Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Rauchen begünstigt Infektionen

Im Mund wimmelt es nur so von Bakterien. Bei Rauchern allerdings können die Keime einen gefährlichen Biofilm bilden und das Immunsystem bekämpfen. Und das wiederum begünstigt Infektionen, warnen Forscher.
Rauchen kann einen Biofilm im Mund erzeugen, in dem sich pathogene Bakterien festsetzen. Das Infektionsrisiko steigt

Rauchen kann einen Biofilm im Mund erzeugen, in dem sich pathogene Bakterien festsetzen. Das Infektionsrisiko steigt

Im Mund wohnen Millionen von Bakterien. Das ist ganz normal. Aber Rauchen, haben amerikanische Forscher von der University of Louisville nun herausgefunden, erhöht das Risiko, dass bestimmte Bakterien eine Art Festung errichten und das Immunsystem bekämpfen. Mehr noch: Das Team um Dr. David A. Scott hat zeigen können, dass die vielen chemischen Stoffe im Tabakqualm die Bildung eines Biofilms begünstigen. Hier können sich pathogene Keime wie Staphylococcus aureus, Streptococcus mutans, Klebsiella pneumonia und Pseudomonas aeruginosa ansiedeln. Folglich erhöhe sich auch das Risiko für Infektionen, schreiben die Autoren um Scott im Fachblatt „Tobacco Induced Diseases“.

Bakterien in Biofilmen sind schwer zu eliminieren

„Haben sich Erreger erst einmal in einem Biofilm festgesetzt, wird es extrem schwierig sie zu beseitigen“, betont Scott, da Biofilme eine physikalische Barriere gegen die Immunantwort bildeten. „Außerdem lassen sie keine Antibiotika durch und bilden ein Reservoir für dauerhafte Infektionen“, so der Zahnmediziner. Eine weitere Gefahr sieht Scott in der Bildung von Antibiotikaresistenzen. Diese würden durch den Austausch von genetischem Material innerhalb des Bakterien-Pools begünstigt, ebenso sei der Biofilm eine Brutstätte für andere pathologische Faktoren, die Infektionen hervorrufen.

Biofilme können praktisch auf allen Oberflächen wachsen. Einer der verbreitetsten Biofilme ist der Zahnbelag, der zu Entzündungen des Zahnfleisches, der sogenannten Gingivitis, führen kann. Diese Erkrankung ist etwas bei der Hälfte der Weltbevölkerung zu finden. Bakterielle Biofilme können sich aber auch auf den Herzklappen oder in den Atemwegen absetzen und dort zu lebensbedrohlichen Entzündungen führen.

 

Weitere Forschung nötig

Die Forscher wollen nun in weiteren Studien erforschen, welchen Einfluss Biofilme auf die Entstehung von Krankheiten haben. Dabei sollen auch Therapien gegen Biofilm-induzierte Krankheiten unter die Lupe genommen werden. Bis neue Therapien gefunden würden, werde aber noch sehr, sehr viel Zeit vergehen, so der Forscher.

Foto: © laboko - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Rauchen , Infektionskrankheiten , Multiresistente Erreger
 

Weitere Nachrichten zum Thema Rauchen

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten


10 bis 20 Prozent der offiziell „genesenen“ Covid-19-Patienten leiden Wochen bis Monate nach Abklingen der Infektionskrankheit weiter an deren Folgen. Hierzu zählt auch Atemnot, die selbst bei einfachen Alltagsbetätigungen wie dem Treppensteigen Erschöpfungszustände auslöst. Ein naturheilkundlicher beziehungsweise physiotherapeutischer Ansatz, um hier zu heilen, ist die „Reflektorische Atemtherapie“.
 
Kliniken
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin