Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Stürze im Alter oft folgenschwer

Mittwoch, 4. September 2013 – Autor:
Ältere Menschen haben ein erhöhtes Unfallrisiko – und das nicht nur im Straßenverkehr. Stürze ereignen sich oftmals zu Hause. Mit ein paar einfachen Tricks lassen sich die Unfallgefahren im Haushalt reduzieren.
Stürze im Alter oft folgenschwer

Stürze gehören zu den häufigsten Verletzungsursachen bei älteren Menschen

Das Alter hat seine Schattenseiten. Die Seh- und Hörfähigkeit lassen früher oder später nach und die Muskulatur nimmt ab. Das führt zu einer allgemeinen Unsicherheit beim Stehen und Gehen und gleichzeitig zu einer verminderten Reaktionsgeschwindigkeit. Im Straßenverkehr sind Senioren nach jungen Erwachsenen die zweitgrößte Risikogruppe. Oft können sie nicht mehr rechtzeitig reagieren, übersehen oder überhören wichtige Signale und leiden häufig unter Gleichgewichtsstörungen und Schwindel, die einen Sturz begünstigen. Aber auch im Haushalt ereignen sich oft schwere Unfälle. Stürze – egal, wo sie sich ereignen - sind bei alten Menschen oft folgenschwer. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) sterben jedes Jahr mehr als 5.000 Menschen über 65 Jahre an den Folgen ihrer Verletzungen.

Stürze sind die Sorgenkinder des Alters

„Jeder dritte bis vierte Patient über 85 Jahre mit hüftgelenksnaher Fraktur verstirbt innerhalb des ersten Jahres“, sagt Professor Dr. Florian Gebhard von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU). „Insbesondere im Straßenverkehr überschätzen sich viele. Sie übersehen wichtige Signale oder überhören herannahende Fahrzeuge“, ergänzt Gebhard, der als Ärztlicher Direktor der Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum in Ulm tätig ist. Besondere Vorsicht sei deshalb im Straßenverkehr geboten.

Ältere Menschen könnten darüber hinaus einiges tun, um Verletzungen durch Stürze zu vermeiden. Das A & O sei, auch im Alter eine gute körperliche Fitness zu erhalten. „Hier helfen regelmäßige Spaziergänge, ein Muskelaufbautraining und bestenfalls Ballsportarten, die die Reaktionsfähigkeit schulen“, rät der Unfallchirurg. „Einerseits schützen Muskeln das Skelett und die Gelenke. Andererseits hat der Betroffene mehr Kraft, um sich abzufangen, und er kann schneller reagieren.“

 

Zehn Tipps: Stolperfallen im Haushalt beseitigen

Wie ältere Menschen mit zehn einfachen Tricks Unfallgefahren im Haushalt reduzieren, hat die DGU zusammengefasst:

  • Auf dicke Teppiche und andere Stolperfallen wie herumliegende Gegenstände verzichten.
  • Teppiche Gegebenenfalls mit doppelseitigem Klebeband sichern
  • Treppen und andere rutschige Flächen mit Teppichfliesen rutschsicher machen
  • Erste und letzte Stufe der Treppe kennzeichnen
  • Die Beleuchtung im Haus optimieren
  • Wasserlachen im Bad sofort entfernen
  • Selbstklebende Antirutschbänder an Fliesen und in Badewannen/Duschen anbringen
  • Haltegriffe an Badewanne und Dusche anbringen
  • Bei häufigen Schwindelanfällen in der Dusche eine Sitzmöglichkeit anbringen
  • Bei Leitern auf Qualitätsmängel achten und Überkopf-Arbeiten meiden

Über eine barrierarme Gestaltung des Wohnraums und weitere Themen rund ums Alter informiert am 4. und 5. September auch der Demografiekongress in Berlin. http://www.der-demografiekongress.de

Foto: © Robert Kneschke - Fotolia.com

Hauptkategorien: Demografischer Wandel , Medizin , Pflege
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Alter , Altersgerechtes Wohnen , Demografie , Unfallchirurgie
 

Weitere Nachrichten zum Thema Pflege

24.05.2016

In Folge des Alterungsprozesses kommt es bei vielen Menschen zur Gebrechlichkeit, einem komplexen Syndrom, das bei Therapieentscheidungen berücksichtigt werden sollte. Eine Studie hat nun gezeigt, dass Ärzte sehr gut auf den ersten Blick erkennen können, wer gebrechlich ist und wer nicht.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Menschen mit Adipositas leiden oft nicht nur unter einer Stigmatisierung durch die Gesellschaft und einer eingeschränkten Lebensqualität. Sie besitzen auch ein höheres Risiko für Folgeerkrankungen, zeigt eine Studie der TU München.


 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin