräfte wandelt sich jedoch die Arbeit, da der unmittelbare pflegerische Kontakt mit den Menschen an Bedeutung verliert. Dies kann auch für die Pflegebedürftigen problematisch werden, da der direkte zwischenmenschliche Kontakt auch für die Gesundheit von Bedeutung sein kann.

Ein weiterer Bereich, in dem der technische Fortschritt eine Rolle spielt, ist der Einsatz von Robotern in der Pflege. Allerdings scheint zurzeit der Robotereinsatz hier zum großen Teil noch Zukunftsmusik zu sein, obwohl es technisch bereits möglich ist, Service- und Pflegeroboter für alltagsunterstützende oder auch direkte pflegerische Leistungen einzusetzen. Eine große Rolle spielt es dabei, dass die technische Unterstützung von den Pflegebedürftigen akzeptiert werden muss. In Deutschland ist diese Akzeptanz noch nicht sehr verbreitet.

Foto: © pablocalvog - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Pflege

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