. Stents

Resorbierbare Bio-Stents nicht besser als herkömmliche

Resorbierbare Bio-Stents schneiden im Vergleich nicht besser ab als herkömmliche Metall-Stents. Das ist das Ergebnis einer Studie, die US-Forscher im Fachmagazin NEJM veröffentlichten. Dabei wurde ein solches Produkt auf Risiken und Verträglichkeit getestet.
In verengten Blutgefäßen können Stents die Gefäßwände stützen

Stents sollen verengte Blutgefäße offenhalten

Für die Untersuchung teilten die Wissenschaftler 2008 Patienten, die an Angina pectoris, also einer Durchblutungsstörung des Herzens litten, in zwei Gruppen auf. Ihr Durchschnittsalter betrug 63 Jahre, 70 Prozent von ihnen waren männlich. Der einen Gruppe wurde ein resorbierbarer Kunststoff-Stent aus einem Milchsäure-Polyester implantiert, der anderen ein herkömmlicher Stent aus einer Kobalt-Chrom-Verbindung.

Die röhrenförmigen Gefäßstützen sollen verengte oder verstopfte Herzkranzgefäße offen halten, wie sie für die koronare Herzkrankheit typisch sind. Fast alle Stents sind mittlerweile mit einem immunsuppressiven Wirkstoff beschichtet. Der soll verhindern, dass es wie bei den Metall-Stents der ersten Generation zu Entzündungs- und Abwehrreaktionen des Körpers kommt. Durch die folgende Gewebebildung überwucherten die Stents und konnten das Gefäß wieder verengen.

Das freiliegende Metallgerüst freilich erhöht die Gefahr, dass sich an der Stelle Blutgerinnsel bilden. Das war ein Grund für die Entwicklung abbaubarer Stents.

Resorbierbare Bio-Stents schnitten nicht besser ab

Doch zumindest innerhalb des Beobachtungszeitraumes von einem Jahr zeigten sich keine Vorteile der Bio-Stents: Es versagten 7,8 Prozent der resorbierbaren Stents und  6,1 Prozent in der Metall-Gruppe. Zu einem Herzod kam es bei 0,6 Prozent der Bio-Stent-Patienten und bei 0,1 Prozent Prozent der Patienten aus der Kontroll-Gruppe. Die Herzinfarktrate lag bei 6 zu 4,6 Prozent. Ein erneuter, gefäßerweiternder Eingriff war bei 3 beziehungsweise 2,5 Prozent der Patienten nötig.

Am deutlichsten fiel der Unterscheid aus beim Thrombose-Risiko. Innerhalb eines Jahres hatten sich an 1,5 Prozent der resorbierbaren Stents Blutgerinnsel gebildet, bei den herkömmlichen Gefäßstützen trat das nur in 0,7 Prozent der Fälle auf.

In einer weiteren Studie mit mehr Teilnehmern soll der Erfolg der Bio-Stents nun über mehrere Jahre beobachtet werden.

Foto: psdesign1

 
Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Stent

| Seit dem 1. Oktober müssen kardiologische Kliniken und Praxen nach dem Einsetzen eines Implantats (Stent, künstliche Herzklappe, Schrittmacher) dem Patienten einen Implantat-Pass aushändigen, der bestimmte Daten enthält. Die Deutsche Herzstiftung bietet einen speziellen Pass für Stent-Patienten an.
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.