Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
13.06.2017

Studienlage spricht für elektrische Zahnbürsten

Elektrisch oder per Hand? Die Frage nach der richtigen Zahnbürste stellt sich täglich. Eine Entscheidungshilfe könnten wissenschaftliche Studien sein.
Welche ist besser? In Sachen Plaque und Gingivitis schneiden elektrische Zahnbürsten besser als manuelle

Welche ist besser? In Sachen Plaque und Gingivitis schneiden elektrische Zahnbürsten besser als manuelle

Zähneputzen ist ein tägliches Ritual. Dabei stellt sich die Frage, ob elektrische Zahnbürsten besser als Handzahnbürsten sind, um den bakterienhaltigen Zahnbelag, den sogenannten Plaque, zu entfernen. Viele Zahnärzte raten zur elektrischen Bürste. Elektrische Zahnbürsten sind jedoch wesentlich teurer. Nicht nur das Gerät, auch die Zahnbürsten selbst kosten oft das Vielfache einer klassischen Zahnbürste. Dennoch scheinen sich die Kosten zu lohnen. Das zeigt ein Blick auf die wissenschaftliche Studienlage.

Cochrane Review durchforstet 56 Studien

Die Cochrane Oral Health Group hatte 56 Studien mit 5.068 Teilnehmern analysiert, in denen elektrische versus manuelle Zahnbürsten untersucht wurden. Das Augenmerk legten die Wissenschaftler auf das Auftreten von Plaque auf den Zähnen sowie Gingivitis (Zahnfleischentzündung). Der Großteil der Studien wurde mit Erwachsenen durchgeführt und in mehr als 50Prozent der Studien kam eine elektrische Zahnbürste mit einer rotierend-oszillierenden Funktionsweise zur Anwendung, bei der sich also der Bürstenkopf abwechselnd in die eine und in die andere Richtung dreht.

Addiert man nun alle Studienergebnisse zusammen, ergibt sich folgendes Bild: Bereits ein Monat elektrisches Putzen verringerte den Zahnbelag um elf Prozent gegenüber dem manuellen Putzen, nach drei Monaten sogar um 21 Prozent. Gingivitis ging nach ein bis drei Monaten um sechs Prozent zurück und nach über drei Monaten um elf Prozent. Die Autoren bewerten die Evidenz für Plaque und Gingivitis als moderat.

 

Langzeitergebnisse unklar

Über die langfristige Nutzung von elektrischen Zahnbürsten wurde zu wenig berichtet, als dass die Autoren des Cochrane Reviews eindeutige Rückschlüsse hätten ziehen können. Auch über das Auftreten von Karies – der häufigsten und schmerzhaftesten Folge von unzureichender Mundhygiene – gaben die analysierten Studien nichts her.

Plaque ist die Hauptursache für Zahnfleischentzündungen und auch an der Entwicklung von Parodontitis beteiligt. Hierbei handelt es sich um eine schwerwiegende, chronische  Zahnfleischerkrankung, die den Zahnhalteapparat betrifft. Darüber hinaus kann der bakterielle Zahnbelag auch zu Karies – also Löchern im Zahn - führen. Karies ist zusammen mit Zahnfleischerkrankungen die Hauptursachen für Zahnverlust.

Foto: © Drobot Dean - Fotolia.com

Autor: ham
 

Weitere Nachrichten zum Thema Mundgesundheit

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Bei starkem Übergewicht kann ein Magenbypass zu einer bedeutenden Gewichtsabnahme führen. Ärzte aus Gießen nutzen für die Operation jetzt den OP-Roboter daVinci. Das sind die Vorteile.

Geschwollene Hubbel, kreisförmige Rötungen und – besonders lästig – der Juckreiz: Mit ihrer zarten Haut und ihren zarten Gefühlen haben Mückenstiche für Kinder eine ganze andere Dramatik als für Erwachsene. Hier ein paar Tipps für Eltern, um schnell und wirksam etwas dagegen zu tun.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin