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Rauchen bleibt wichtigster Risikofaktor für frühen Herzinfarkt

Mehr als drei Viertel der Menschen, die vor ihrem 55. Lebensjahr einen Herzinfarkt erleiden, sind Raucher. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Berliner Herzinfarktregisters, die jetzt auf dem Kardiologenkongress in Barcelona vorgestellt wurde.
Rauchen bleibt wichtigster Risikofaktor für frühen Herzinfarkt

In Berlin sind 76 Prozent aller jungen Herzinfarktpatienten Raucher

Beim Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Barcelona wurden dieser Tage eine Reihe von Studien vorgestellt, die den Zusammenhang zwischen Rauchen und Herzerkrankungen eindrücklich belegen. Darunter eine aktuelle Auswertung von Daten aus dem Berliner Herzinfarktregister. Die Analyse der Daten von 6.000 Herzinfarktpatienten zeigte, dass mehr als drei Viertel der Menschen, die bereits vor ihrem 55. Lebensjahr einen Herzinfarkt erlitten, Raucher waren. „Unseren Daten zufolge ist Rauchen der wichtigste Risikofaktor für einen frühen Myokardinfarkt“, so Studienautor Prof. Heinz P. Theres von der Charité Berlin. „Seit 1999 ist der Anteil der Raucher bei Herzinfarktpatienten unter 55 Jahren nicht zurückgegangen.“

Zusammenhang zwischen Rauchen und frühem Herzinfarkt unverändert

Für die Untersuchung hatten Wissenschaftler um Theres drei wesentliche kardiale Risikofaktoren - Rauchen, Bluthochdruck und ungünstige Blutfettwerte -  in ein Verhältnis zum Alter gesetzt. Bei den Personen, die bereits vor dem 55. Lebensjahr einen Herzinfarkt erlitten haben, waren 76 Prozent Raucher, 94 Prozent hatten wenigstes einen der drei Risikofaktoren. Seit 1999 werden im Berliner Herzinfarktregister (fast) alle Herzinfarkte aus der Region zentral erfasst.

 

Effekte an Gefäßen schon bei 17-jährigen Rauchern messbar

Dass Rauchen schon die Gefäße ganz junger Menschen verändert, konnte eine Schweizer Studie zeigen. Wissenschaftler vom Tropen- und Public Health-Institut in Basel hatten in ihre Studie Jugendliche ab 13 Jahren eingeschlossen, das Durchschnittsalter lag bei 17 Jahren. Der Anteil der rauchenden Jugendlichen lag bei 14 Prozent. Bei den Jugendlichen wurden der Blutdruck sowie verschiedene Parameter für die Gefäßfunktion gemessen. „Die Analysen bestätigen die Hypothese einer frühen Veränderung der Gefäßfunktionalität durch aktives Rauchen im Jugendalter unabhängig vom elterlichen Rauchverhalten“, so Dr. Julia Dratva vom Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut in Basel. Die Analyse sei zwar durch die relative kleine Anzahl an Rauchern limitiert, jedoch stärke die Objektivierung des Raucherstatus mittels Serum-Cotinin die Ergebnisse. Dratya: „Die Untersuchung zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Rauchen und einer Beeinträchtigung der Gefäßfunktion und unterstreichen die Notwendigkeit einer frühen Prävention von Rauchen in Kindheit und Jugend.“

Foto: © Photographee.eu - Fotolia.com

Hauptkategorien: Berlin , Medizin
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