. Studie aus den USA

Schlaganfall-Patienten häufig auch psychisch krank

Ein Schlaganfall ist die häufigste Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter. Darüber hinaus aber sind die Betroffenen auch besonders gefährdet, an einer Depression zu erkranken. Das schreibt die Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe in einer Pressemitteilung.

Nach einem Schlaganfall sollten Ärzte nicht nur auf die Somatik achten.

ie Stiftung zitiert eine Studie aus den USA, wonach das Risiko, eine Posttraumatische Belastungsstörung zu erleiden, nach einem Schlaganfall deutlich höher ist.  

Ärzte der Columbia University, New York, haben systematisch die Symptome der Erkrankung wie Stimmungsschwankungen, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, die eindeutig durch ein Trauma - in diesem Fall dem Schlaganfall – ausgelöst wurden, untersucht.

Risiko, eine Posttraumatische Belastungsstörung zu erleiden nach einem Jahr lag immer noch bei elf %

Dabei wurden 1138 Schlaganfall-Patienten in die Studie eingeschlossen. Innerhalb des ersten Jahres nach dem Schlaganfall lag das Risiko, an der Posttraumatischen Belastungsstörung zu erkranken, bei 23 Prozent. Erstaunlich ist, dass das Risiko sank - je länger der Schlaganfall zurücklag. Abwarten kann trotzdem keine Devise sein. Denn außerhalb des Zeitfensters von einem Jahr lag das Risiko immer noch bei elf Prozent.

Rehabilitationsmediziner wiesen laut Deutscher Schlaganfallhilfe schon seit geraumer Zeit darauf hin, dass psychische Erkrankungen das langfristige Rehabilitationsergebnis stark beeinflussen können. 

Nach dem Schlaganfall raten Experten zu früher Therapie mit Medikamenten und Psychotherapie

Die Erfolge von Ergo- und Physiotherapie und von Logopädie hingen jedoch entscheidend von der Motivation und Mitarbeit der Patienten ab. Diese könnten in eine Spirale geraten, wenn ausbleibende Therapieerfolge die Stimmung immer stärker drücken. Gegenkonzept könnte eine frühzeitige antidepressive Therapie mit Medikamenten und Psychotherapie sein. Ob diese das Rehabilitationsergebnis verbessern kann, wird laut Stiftung derzeit in weiteren Studien untersucht.

Foto: sudok1 - Fotolia.com

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorie: Prävention und Reha

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