. Multiple Sklerose

Studie bestätigt Bedeutung von Vitamin D bei MS

Dass es einen Zusammenhang zwischen Multipler Sklerose (MS) und Vitamin-D-Mangel gibt, konnten schon einige Studien belegen, allerdings war bisher unklar, was Ursache und was Wirkung ist. Eine neue Studie scheint etwas Licht ins Dunkel zu bringen.
Vitamin-D-Mangel könnte MS begünstigen

Menschen mit MS haben häufig niedrige Vitamin-D-Spiegel im Blut

Ein Mangel am „Sonnenhormon“ Vitamin D soll mit verschiedenen Erkrankungen in Zusammenhang zu stehen. So werden immer wieder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Asthma und sogar Krebs mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel in Verbindung gebracht. Vor allem bei Multipler Sklerose (MS) scheint es einen klaren Zusammenhang zu geben. Allerdings war bisher umstritten, wie hier die Kausalität verläuft, ob also Menschen mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel im Serum ein erhöhtes Risiko für MS haben oder der niedrige Spiegel eher eine Folge der Erkrankung ist. Forscher um Brent Richards vom Jewish General Hospital in Montreal wollten nun herausfinden, ob ein Vitamin-D-Mangel tatsächlich die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung einer MS erhöht.

Genvarianten erhöhen MS-Risiko

Die Forscher untersuchten vier Genvarianten, die dazu beitragen, dass der Körper weniger Vitamin D als üblich produziert. Wie sich zeigte, hatten Menschen, die genetisch weniger Vitamin D synthetisierten, tatsächlich ein höheres Risiko, eine MS zu entwickeln. Ob allerdings eine Substitution mit Vitamin D die Entstehung von MS hinauszögern oder gar verhindern kann, konnten die Forscher nicht nachweisen.

Studienautor Richards rät dennoch, Menschen, die aufgrund von MS-Fällen in ihrer Familiengeschichte ein erhöhtes Risiko für die Erkrankung haben, ihren Vitamin-D-Status bestimmen zu lassen und einen möglichen Mangel mit Vitamin-D-Präparaten auszugleichen. Wer hingegen bereits unter MS leidet, dem scheint das „Sonnenvitamin“ nicht zu helfen. Mehrere Studien konnten zeigen, dass die Einnahme von Vitamin D die Anzahl der Schübe nicht senkt. Dennoch könnte es sein, dass ein Vitamin-D-Mangel den Ausbruch der Erkrankung begünstigt.

Im Herbst noch Vitamin D tanken

In den Sommermonaten haben die meisten Menschen genug Vitamin D im Blut. So reichen bei hellhäutigen Menschen schon etwa zehn Minuten Sonnenlicht auf Teilen der Haut aus, um das Vitamin in ausreichender Menge zu bilden. Im Winter sieht dies schon anders aus. Die Lichtintensität reicht dann nicht aus, um die körpereigene Produktion überhaupt in Gang zu setzen. Zwar kann der Körper das Vitamin über einige Monate speichern, aber damit die Vorräte bis zum nächsten Frühjahr reichen, raten Experten, die Haut auch noch in den Monaten September und Oktober täglich mindestens 10 bis 20 Minuten der Sonne auszusetzen; bei Menschen mit dunklerer Haut sollten es sogar 15 bis 25 Minuten sein.

Foto: © goir - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Vitamin D

Weitere Nachrichten zum Thema Multiple Sklerose

| Zur Behandlung der schubförmig-remittierenden Multiplen Sklerose könnte bald eine weitere orale Therapie zur Verfügung stehen. Das wissenschaftliche Beratergremium der Europäischen Arzneimittelagentur hat für Cladribin ein positives Votum gegeben.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Antibiotika-Resistenzen werden zu einem immer größer werdenden Gesundheitsproblem. Als mögliche Alternativen gelten Bakteriophagen. Nun wurde eine Forschungsinitiative gestartet, um Bakteriophagen als zugelassenes Arzneimittel zu etablieren.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender

KZV Berlin, großer Sitzungssaal, Georg-Wilhelm-Straße 16, 10711 Berlin
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.
Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern der Homöopathie sind verhärtet. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Homöopathie-Kritikerin Dr. med. Natalie Grams über wissenschaftliche Prinzipien und den verbreiteten Wunsch nach medizinischen Alternativen gesprochen.
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.