. Konsequente Schlaganfallbehandlung

Schlaganfall: Begleitsymptome früh behandeln

Die frühzeitige Behandlung bestimmter Begleitsymptome eines Schlaganfalls kann den weiteren Verlauf entscheidend beeinflussen. Dies hat eine neue Studie australischer Forscher gezeigt.
Schlaganfall

Schlaganfall

An erster Stelle der akuten Schlaganfallbehandlung steht nach wie vor die Thrombolyse. Je früher sie beginnt, desto besser können Behinderungen verhindert werden. Doch in der Studie konnte gezeigt werden, dass nicht nur die schnelle Auflösung des Blutgerinnsels im Gehirn entscheidend für das Ausmass der bleibenden Behinderungen ist. Auch die rechtzeitige und konsequente Behandlung bestimmter Komplikationen, die häufig in Folge eines Schlaganfalls auftreten, wirkt sich auf den weiteren Verlauf aus. Dazu gehören der Anstieg der Körpertemperatur, die Erhöhung des Blutzuckers und Schluckstörungen.

Mehr Lebensqualität durch konsequente Gegensteuerung

Die Studie zeigt, dass der Grad der Behinderungen niedriger und die Lebensqualität der Patienten höher war, wenn das Krankenhauspersonal angewiesen wurde, auf diese Symptome frühzeitig zu achten und konsequent gegenzusteuern. Zudem konnte - wenn auch nur geringfügig - auch die Sterberate gesenkt werden. So wurde jeder sechste Patient durch die konsequente Behandlung von Fieber, hohem Blutzucker und Schluckstörungen vor Tod oder schweren Behinderungen bewahrt.

Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) weisen daher darauf hin, dass es sinnvoll wäre, die Behandlung dieser Symptome als Standards in den Kliniken einzuführen. Auf zertifizierten Stroke Units ist dies bereits gängige Praxis, doch auch in anderen Kliniken könnte eine gezielte Schulung des Personals Patienten vor schweren Folgeerscheinungen schützen.

 

Schlaganfall: Symptome

Der Schlaganfall ist weltweit die zweithäufigste Todesursache und die häufigste Ursache dauerhafter Behinderungen im Erwachsenenalter. In Deutschland erleiden jedes Jahr etwa 200.000 Menschen einen Schlaganfall. Wer bestimmte Symptome an sich entdeckt, sollte so schnell wie möglich medizinische Hilfe suchen. Folgende Symptome lassen auf einen Schlaganfall schliessen: meist halbseitige Taubheit, Schwäche oder Lähmungen, Sehstörungen, Sprachstörungen, Schwindel oder plötzlich einsetzende starke Kopfschmerzen. Risikofaktoren für einen Schlaganfall sind Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck, Arteriosklerose und chronischer Stress.

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Schlaganfall , Neurologie , Gehirn
 

Weitere Nachrichten zum Thema Schlaganfall

| Meist sind es Laien, die Zeugen eines Schlaganfalls werden. Häufig sind sie sich jedoch nicht sicher, ob es sich wirklich um einen Schlaganfall handelt und was sie tun sollen. Der FAST-Test gibt eine einfache Hilfestellung, wie in diesem Fall vorzugehen ist.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Das Coronavirus SARS-CoV-2 geht offenbar in die Muttermilch über. Das konnten Virologen der Uniklinik Ulm nun bei einer infizierten Frau nachweisen. Auf welchem Weg sich ihr Baby angesteckt hat, ist allerdings noch unklar.
Das mütterliche Verhalten hat offenbar einen direkten Einfluss auf die Entwicklung des Oxytocin-Systems beim Säugling. Eine Studie konnte zeigen, dass eine größere mütterliche Fürsorge mit höheren Spiegeln des „Bindungshormons“ assoziiert ist. Höhere Oxytocin-Spiegel machen wiederum wahrscheinlich emotional stabiler und erleichtern spätere Beziehungen.
 
 
. Interviews
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.
Work-Life-Balance, geregelte Arbeitszeiten – in altersgemischten Stationsteams prallen Welten aufeinander. Wie sich der Generationenkonflikt im Krankenhaus lösen lässt, weiß Professor Wolfgang Kölfen, Chefarzt und Kommunikationsberater aus Mönchengladbach.