Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Rätsel um Ursprung der Ebola-Epidemie gelöst

Mittwoch, 7. Januar 2015 – Autor:
Der Ursprung der akuten Ebola-Epidemie scheint aufgeklärt. Ein zweijähriger Junge aus Guinea soll sich vor gut einem Jahr beim Spielen in einem hohlen Baum an Fledermaus-Exkrementen angesteckt haben. An der Detektivarbeit waren auch deutsche Wissenschaftler beteiligt.
Rätsel um Ursprung der Ebola-Epidemie gelöst

In diesem Dorf in Guinea begann Ende 2013 der Ebola-Ausbruch. Bislang hat er über 8.000 Menschenleben gefordert

Einem internationalen Forscherteam unter Federführung des Robert Koch-Instituts ist es gelungen, den Ursprung der Ebola-Epidemie in West-Afrika zu rekonstruieren. Demnach nahm das Unheil in einem kleinen Dorf namens Meliandou in Guinea seinen Lauf. Ende 2013 war dort ein zweijähriger Junge an Ebola-Fieber erkrankt, nachdem er öfter in einem hohlen Baum gespielt hatte, in dem offenbar Fledermäuse lebten.

Infektionsquelle für Ebola

Der Junge war der erste Patient der immer noch grassierenden Ebola-Epidemie und steckte später seine Familie und mehrere Dorfbewohner an. Das Kind muss über Kotreste mit dem Virus in Kontakt gekommen sein. Dass zunächst nur der Junge erkrankte, spreche für eine von der Nahrung unabhängige Infektionsquelle, schlussfolgern die Forscher in der Januar-Ausgabe von "EMBO Molecular Medicine", wo sie die Ergebnisse ihrer Untersuchung detailliert beschreiben. An den Untersuchungen waren maßgeblich deutsche Wissenschaftler beteiligt, darunter Mitarbeiter des Robert Koch-Instituts, der Charité, des Max-Planck-Instituts und der Philipps Universität Marburg.

 

Erbgut der Fledermäuse in Bodenproben gefunden

Lokale Gesundheitsbehörden hatten den Forschern den entscheidenden Hinweis gegeben, dass der erste Patient ein zweijähriger Junge aus Meliandou gewesen sei. Interviews mit Dorfbewohnern führte sie schließlich zu dem hohlen Baum, der ungefähr 50 Meter vom Wohnort des Jungen entfernt steht. Als die Forscher im März 2014 an der vermeintlichen Unglücksstelle eintrafen, war der Baum zwar schon abgebrannt. Dennoch gelang es ihnen, in Boden und Ascheproben Erbmaterial einer Fledermaus-Art nachzuweisen, die als einer der Überträger des Ebola-Virusgilt. Es handelt sich dabei um die insektenfressenden Fledermäuse der Art „Mops condylurus“, auch Bulldoggen-Fledermäuse genannt. Von dieser Art ist bekannt, dass sie das Ebola-Virus in sich tragen kann, ohne selbst zu erkranken, und schon früher zu Ebola-Ausbrüchen geführt hat.

Kein Ende des Ausbruchs in Sicht

Fledermäuse gelten als die wahrscheinlichsten Überträger des oft tödlich verlaufenden Ebola-Virus. Menschen können sich wie im vorliegenden Fall über Kotreste der Tiere in der Umwelt infizieren. Mitunter werden Fledermäuse in Afrika aber auch als sogenanntes „Bushmeat“ verzehrt.

Das Rätsel um den Ursprung der aktuellen Epidemie ist nun zwar gelöst. Ein Ende des Ausbruchs ist jedoch nicht in Sicht. Am Montag sagte der EU-Hilfskoordinator Christos Stylianides der „Welt“, Ebola breite sich wie ein Buschfeuer aus. Bis Ende Dezember waren knapp 8.000 Menschen an Ebola gestorben und über 20.000 an der Seuche erkrankt.  

Foto: Saéz A M et al. EMBO Mol Med.

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten , Ebola , Robert Koch-Institut , Charité
 

Weitere Nachrichten zum Thema Ebola

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten
Mit einem sogenannten CRP-Schnelltest können Ärzte in wenigen Minuten einen viralen von einem bakteriellen Infekt unterscheiden. Zahlen der AOK Sachsen-Anhalt zeigen, dass durch den Test deutlich weniger Antibiotika verordnet werden.


Nach fast zwei Jahren Pandemie liegen die Nerven im Gesundheitswesen blank. Tausende Pflegekräfte haben in den vergangenen Monaten ihren Job verlassen. Wie kommen wir aus der Krise heraus und vor allem: Wie geht es danach weiter? Der 15. Nationale Qualitätskongresses Gesundheit versucht, Antworten zu finden.
 
Kliniken
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin