Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
02.08.2018

Schwangerschaft nach Brustkrebs offenbar kein Risiko

Brustkrebs trifft etliche junge Frauen mit Kinderwunsch. Die Sorge, dass eine Schwangerschaft den Krankheitsverlauf beeinflussen könnte, ist nach einer neuen Studie unbegründet. Eine bestimmte Untergruppe hat demnach sogar einen Überlebensvorteil.
Brustkrebs, schwanger

Viele Frauen wollen auch nach einer Brustkrebserkrankung schwanger werden. Nach einer neuen Studie spricht nichts dagegen

Brustkrebs ist die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Rund ein Viertel erkrankt im gebärfähigen Alter. Aber ist Kinderwunsch und eine Brustkrebserkrankung vereinbar? Bisher wird die Frage kontrovers diskutiert. Doch nun zeigt eine neue Studie, dass aus medizinischer Sicht jedenfalls kein Anlass zur Sorge besteht. Danach haben Frauen, die nach der Brustkrebsdiagnose schwanger werden, kein erhöhtes Risiko für einen schlechteren Krankheitsverlauf oder früher zu sterben. Auch Fehlgeburten oder die Stilldauer hatten keinen Einfluss auf das Überleben.

Nasch sieben Jahren kein Unterschied

In der Studie waren 333 Brustkrebspatientinnen eingeschlossen, die nach ihrer Brustkrebsdiagnose schwanger geworden waren. Als Kontrollgruppen dienten 874 Brustkrebspatientinnen, die ähnliche Eigenschaften aufwiesen, aber nie schwanger waren. In beide Gruppen wurden Patientinnen aufgenommen, die entweder an ER-positivem oder ER-negativem Brustkrebs litten. ER steht für Östrogenrezeptor, der bei ER-positivem Brustkrebs als Krebstreiber gilt.

Etwa sieben Jahre nach der Schwangerschaft der 333 Patientinnen verglichen die Forscher das progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben der beiden Gruppen. Bei der krankheitsfreien Zeit zeigten sich keinerlei Unterschiede, egal an welcher Brustkrebsform die Patientinnen litten.

Schwangerschaft günstiger bei ER-negativem Brustkrebs

Für das Gesamtüberleben spielte die Brustkrebsform jedoch eine Rolle: Während zwischen schwangeren und nicht schwangeren Patientinnen mit ER-positivem Brustkrebs keine Unterschiede im Gesamtüberleben festgestellt wurden, hatten Frauen mit ER-negativem Brustkrebs einen leichten Überlebensvorteil, wenn sie schwanger gewesen waren.

Ob weitere Effekte einen Einfluss auf das Überleben der Frauen nahmen, untersuchten die Forscher in zusätzlichen Analysen. Dabei zeigte sich, dass weder Fehlgeburten noch die Zeit bis zum Eintreten der Schwangerschaft oder die Stilldauer eine Rolle spielten.

„Brustkrebspatientinnen haben durch eine Schwangerschaft also auf lange Sicht keine nachteiligen Auswirkungen auf das Überleben zu fürchten, wie diese Studie zeigte“, schlussfolgern die Autoren der Studie „Long-term Safety of Pregnancy Following Breast Cancer According to Estrogen Receptor Status“. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Journal of the National Cancer Institute veröffentlicht.  

Foto: © WavebreakmediaMicro - Fotolia.com

 
Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Schwangerschaft , Krebs , Brustkrebs
 

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs und Schwangerschaft

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten
Eine Zecke auf der Haut ist erst mal kein Grund zur Panik. Aber es ist wichtig, sie nach einer Entdeckung schnell und vor allem mit dem richtigen Instrument und der richtigen Technik zu entfernen. Je früher es geschieht, desto geringer ist die Gefahr, sich mit Borreliose zu infizieren. Beim Entfernen muss man aber ein paar Punkte beachten.


Sie wiegen so viel wie unser Gehirn und viel mehr als unser Herz – und sind genauso lebenswichtig: die Darmbakterien. Sie verdauen unser Essen, entsorgen Giftstoffe und schützen uns als Teil des Immunsystems vor Krankheitserregern. Mit seiner Ernährung hat es der Mensch selbst in der Hand, ob er dieses unsichtbare „Organ“ schwächt – oder stärkt.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin