. Welt-Suizid-Präventionstag 2014

Suizid enttabuisieren: 600 Menschen liegen heute vor dem Brandenburger Tor

600 Menschen werden sich am heutigen Welt-Suizid-Präventionstag vor das Brandenburger Tor legen. Mit der Aktion will die Initiative „600 Leben“ auf die jährlich 600 Selbstmorde von Jugendlichen aufmerksam machen.
Suizid enttabuisieren: 600 Menschen liegen heute vor dem Brandenburger Tor

Das Brandenburger Tor dient am Welt-Suizid-Präventionstag als Kulisse für eine spektakuläre Aktion gegen Suizide

Anlässlich des Welt-Suizid-Präventionstag 2014 hat sich die Initiative „600 Leben“ eine spektakuläre Aktion ausgedacht. Um 14 Uhr werden sich nach dem Ertönen einer Hupe 600 Menschen vor das Brandenburger Tor legen und erst wieder aufstehen, wenn ihnen die Hand gereicht wird. Damit will die Initiative auf die Suizide von Jugendlichen aufmerksam machen. Laut Statistik sterben in Deutschland jedes Jahr 600 Menschen unter 25 Jahren an Suizid. Damit ist Suizid die zweithäufigste Todesursache bei jungen Menschen zwischen 10 und 24 Jahren. Durch Suizid sterben mehr Menschen dieser Altersgruppe als durch Verkehrsunfälle, Drogen und HIV/Aids zusammen.

Jedes Jahr nehmen sich in Deutschland 600 junge Menschen das Leben

„Wir verlieren jedes Jahr 600 junge Leben durch Suizid. Trotzdem bleibt das Thema ein Tabu. Das wollen wir ändern“, heißt es auf der Internetseite von 600Leben, die von elf Berliner Verbände aus dem Bereich Suizidprävention und Seelische Gesundheit getragen wird, darunter die Caritas und der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin. Unterstützt wird die Aktion auch durch die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS). Erklärtes Ziel des Bündnisses: Ein Zeichen gegen die Tabuisierung von Suizid und Depression setzen, damit künftig weniger Menschen durch Suizide sterben. Treffpunkt für die Aktion am Brandenburger Tor ist der Pariser Platz. Nach der Aktion stehen Experten zur Diskussion bereit.

Die WHO hat den Welt-Suizid-Präventionstag erstmals 2003 ausgerufen

Der Welt-Suizid-Präventionstag wurde am 10. September 2003 erstmals von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufen. Seither wird er jedes Jahr am 10. September von der International Association for Suicide Prevention (IASP) durchgeführt. Laut WHO ist der Suizid eines der größten Gesundheitsprobleme der Welt. Rund eine Million Menschen begehen nach WHO-Zahlen weltweit jährlich Suizid. Die WHO kritisiert, dass Suizidprävention in vielen Ländern nur unzureichend betrieben wird und das Thema immer noch tabuisiert wird. Das Motto des diesjährigen Welt-Suizid-Präventionstags ist ‘Suicide Prevention: One World Connected.’ Es unterstreicht die Tatsache, dass Zusammenarbeit auf mehreren Ebenen notwendig ist, um Suizide zu bekämpfen.

Foto: © Sergii Figurnyi - Fotolia.com

Hauptkategorien: Prävention und Reha , Berlin , Medizin

Weitere Nachrichten zum Thema Suizid

| Suizid bei Kindern ist nach wie vor ein Tabuthema - zu schrecklich scheint es zu sein, um darüber zu reden. Daher weiß man relativ wenig über die Hintergründe. Nun haben Forscher die Motive für Selbsttötungen von Kindern genauer untersucht.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Bei Frauen mit genetisch bedingtem Lungenhochdruck kann Östrogen eine Rolle bei der Erkrankung spielen. Experimente zeigen nun, dass Medikamente, die das Östrogen hemmen, der Erkrankung vorbeugen und auch zu ihrer Behandlung dienen können.
Knapp drei Millionen Tiere sterben in Deutschland jedes Jahr für die Forschung – viele davon umsonst, weil sich die Ergebnisse aus Tierversuchen oft nicht auf Menschen übertragen lassen. Nun wurde ein Modellsystem ausgezeichnet, das Tierversuche in der Schlaganfallforschung ersetzen soll.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender

Vivantes Klinikum im Friedrichshain, Raum 12.109/110 im Erdgeschoss, Landsberger Allee 49, 10249 Berlin
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.