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29.10.2013

Rehabilitation nach Schlaganfall schlecht bewertet

Viele Patienten sind mit der Schlaganfall-Nachsorge unzufrieden. Das ergab eine Umfrage der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Demnach gibt es bei der Rehabilitation nach einem Schlaganfall gravierende Mängel.
Reha nach Schlaganfall

Nach einem Schlaganfall müssen viele Fähigkeiten wieder neu erlernt werden.

Nach einem Schlaganfall ist der schnelle Einsatz von Rehabilitationsmaßnahmen besonders wichtig. Durch eine gute Nachsorge kann es innerhalb der ersten Monate nach einem Schlaganfall zu einer wesentlichen Besserung der Symptome kommen. Zu den Rehabilitationsmaßnahmen gehören Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Sie sollten so früh wie möglich erfolgen, am besten schon innerhalb der ersten Tage.

Einer aktuellen Umfrage der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und des ambulanten Rehabilitationszentrums Perzeptionshaus in Hainburg (Hessen) zufolge sind jedoch nur 18 Prozent der Betroffenen mit der Schlaganfall-Nachsorge zufrieden. 24 Prozent der Befragten erklärte, nicht genug über die Möglichkeiten informiert worden zu sein. Nur 35 Prozent erhielten überhaupt eine spezifisch neurologische Therapie.

Patienten wünschen sich bessere Rehabilitation

44 Prozent der Betroffenen waren der Meinung, zu wenig Therapie zu erhalten. 37 Prozent der Befragten erklärten sogar, zwei Wochen nach Abschluss der stationären Rehabilitation noch keine Heilmittelverordnung ihres Arztes bekommen zu haben. Die Krankenkassen verweigern häufig auch die Übernahme der Kosten für eine Reha-Klinik. Kurzfristig führt dies zwar zu Einsparungen, doch durch erhöhte Pflegekosten und mehr Arbeitsunfälle wird das Gesundheitssystem dadurch nur noch stärker belastet.

Viele Patienten, die an der Umfrage teilnahmen, wären bereit, selbst für eine bessere Rehabilitation aufzukommen. 64 Prozent der Befragten erklärten, zusätzliche therapeutische Leistungen auch aus eigener Tasche bezahlen zu wollen. Allerdings wurden nur 21 Prozent von ihrem Arzt darüber aufgeklärt, dass dadurch deutlich bessere Rehabilitationsergebnisse erzielt werden können.

 

Welt-Schlaganfall-Tag 2013

Rund 250.000 Menschen in Deutschland erleiden jedes Jahr einen Schlaganfall. Er ist die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter. Die Krankheit betrifft nicht nur ältere Menschen. Auch junge Erwachsene und sogar Kinder können einen Schlaganfall erleiden.

Am 29. Oktober 2013 findet – wie jedes Jahr – der Welt-Schlaganfall-Tag (World Stroke Day) statt. Er wurde im Jahr 2006 von der Weltschlaganfall-Organisation WSO ins Leben gerufen. Der Welt-Schlaganfall-Tag soll das Thema Schlaganfall stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken und Patienten und deren Angehörige informieren. Dazu finden deutschlandweit zahlreiche Veranstaltungen statt.

Foto: © Robert Kneschke - Fotolia.com

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