Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
18.02.2019

Rückruf: Diese Medtronic-Herzschrittmacher können fehlerhaft sein

Medtronic hat Sicherheitsmängel an einigen Herzschrittmacher-Modellen festgestellt. Patienten werden aufgefordert, ihren Herzschrittmacher vom Arzt überprüfen zu lassen. Diese Modelle können von dem Fehler betroffen sein.
Medtronic ruft bestimmte Herzschrittmacher zurück

Medtronic ruft bestimmte Herzschrittmacher zurück

Das US-Medizintechnikunternehmen Medtronic hat eine Sicherheitswarnung für Patienten herausgegeben: Danach können einige Herzschrittmacher fehlerhaft sein und für etwa 1,5 Sekunden oder länger aussetzen. Betroffen sind Zweikammer-Herzschrittmacher der Modelle Adapta™, Versa™, Sensia™, Relia™, Attesta™ und der Vitatron™ A, E, G, Q Serie, die zwischen dem 10. März 2017 und dem 7. Januar 2019 vertrieben wurden. Patienten, die einen solchen Herzschrittmacher tragen, werden aufgefordert, ihren Arzt zu konsultieren. Die genaue Modellnummer können Patienten ihrem Schrittmacher-Pass entnehmen.

Vier Fälle gemeldet

Wie kam es zu dem Rückruf? Bis Januar war es bei zwei Patienten insgesamt viermal zu einer Stimulationspause des Herzschrittmachers gekommen. Als Grund für diesen Fehler nennt Medtronic „Designänderungen an einem integrierten Schaltkreis.“ Die unerwünschte Stimulationspause tritt indes nur einem bestimmten Programmiermodus auf. Laut der Sicherheitsinformation können Ärzte den Herzschrittmacher in einen anderen Modus schalten, der eine solche Stimulationspause verhindert. Ein operativer Eingriff sei für die Umprogrammierung in der Regel nicht erforderlich, heißt es weiter.

 

Problem lässt sich abschalten

Nach Angaben von Medtronic hat es aufgrund der Stimulationspause keinen Todesfall gegeben, die Vorfälle ereigneten sich auch nicht in Deutschland. Das Risiko für eine Pause sei sehr selten und liege bei etwa 2,8 Prozent, wenn der Schrittmacher auf „susceptible pacing mode“ geschaltet sei. Im sogenannten „non-susceptible pacing mode“ bestehe dagegen kein Risiko, teilt das Unternehmen mit. 

Ärzten wurden unterdessen umfangreiche Sicherheitsinformationen und Handlungsempfehlungen übermittelt. Diese Empfehlungen wurden gemeinsam mit einem unabhängigen Ärztegremium erarbeitet und schließen Optionen für die Programmierung ein, die das Problem beheben können. Ab Mitte 2019 soll es einen Software-Update für die betroffenen Geräte geben.

Hotline für Patienten

Für Patienten aus Deutschland hat das Unternehmen eine Hotline eingerichtet: Telefon 02159 8149 671. Fragen können auch per E-Mail gestellt werden an directo.deutschland[at]medtronic.com.

Medtronic gehört weltweit zu den größten Herstellern von Herzschrittmachern. Mehr als jeder dritte in Deutschland implantierte Schrittmacher stammt von dem US-Unternehmen.

Foto: © okrasyuk - Fotolia.com

Foto: ©okrasyuk - stock.adobe.com

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Herz
 

Weitere Nachrichten zum Thema Herzkrankheiten

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Im ersten Lockdown dieser Pandemie ging die Zahl der Schlaganfälle um 17 Prozent zurück. Experten sind überzeugt: Die Symptome wurden bloß nicht ernst genommen. Und das sei fatal.

Antibiotika sind die Standardtherapie bei bakteriellen Infektionen und retten jedes Jahr Millionen von Leben. Aber sie greifen auch die hochkomplexe Darmflora an und damit das Immunsystem. Und: Sie können sogar ihrerseits Krankheiten auslösen. Forscher haben jetzt 1.200 Medikamente daraufhin getestet, ob sie sich hier – parallel verabreicht – als „Gegenmittel“ eignen.

In Israel gelten nur noch Personen mit dritter Impfung als vollständig geimpft. Und tatsächlich sinken die Fallzahlen im Land. Das Vorgehen ist jedoch wissenschaftlich umstritten.
 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin