Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
22.11.2015

Schleimbeutelentzündung: Druckverband und NSAR reichen aus

Eine Schleimbeutelentzündung kann man sich leicht einfangen, meist durch dauerhafte einseitige Belastung. Welches Verfahren sich am besten für die Behandlung eignet, haben nun koreanische Forscher untersucht.
Schleimbeutelentzündung behandeln

Eine Schleimbeutelentzündung lässt sich am besten mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) behandeln

Eine Schleimbeutelentzündung (in der Fachsprache „Bursitis“ genannt) entsteht meistens durch starke und einseitige Beanspruchung der Gelenke, beispielsweise der Schultern, des Ellenbogens oder der Knie. Anfangs macht sich die Entzündung meist durch ein leichtes Reibungsgefühl bemerkbar, doch im Verlauf können starke Schmerzen, Hitzegefühle und Rötungen auftreten. Bevor in schweren Fällen eine Operation in Erwägung gezogen wird, werden verschiedene konservative Behandlungsmethoden ausprobiert. Welche davon die größte Wirkung hat und am besten vor Rückfällen schützt, hat nun ein Medizinerteam um Joon Yub Kim vom Seonam University College in Goyang, Korea, untersucht.

Punktion nicht notwendig

An der Studie nahmen 90 Patienten teil, die alle an einer Schleimbeutelentzündung des Ellenbogens litten. Die Probanden wurden in drei Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe erhielt für sieben Tage einen Kompressionsverband sowie ein zweimal täglich einzunehmendes nicht steroidales Antirheumatikum (NSAR). Bei den Teilnehmern der zweiten Gruppe wurde das Gelenk punktiert und die Flüssigkeit abgezogen, anschließend wurden sie wie die erste Gruppe behandelt. Die Probanden der dritten Gruppe erhielten nach der Aspiration zusätzlich noch eine Injektion mit Kortikoiden; danach wurde ebenfalls verfahren wie in der ersten Gruppe. Die Patienten aller Gruppen wurden vier Wochen nachbeobachtet und dabei wöchentlich nachuntersucht.

Zwar ergab sich für die Aspiration plus Steroidinjektion ein geringer Vorteil, da die Heilung dort am schnellsten erfolgte. Im Durchschnitt dauerte es hier 2,3 Wochen, bis die Schleimbeutelentzündung abgeheilt war, in den beiden anderen Gruppen zog sich der Heilungsprozess hingegen über rund drei Wochen hin. Doch die Punktion des Schleimbeutels am Ellbogen ist generell recht komplikationsträchtig, und der Griff zur Spritze vergrößert die Erfolgsaussichten auf Dauer offenbar nicht wesentlich. So waren statistisch signifikante Unterschiede zwischen den einzelnen Methoden nach vier Wochen nicht mehr festzustellen. Die koreanischen Forscher plädieren deshalb dafür, bei einer Schleimbeutelentzündung allein auf einen Druckverband und die Behandlung mit NSAR zu setzen.

 

Dauerbelastung kann zu Schleimbeutelentzündung führen

Eine Schleimbeutelentzündung wird häutig durch Drucküberlastung ausgelöst. Ursache sind anhaltende oder immer wiederkehrende Bewegungsabläufe. Es entstehen kleinste Verletzungen, die zu einer Entzündung der Schleimbeutel führen können. Aber auch andere Ursachen wie Infektionen oder Verletzungen können zur Bursitis führen, und auch bei Arthrose, Arthritis oder Gicht kann das Risiko für eine Schleimbeutelentzündung ansteigen.

Foto: © SENTELLO - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Gelenkentzündungen

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Alkohol ist ein Zellgift, das offenbar auch Herzrhythmusstörungen auslösen kann. Eine aktuelle Studie des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zeigt, dass sich selbst bei ansonsten gesunden Menschen das Risiko für Vorhofflimmern signifikant erhöht. Demnach haben schon kleine Mengen einen negativen Effekt.

Schwere Unfälle oder Tumor-Erkrankungen können das Gesicht massiv entstellen. Dank computerassistierter Techniken kann der langwierige und sehr belastende Zeitraum für die Wiederherstellung des Gesichts abgekürzt werden. Meist muss nur noch einmal operiert werden – auch weil Implantate mittels 3-D-Drucker schnell und patientenindividuell hergestellt werden können.

Weil Corona so oft asymptomatisch verläuft, kann über die Dunkelziffer nur spekuliert werden. Licht ins Dunkel bringt nun eine Studie Helmholtz Zentrums München. Danach waren in zweiten Corona-Welle waren drei- bis viermal mehr Kinder in Bayern mit SARS-CoV-2 infiziert, als über PCR-Tests gemeldet.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin