. Infektionskrankheiten

Sanofi und Fraunhofer kooperieren bei der Suche nach neuen Antibiotika

Der französische Pharmakonzern Sanofi und die deutsche Fraunhofer-Gesellschaft gründen ein gemeinsames Zentrum für Naturstoffforschung. Das Zentrum soll die Suche nach neuen Wirkstoffen für Antibiotika vorantreiben.
Für das neue Zentrum für Naturstoffforschung stellt Sanofi seine Sammlung von Mikroorganismen bereit

Für das neue Zentrum für Naturstoffforschung stellt Sanofi seine Sammlung von Mikroorganismen bereit

Die Bekämpfung von Infektionskrankheiten ist weltweit ein drängendes Problem; besonders im Hinblick auf die stark zunehmenden Antibiotikaresistenzen. In den vergangenen Jahren hat es in diesem Bereich nur wenige Fortschritte gegeben: Pharmakonzerne haben schlichtweg keine neuen Wirkstoffe in der Pipeline. Umso erfreulicher, dass sich nun zwei ausgewiesene Spezialisten auf diesem Gebiet zusammentun. Der französische Pharmakonzern Sanofi und das Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME werden ein gemeinsames Zentrum für Naturstoffforschung gründen. Das haben die beiden Einrichtungen heute bekanntgegeben. Ziel sei es, die Entdeckung und Entwicklung neuer Therapien von Infektionskrankheiten voranzutreiben.

Neue Antibiotika zur Behandlung von Infektionskrankheiten finden

Gemäß der Vereinbarung werden die beiden Partner gemeinsam daran arbeiten, natürlich vorkommende chemische und biologische Substanzen zu erforschen und zu optimieren, hauptsächlich für die Behandlung von Infektionskrankheiten, heißt es in einer Medienmitteilung des Pharmakonzerns. Die Wirkstoffsuche auf Basis von Naturstoffen sei aber auch bei der Entwicklung neuere Therapien gegen Diabetes, seltene Krankheiten oder für die Schmerzforschung interessant. Sanofi werde sein Know-How auf dem Gebiet der Antiinfektiva in die Kooperation einbringen und seine Stammsammlung mit Fraunhofer teilen. Die Naturstoffsammlung mit mehr als 100.000 verschiedenen Mikroorganismen ist eine der größten Sammlungen dieser Art weltweit. Penicillin, das wohl bekannteste Antibiotikum, wurde aus Naturstoffen entwickelt.

Standort des neuen Zentrums wird Gießen sein

Der geschäftsführende Institutsleiter des Fraunhofer IME Prof. Dr. Rainer Fischer sieht in dem gemeinsamen Projekt eine Win-Win-Situation für beide Partner. Darüber hinaus biete der Zugang zur Sanofi-Naturstoffsammlung auch einen Mehrwert für andere Branchen verbunden mit beträchtlichen wirtschaftlichen Möglichkeiten”, so Fischer. Das Exzellenzzentrum für Naturstoffforschung wird an das neue LOEWE Zentrum für Insektenbiotechnologie in Gießen angegliedert sein.

Foto: Sanofi, Pilzkulturen aus der Sanofi-Naturstoffsammlung in Petrischalen

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin

Weitere Nachrichten zum Thema Antibiotika

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Stress löst bei der Fruchtfliege (Drosophila melanogaster) einen depressionsartigen Zustand aus. Dieser ließ sich durch Lithium oder Zucker beheben. Dies ergab eine Studie von Neurobiologen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.
Kinder, Job – und Reha? Mit der „Berufsbegleitenden Rehabilitation“ passt alles unter einen Hut, meint Christoph Gensch von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Im Interview verrät der Reha-Experte, was es mit dem neuen Modellprojekt auf sich hat.