Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
21.12.2018

Sport kann den Blutdruck so gut senken wie Medikamente

Bestimmte Sportarten senken den Blutdruck. Sie könnten damit gegen Bluthochdruck (Hypertonie) ebenso wirksam eingesetzt werden wie Medikamente. Das ist das Ergebnis einer britischen Studie.
fitness, fitness-trainer, fitness-studio, aktive senioriniorien

Wer sich fit hält, tut auch etwas gegen einen zu hohen Blutdruck

Bestimmte Sportarten lassen sich zur Behandlung von Bluthochdruck (Hypertonie) einsetzen. Sie senken den systolischen Druck ebenso gut wie Medikamente. Das ist das Ergebnis einer britischen Meta-Studie  Dafür werteten die Forscher um Dr. Huseyin Naci von der London School of Economics und Political Science die Daten von 391 bereits vorliegenden Untersuchungen zu dem Thema aus.

Die eine Hälfte befasste sich mit der Auswirkung von Medikamenten auf die Senkung des systolischen Blutdrucks, die andere mit der Wirksamkeit von Trainings-Programmen. Insgesamt nahmen daran 39.742 Personen teil.

Gehen, Joggen, Radfahren oder Schwimmen

Ausdauertraining wie Gehen, Joggen, Laufen, Radfahren oder Schwimmen senkte den systolischen Druck im Schnitt um 4,88 mmHg, isometrische Übungen, bei der die Muskeln gezielt angespannt werden, erzielten einen Rückgang um 5,65 mmHg, Widerstandsübungen etwa mit Hanteln einen Rückgang von 3,50 mmHg und die Kombination von Ausdauer- und Widerstands-Training einen Rückgang von 6,49 mm Hg.

Die blutdrucksenkenden Medikamente zeigten ebenfalls verschiedene Wirkungsgrade: ACE-Hemmer senkten den systolischen Blutdruck im Schnitt um 7,33 mmHg, Calciumkanalblocker um 10,58 mmHg, Angiotensin-2-Rezeptorblocker (Sartane) um 8,14 mmHg und Diuretika um 8,06 mmHg.

 

Sport kann den Blutdruck so gut senken wie Medikamente

Das Sport-Programm verringerte den systolischen Druck im Schnitt um durchschnittlich 4,84 mmHg, medikamentöse Blutdrucksenker erreichten einen Rückgang von durchschnittlich 8,80 mmHg. An den Studien nahmen Bluthochdruck-Patienten und Patienten mit normalen Blutdruck teil. Beschränkten sich die Untersuchungen auf die Probanden mit höherem Blutdruck schien Bewegung sogar genauso effektiv zu sein wie die Medikamente.

Das heißt, Sport kann den Blutdruck ebenso gut senken wie die Arzneien. Obwohl die Ergebnisse vielversprechend sind, sollten die Patienten nicht auf die Idee kommen, ihre blutdrucksenkenden Medikamente zugunsten eines Trainingsprogramms abzusetzen, warnen die Wissenschaftler.

Bei leichtem Bluthochdruck kann schon Abnehmen helfen

Bei Patienten mit leichter Hypertonie wird indes eine nicht medikamentöse Therapie bevorzugt. Diese umfasst körperliche Betätigung sowie diätetische Interventionen und Gewichtsverlust, wenn der Patient übergewichtig oder fettleibig ist. Andere nicht medikamentöse Interventionen wie Meditation könnten ebenfalls versucht werden.

Medikamente können nach Bedarf hinzugefügt werden. Selbst wenn Medikamente benötigt werden, sollten auch Bewegung und Gewichtsabnahme Teil der Behandlung sein, raten die Mediziner. Die aktuelle Studie erschien im British Journal of Sports Medicine.

Foto: auremar/fotolia.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Bluthochdruck
 

Weitere Nachrichten zum Thema Bluthochdruck

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Bluthochdruck ist immer behandlungsbedürftig, auch milde Formen und der Altershochdruck, die so genannte isolierte systolische Hypertonie. Das sagt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Hochdruckliga Prof. Dr. Martin Hausberg. Warum eine Änderung des Lebensstils oft schon ausreicht, erklärt der Bluthochdruck-Experte anlässlich des Welt-Hypertonietags am 17. Mai.
 
Weitere Nachrichten
Noch nie haben sich in Deutschland so viele Menschen nach Zeckenbissen im Grünen mit Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) angesteckt wie 2020 – und Experten befürchten eine weiter steigende Tendenz. Neu ist: Die nur durch Zecken übertragene und im schlimmsten Fall tödliche Form der Hirnhautentzündung wandert Richtung Norden – und tritt in der Natur verstärkt in größeren Höhen auf.


In den vergangenen 30 Jahren hat sich der Anteil der Geburten per Kaiserschnitt in Deutschland fast verdoppelt – auf zuletzt fast 30 Prozent. Der Richtwert der WHO liegt bei 15 Prozent. Geburtsspezialisten der Medizinischen Hochschule Hannover raten jedoch, pro und contra in jedem Einzelfall besonnen gegeneinander abzuwägen. Ein Kaiserschnitt sei „nicht automatisch besser“ und „in vielen Fällen medizinisch nicht notwendig“.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin