. Aktionstag gegen den Schmerz

Schmerztherapeuten bieten Telefon-Hotline

Das Gesundheitssystem muss auch für Schmerzpatienten funktionieren. Das fordert die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. im Vorfeld des diesjährigen bundesweiten „Aktionstag gegen den Schmerz“ am 7. Juni.
Aktionstag gegen Schmerzen

Schmerzpatienten brauchen adäquate Versorgung.

„Wir wollen erreichen, dass das Gesundheitssystem für die Schmerzpatienten da ist - oftmals läuft es derzeit leider umgekehrt,“ so Professor Michael Schäfer, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft. „Gerade im Bereich Schmerz haben wir es bei vielen Millionen Menschen mit einer starken Unter- und Fehlversorgung zu tun“, kritisiert Schäfer. Zwar habe die Gesundheitspolitik, zum Beispiel mit der Resolution der jüngsten Gesundheitsministerkonferenz der Länder, wesentliche Signale gesetzt, doch insgesamt bleibe viel zu tun, so der Schmerzexperte.

Viele Informationen für Schmerzpatienten

Der Geschäftsführer der Schmerzgesellschaft, Thomas Isenberg, ergänzt: „Die Patientenperspektive ist enorm wichtig!“ Er verweist auf die zahlreichen Materialien für Patienten, die die Gesellschaft anbietet. Dazu zählt auch die schmerzApp, eine deutschsprachige App für Smartphones mit wichtigen Informationen rund um das Thema Schmerz, eine Online-Übersicht über die regionalen Selbsthilfegruppen und Ansprechpartner von SchmerzLOS e. V. und die Online-Patienteninformation der Deutschen Schmerzgesellschaft mit ausführlichen Texten. In gedruckter Form liegen das Faltblatt „Schmerz verstehen“ und der Patientenratgeber „Schmerz – eine Herausforderung“ für Betroffene und Angehörige vor.

 

Informationsveranstaltungen und Telefonhotline zum Schmerz

Zum Aktionstag gegen den Schmerz finden bundesweit rund 300 Veranstaltungen in Krankenhäusern, Apotheken, Pflegeheimen und Arztpraxen statt. Zudem hat die Schmerzgesellschaft rund 200 Schmerztherapeuten für eine kostenlose Telefonhotline gewonnen. Am 7. Juni von 9:00 bis 18:00 Uhr sind unter der Rufnummer 0800-18 18 120 zehn Telefonleitungen gleichzeitig für die Patientenhotline geschaltet. Zusätzlich gibt es ein Expertentelefon für Pflegekräfte: Unter 0800-18 18 129 beraten Pflegefachkräfte ihre Kollegen.

Rund 20 Prozent der Menschen in Europa leiden nach Angaben der Deutschen Schmerzgesellschaft unter Schmerzen, die länger als drei Monate anhalten und damit als chronische Schmerzen gelten. Neun Prozent der chronischen Schmerzpatienten sind täglich von den Einschränkungen betroffen. Die gesellschaftlichen Kosten dieser Krankheit betragen rund 1,5 bis 3 Prozent des europäischen Bruttoinlandprodukts.

Foto: sk_design - fotolia.com 

Autor: Angela Mißlbeck
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Schmerzen , Rückenschmerzen , Kopfschmerzen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Schmerzen

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Abermals bestätigt eine Studie: Sonnenlicht beeinflusst den Verlauf von Multiple Sklerose positiv. Der Vitamin-D-Spiegel scheint dabei aber nicht die einzige Rolle zu spielen. Die Studienautoren konnten eine weitere Ursache für die Effekte von UV-Licht identifizieren.
Bislang sind zwei Impfstoffe in Deutschland zugelassen, von Biontech/Pfizer und Moderna. Der Impfstoff von AstraZeneca könnte ab Ende Januar erhältlich sein. Das unterscheidet die Impfstoffe.
Schon vergessen? Der Beginn des neuen Jahres ist gerade einmal zwei Wochen her. Jetzt wäre es an der Zeit, mit den da gefassten guten Vorsätzen ernst zu machen: Jeder Dritte will 2021 gesünder leben und mehr Sport treiben; jeder Fünfte will nach den Feiertagsgelagen abspecken. Manche sagen: Eine mindestens so große Kunst wie das Abnehmen ist es, das erreichte Gewicht auf Dauer zu halten. Hier ein paar Tipps dafür.
 
 
. Interviews
Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.
Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.