Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
02.08.2016

Ständige Erreichbarkeit belastet auch die Partner

Jeder vierte Berufstätige muss heute für Arbeitgeber oder Kunden ständig erreichbar sein. Die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) hat nun die Folgen davon untersucht. Das Ergebnis: Auch die Partner leiden.
Ständig erreichbar: Auswirkungen auf Familienleben und Partnerschaft

Ständig erreichbar: Auswirkungen auf Familienleben und Partnerschaft

Wer heute Karriere machen will, hat es ständig in der Tasche: Das Smartphone, um ja keinen Anruf zu verpassen. So werden auch im Urlaub oder Bett noch E-Mails gecheckt und Geschäfte abgewickelt. Abschalten geht anders. Die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) hat nun die Folgen der ständigen Erreichbarkeit untersucht. Demnach leiden die ständig erreichbaren Berufstätigen häufiger unter schlechterem Schlaf als die, die ihr Smartphone ausschalten dürfen. Sie kommen auch signifikant seltener zu Ruhe, können sich schlechter erholen oder gedanklich von der Arbeit lösen. Wenn Erholungsphasen fehlen, um die Batterien wieder aufzuladen, ist das auf Dauer nicht gesund, schreiben die Studienautoren - auch wenn die Beschäftigten selbst die ständige Erreichbarkeit gar nicht als negativ empfinden.

Partner im Alltag beeinträchtigt

Interessant ist, dass die Wissenschaftler bei ihrer Untersuchung auch die Partner befragten. 68 Prozent von ihnen gaben an, durch die Erreichbarkeit ihres Lebensgefährten beeinträchtigt zu sein. Das beginnt bei familiären Verpflichtungen, der gemeinsamen Urlaubsgestaltung und beeinträchtigt demnach auch die eigenen Schlaf- und Ruhepausen – unabhängig davon, ob sie die ständige Erreichbarkeit ihres Partners außerhalb der regulären Arbeitszeiten begrüßen oder ablehnen.

 

Regelungen für Erreichbarkeit gewünscht

Sollten Arbeit und Freizeit also wieder strikter voneinander getrennt werden? 60 Prozent der Befragten bejahten das und wünschten gesetzliche oder betriebliche Regelungen für die Erreichbarkeit. Bei den Partnern war die Ansage noch deutlicher. Fast 70 Prozent der Lebensgefährten gaben an, Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeiten sollte komplett entfallen.

Für die Studie wurden 125 Berufstätige untersucht sowie deren Lebensgefährten befragt. Die Untersuchung schließt an die 2013 veröffentlichte iga.Studie "Auswirkungen von ständiger Erreichbarkeit und Präventionsmöglichkeiten" an. Das zweiteilige Forschungsprojekt ist eines der ersten, das die Auswirkungen ständiger Erreichbarkeit wissenschaftlich untersucht. Auch die Entwicklung von Präventionsangeboten gehört zu dem Forschungsprojekt.

Foto: © micromonkey - Fotolia.com

Autor: ham
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Stress
 

Weitere Nachrichten zum Thema Smartphones

06.06.2016

US-Wissenschaftler veröffentlichten Teil-Ergebnisse einer 25-Millionen-Dollar teuren Studie, die den Zusammenhang von Handy-Strahlung und Krebs untersuchte. Ratten, die elektromagnetischen Feldern ausgesetzt waren, entwickelten eher seltene Tumoren.

22.05.2016

Ob Smartphone, Tablet oder PC: Das blaue Licht der elektronischen Geräte lässt Menschen schlecht (ein-) schlafen. Besonders Menschen mit ADHS sollten am Abend die Finger davon lassen.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Vor der Covid-19-Impfung Schmerzmittel einzunehmen, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden, ist nicht ratsam. Denn Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol könnten die Wirkung des Impfstoffs beeinflussen. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln direkt nach der Impfung könnte die Immunantwort abschwächen.

Was viele sich lange wünschten, wurde unter dem Druck der Pandemie Wirklichkeit: Arbeiten im Homeoffice. Doch jetzt zeigt sich: Die neue Freiheit ist nicht immer auch gesund. Mehr als ein Drittel der Heimarbeiter klagt über Rückenschmerzen und andere Beschwerden. Auch der negative Stress wird mehr.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin