. Motivation zum Nichtrauchen

Raucherberatung in der Rettungsstelle

Kann man Raucher durch eine Kurzberatung oder ein motivierendes Interview vor Ort in Kombination mit zusätzlichen Beratungen per Telefon dazu bewegen, mit dem Rauchen aufzuhören? Das war die Ausgangsfrage einer klinischen Studie der Charité. Erste Ergebnisse wurden jetzt im Fachjournal "Tobacco Control" veröffentlicht.
Raucherberatung in der Rettungsstelle

Foto: ©Andreas Morlok / PIXELIO

Kann man Raucher durch eine Kurzberatung oder ein motivierendes Interview vor Ort in Kombination mit zusätzlichen Beratungen per Telefon dazu bewegen, mit dem Rauchen aufzuhören? Das war die Ausgangsfrage einer klinischen Studie der Charité. Erste Ergebnisse wurden jetzt im Fachjournal "Tobacco Control" veröffentlicht.  

Ein Forscherteam der Charité - Universitätsmedizin Berlin hat jetzt in einer von der Deutschen Krebshilfe geförderten Studie die Wirksamkeit einer Tabakentwöhnung im Umfeld einer Rettungsstelle am Campus Charité Mitte überprüft. Die Studie wurde von Prof. Claudia Spies, Direktorin des Charité Centrums für Anästhesiologie, OP-Management und Intensivmedizin, betreut.
11.000 Patientinnen und Patienten wurden in der Rettungsstelle am Campus Mitte hinsichtlich ihres Raucherstatus und der Eignung für die Studie befragt. Von 1.728 Rauchern nahmen 1.044, also etwa 60 Prozent, an der Studie teil. Nach dem Zufallsprinzip wurden sie in zwei Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe bekam während des Wartens vor Ort eine Kurzberatung oder ein motivierendes Interview. Sie erhielten zusätzlich bis zu vier telefonische Beratungen während der nächsten vier bis acht Wochen. Die zweite Gruppe, die so genannte Kontrollgruppe, erhielt weder eine Beratung in der Rettungsstelle noch telefonische Unterstützung. Alle Studienteilnehmer wurden insgesamt vier Mal während der nächsten zwölf Monate hinsichtlich ihres aktuellen Raucherstatus befragt. Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 30 Jahre alt.
"Viele waren noch nie von ihren Hausärzten auf das Rauchen angesprochen worden, da die gesundheitlichen Folgen des Rauchens in dieser Altersgruppe noch kein Thema sind", erklärte Prof. Spies. "Mehr als die Hälfte nahmen an der Studie teil, obwohl sie von sich aus nicht für einen Rauchstopp motiviert waren. Je höher motiviert die Studienteilnehmer waren, rauchfrei zu leben, desto eher hörten sie auch auf und desto mehr profitierten sie von unserem Beratungsangebot", so Spies weiter. 33 Prozent der motivierten Raucher waren nach der Beratung durch die Rettungsstelle nach zwölf Monaten rauchfrei. In der Kontrollgruppe betrug der Anteil 19 Prozent. Die Beratung in der Rettungsstelle sei ein Auslöser, über das eigene Rauchverhalten nachzudenken - auch bei den Rauchern, die nach zwölf Monaten ihr Rauchen noch nicht beendet hätten, ergänzte Spies.
Die Charite will das Programm in der Routineversorgung, aber auch in der vorstationären Operationsvorbereitung fortsetzen.

 

Weitere Nachrichten zum Thema Rauchen

| Rauchen ist einer der Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dass es auch unsere Gene beeinflusst, konnten nun Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung zeigen. Besonders ein Gen, das an Entzündungsvorgängen beteiligt ist, wird durch Tabakkonsum aktiviert.
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Eine akute Typ A-Aortendissektion muss sofort behandelt werden. Doch die Diagnose ist nicht immer leicht. Selbst Notärzte können die Erkrankung mit einem Herzinfarkt verwechseln – nicht selten mit tödlichen Folgen. Das „Aortentelefon“ des Deutschen Herzzentrums Berlin (DHZB) koordiniert die Behandlung und kann damit Leben retten.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.